Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Erfolg lockt Jugend an
Leitartikel Sport 2 Min. 03.11.2014

Erfolg lockt Jugend an

Leitartikel Sport 2 Min. 03.11.2014

Erfolg lockt Jugend an

Kevin ZENDER
Kevin ZENDER
Wer erfolgreich ist, hat es oft leichter. Dieser Spruch trifft auch auf den Luxemburger Sport zu. Ein Beispiel hierfür ist das Anlocken von Nachwuchsspielern in den verschiedenen Kollektivsportarten. Die bei Männern und Frauen erfolgreichen Clubs tun sich zweifellos leichter, um Jugendliche für sich zu gewinnen.

Wer erfolgreich ist, hat es oft leichter. Dieser Spruch trifft auch auf den Luxemburger Sport zu. Ein Beispiel hierfür ist das Anlocken von Nachwuchsspielern in den verschiedenen Kollektivsportarten. Die bei Männern und Frauen erfolgreichen Clubs tun sich zweifellos leichter, um Jugendliche für sich zu gewinnen.

Viele Eltern lassen sich von den Erfolgen der Clubs dazu verleiten, ihre Kinder bei diesen Vereinen Sport treiben zu lassen, anstatt in dem Dorf, in dem sie wohnen. Es klingt nun eben mal besser, wenn das Kind für den amtierenden Luxemburger Meister bei den Männern oder Frauen spielt, anstatt mit seinen Schulkameraden und Freunden für einen Zweit- oder Drittligisten.

Die Kinder selbst haben oft keine Wahl und befolgen die Anweisungen der Eltern. Sie selbst sind noch nicht in der Lage, um die Situation richtig einzuschätzen und wollen vor allem eines – Spaß haben. Der Spaßfaktor bleibt jedoch leider oft auf der Strecke, da in den größeren Clubs, die im Fußball manchmal 30 bis 40 Kinder pro Altersklasse zählen, bereits ein großer Konkurrenzkampf herrscht. Konkurrenz belebt zwar bekanntlich das Geschäft, doch wenn ein Teil der Jugendlichen der Sportart nach einigen Jahren den Rücken kehrt, weil er dem Druck im größeren Club nicht standgehalten hat, wurde sicherlich in den Jahren zuvor eine falsche Entscheidung seitens der Eltern getroffen.

Zwei, drei Abgänge können bei kleineren Clubs dazu führen, dass der Verein keine Mannschaft für jene Altersklasse melden kann. Spielgemeinschaften werden immer häufiger und man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass es in Zukunft noch zu so mancher Fusion kommen wird.

Jene Clubs, die sich zu den nationalen Größen in ihrer Sportart zählen wollen, möchten sich neuerdings auch in den Jugendklassen keine Blöße geben, und scheuen auch nicht davor zurück, Talentspäher auf die diversen Tribünen zu schicken, um Talente bereits in jungen Jahren an Land zu ziehen. Befürworter dieser Methode, die im Ausland gängig ist, meinen, Jugendliche müssten bereits in jungen Jahren die erfolgreiche Basis für ihre spätere Laufbahn legen. Zwei bis drei Jahre der Unterforderung in ihrem Dorfclub – wie will man dies messen? – würden dem Kind nur schaden. Die Skeptiker behaupten ihrerseits, es sei nicht gut, die Jugendlichen aus ihrem bekannten Umfeld zu reißen.

Wer nun argumentiert, die großen Vereine würden auch in der Jugend die besten Resultate, die eigentlich zweitrangig sein sollten, erzielen, hat oft nicht Unrecht. Doch wenn man die besten Spieler der Konkurrenz verpflichtet, oder die Eltern die Kinder von vornherein bei den namhafteren Clubs anmelden, ist es auch logisch, dass die sogenannten Großen auch in der Jugendmeisterschaft erhebliche Vorteile haben.

Ein Beispiel im Luxemburger Sport zeigt deutlich, dass der Erfolg bei den Männern nicht immer das beste Argument für die Clubwahl eines Jugendspielers ist. F91 Düdelingen spielt jedes Jahr um die nationalen Titel mit – und sichert sich oft mindestens einen. Beim Nachwuchs können sich die Resultate des Clubs aus der Forge du Sud ebenfalls sehen lassen, doch ein Eigengewächs hat es bisher bei den Männern noch nicht zum Stammspieler geschafft. Dieses Beispiel sollte den Eltern zu denken geben.

kevin.zender@wort.lu


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Editorial: Die „jecke Zeit“ im Sport
Noch sind nicht alle Entscheidungen um die Meistertitel im Sport gefallen, doch im Hintergrund laufen längst die Vorbereitungen auf die fünfte Jahreszeit, die Zeit der Vereinswechsel.
Editorial: Stiefmütterlich
So manchem Fußballclub scheint nicht bewusst zu sein, dass seine Nachwuchsspieler die kommenden Jahre oder Jahrzehnte des Vereins entscheidend mitprägen könnten.
Referendum 2015: Integration durch Sport
Sicherer Rückhalt im Fußballtor, Vorbild im Tischtennis, Leistungsträger im Volleyball: Sportler mit ausländischen Wurzeln spielen in einigen Luxemburger Nationalmannschaften zum Teil wichtige Rollen.
Ni Xia Lian (l.) agierte bei den JPEE mit Sarah de Nutte im Doppel.