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Erste Reaktionen nach Naomi Osakas Rückzug bei French Open
Sport 4 Min. 01.06.2021 Aus unserem online-Archiv

Erste Reaktionen nach Naomi Osakas Rückzug bei French Open

Naomi Osaka war eine der Favoritinnen auf den Sieg in Paris.

Erste Reaktionen nach Naomi Osakas Rückzug bei French Open

Naomi Osaka war eine der Favoritinnen auf den Sieg in Paris.
Foto: AFP
Sport 4 Min. 01.06.2021 Aus unserem online-Archiv

Erste Reaktionen nach Naomi Osakas Rückzug bei French Open

Naomi Osaka ist der neue Star im Damen-Tennis. Doch nach einem Streit um Pressetermine hat sie am Montag ihren Rückzug von den French Open erklärt.

(SID/dpa) -  Nach den heftigen und von ihr offenbar unterschätzten Diskussionen um ihren umstrittenen Boykott der Pressekonferenzen hat die viermalige Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka bei den French Open ihren Rückzug erklärt. Die 23 Jahre alte Japanerin kündigte ihre Entscheidung am Montagabend via Twitter an und offenbarte dabei zugleich, dass sie seit einigen Jahren mit langen Depressionsphasen zu kämpfen habe. Zu ihrem Zweitrundenspiel in Paris gegen die Rumänin Ana Bogdan wird Osaka nicht mehr antreten. Zuvor hatten die Turnier-Verantwortlichen Osaka mit dem Ausschluss gedroht, sollte sie ihren Medienverpflichtungen nicht nachkommen.

Dies sei eine Situation, die sie sich niemals habe vorstellen können und die sie auch nie beabsichtigt habe, schrieb die Nummer zwei der Welt auf Twitter. „Ich denke, nun ist es das Beste für das Turnier, die anderen Spieler und mein eigenes Wohlergehen, dass ich zurückziehe, so dass sich wieder jeder auf das derzeit laufende Tennis-Geschehen in Paris konzentrieren kann.“ 

Osaka war am Sonntag nach ihrem Erstrundensieg wie angekündigt der obligatorischen Pressekonferenz ferngeblieben. Der veranstaltende französische Tennisverband belegte die Athletin zunächst mit einer Geldstrafe von 15.000 US-Dollar und drohte mit härteren Sanktionen, sollte die Siegerin der US Open und Australian Open nicht einlenken.


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Die Veranstalter bedauerten den Rückzug Osakas. „Wir wünschen ihr die beste und schnellst mögliche Genesung und wir freuen uns darauf, sie nächstes Jahr wieder bei unserem Turnier begrüßen zu können“, sagte der Präsident des Französischen Tennis-Verbandes, Gilles Moretton.  

Osaka hatte kurz vor Beginn der French Open via Instagram erklärt, dass sie in Paris nicht mit den Medien reden wolle. Als Grund hatte die Nummer zwei der Welt angegeben, dass die Journalistinnen und Journalisten keine Rücksicht auf die psychische Gesundheit von Sportlerinnen und Sportlern nehmen würden. Konkret war sie aber nicht geworden.  

Depressionen und soziale Ängste

Osaka erklärte in ihrer Mitteilung am Montag schließlich, sie leide seit den US Open 2018 immer wieder unter Depressionen. Damals hatte sie im Finale von New York gegen Serena Williams gewonnen. Im zweiten Satz des Endspiels war es zu einem Eklat gekommen, bei dem Williams vom Schiedsrichter mit einem Spielabzug bestraft wurde. Osaka konnte ihren ersten Grand-Slam-Triumph dadurch kaum genießen und brach bei der Siegerehrung in Tränen aus.

Osaka setzte sich bei den US Open 2018 gegen Serena Williams durch.
Osaka setzte sich bei den US Open 2018 gegen Serena Williams durch.
Foto: AFP

Sie habe eine sehr harte Zeit gehabt, damit umzugehen, schrieb Osaka nun bei Twitter. Sie sei grundsätzlich eher eine introvertierte Person und trage auf den Tennis-Anlagen meist Kopfhörer, die ihr dabei helfen würden, mit ihren sozialen Ängsten umzugehen. Sie sei keine natürliche Rednerin und tue sich sehr schwer, öffentlich zu sprechen.  

In Paris habe sie sich verletzlich gefühlt und sich schließlich mit ihrem viel diskutierten Presseboykott schützen wollen. „Ich akzeptiere es, dass mein Timing nicht ideal war und meine Botschaft klarer gewesen sein könnte“, schrieb Osaka.

Osaka kündigte an, nun erst einmal eine Auszeit vom Tennis nehmen zu wollen. Dass sie Ende des Monats beim nächsten Grand-Slam-Turnier in Wimbledon antritt, scheint mehr als unwahrscheinlich. „Aber wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, möchte ich wirklich mit der Tour zusammenarbeiten, um zu diskutieren, wie man die Situation für die Spieler, die Presse und die Fans verbessern kann“, schrieb Osaka.

Die Damen-Tour muss damit erst einmal auf ihr neues Aushängeschild verzichten. Es verging in den vergangenen Monaten kaum eine Woche, in der es keine Neuigkeiten von Osaka gegeben hatte. Hier ein neues Cover-Shooting, da ein weiterer Sponsorenvertrag. Die 23 Jahre alte Japanerin ist der Tennis-Superstar, auf den die Damen-Tour WTA so lange voller Sehnsucht gewartet hat. 

Naomi Osaka bei den US Open 2020.
Naomi Osaka bei den US Open 2020.
Foto: AFP

Osaka, inzwischen vierfache Grand-Slam-Turnier-Siegerin und mit einem geschätzten Jahreseinkommen von 37 Millionen Dollar bestbezahlte Sportlerin der Welt, schlüpfte in die Rolle als neues Role Model der Branche. Vor allem weil Osaka, Vater aus Haiti und Mutter aus Japan, auch abseits des Platzes etwas zu sagen hat.  

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