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Sébastien Thill und Sheriff werden international gefeiert
Sport 3 Min. 29.09.2021 Aus unserem online-Archiv
Sieg gegen Real Madrid

Sébastien Thill und Sheriff werden international gefeiert

Die Sheriff-Spieler bejubeln den Siegtreffer von Sébastien Thill.
Sieg gegen Real Madrid

Sébastien Thill und Sheriff werden international gefeiert

Die Sheriff-Spieler bejubeln den Siegtreffer von Sébastien Thill.
Foto: AFP
Sport 3 Min. 29.09.2021 Aus unserem online-Archiv
Sieg gegen Real Madrid

Sébastien Thill und Sheriff werden international gefeiert

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Sébastien Thill und seine Teamkollegen haben Real Madrid in die Knie gezwungen. In Spanien ist die Presse schockiert.

(jg/dpa) - Manche umarmten sich auf Knien, andere rannten nur noch auf Socken über den Rasen des legendären Estadio Santiago Bernabeu. Mit ihrem 2:1-Sensationssieg bei Real Madrid hat die Mannschaft von Sheriff Tiraspol um den Matchwinner Sébastien Thill für ein wahres Erdbeben in der Fußballwelt gesorgt.

„WOW“, kommentierte sogar die UEFA den Erfolg des krassen Außenseiters aus Moldawien gegen gedemütigte und blamierte Königliche. 

„Sheriff beendet die Flitterwochen von Ancelottis Mannschaft, die erst schläft und dann ziellos ist“, kommentierte die spanische Sportzeitung „As“. Ein Spiel, das Real schon gewonnen geglaubt habe, als die Gruppengegner ausgelost wurden, endete mit einer „Peinlichkeit“. Der Chefredakteur meinte: „Totaler Schock im Bernabeu. Unerklärlich.“

Sheriff hat das Bernabeu als Gruppenerster verlassen, als es seinen illustren Gegner mit zwei Toren erledigt hatte. Ohne Mitleid für Madrid.

Marca

Tiraspol habe Real „ins Verlies“ gesperrt, befand „Marca “: „Sheriff hat das Bernabeu als Gruppenerster verlassen, als es seinen illustren Gegner mit zwei Toren erledigt hatte. Ohne Mitleid für Madrid.“

„Sport“ schrieb von einer „schmerzhaften“ Niederlage für die erfolgsverwöhnten Madrilenen. „Erschossen vom Sheriff“ - mit dieser Überschrift reagierte „Mundo Deportivo“ auf den überraschenden Auswärtssieg.

Real sei in seinem gerade erst nach einem langen Umbau wiedereröffneten Stadion Bernabeu offenbar vom Pech verfolgt. Das letzte Spiel vor der Corona-Pandemie im Februar 2020 verloren die Königlichen gegen Manchester City und erlebten nun die Demütigung durch den Außenseiter.

Sébastien Thill (l.) im Duell mit Eduardo Camavinga.
Sébastien Thill (l.) im Duell mit Eduardo Camavinga.
Foto: AFP

Im Fokus stand am Dienstagabend ganz besonders Thill. In der 90.' erzielte er mit einem sehenswerten Dropkick von der Strafraumgrenze den Siegtreffer zum 2:1 und besiegelte somit die Sensation, die in der Fußballwelt so schnell nicht vergessen werden dürfte.

Der 27-Jährige schrieb Champions-League-Geschichte. Noch nie zuvor war einem luxemburgischen Nationalspieler ein Treffer in der Gruppenphase der Königsklasse gelungen. Thill erfüllte sich einen Traum. Das Tattoo auf seiner linken Wade spricht Bände. Es zeigt ihn selbst, wie er von der Champions League beziehungsweise vom Champions-League-Pokal träumt. 


Bereits an der 1:0-Führung in der ersten Halbzeit war Luxemburgs Nationalspieler maßgeblich beteiligt. In der 25.' war Sheriff durch Yakhshiboev in Führung gegangen. Schon diesen Treffer hatte Thill mit einem Traumpass über das halbe Feld eingeleitet. Madrids Starstürmer Benzema glich in der 65.' per Foulelfmeter aus. Doch das 72. Tor des Franzosen in der europäischen Meisterklasse, mit dem er Real-Legende Raul überholte, nutzte dem Favoriten nichts.

Traurig seien sie, sagte Real-Coach Carlo Ancelotti. Sie hätten mit Intensität gespielt, aber wegen kleiner Details verloren, befand der 62 Jahre alte Italiener, der seit Juli zum zweiten Mal die Verantwortung bei Real hat, nun aber nach zwei Spielen in der Champions League mit drei Punkten in der Gruppe D nur Zweiter ist.

Bezwinger Tiraspol führt mit sechs Zählern, Inter Mailand und Shakhtar Donetsk kommen jeweils auf nur einen Punkt. Gegen die Mannschaft aus der Ukraine hatte Debütant Tiraspol zum Auftakt 2:0 gewonnen.

Gegen Madrid kamen sie nun tatsächlich der K.-o.-Runde einen weiteren Schritt näher. „Ich sage meinen Leuten ständig: Wir sind schon in der Champions League, ihr habt doch nichts zu verlieren, sondern könnt euch auf der größten Bühne präsentieren“, hatte Trainer Yuriy Vernydub dem „Kicker“ vor der Partie gesagt.

Zwei Jahre nach seinem erstmaligen Besuch der Kultstätte in Madrid als Zuschauer verließ er das Bernabeu um eine unvergessliche Erfahrung reicher. Das trifft auch auf Thill zu.

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