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Enthüllung von "Football Leaks": Schmutzige Steuertricks der Fußballstars
Mesut Özil musste zwei Millionen Euro Steuern nachzahlen.

Enthüllung von "Football Leaks": Schmutzige Steuertricks der Fußballstars

Foto: Reuters
Mesut Özil musste zwei Millionen Euro Steuern nachzahlen.
Sport 2 Min. 02.12.2016

Enthüllung von "Football Leaks": Schmutzige Steuertricks der Fußballstars

Der "Spiegel" hat am Freitagabend Daten der Enthüllungsplattform "Football Leaks" veröffentlicht. Sie belasten unter anderem die Fußballstars Cristiano Ronaldo, José Mourinho und Mesut Özil.

(TJ/jan) - 1,9 Terabyte - das entspricht rund 500 000 Bibeln - hat ein Team des "Spiegel" gemeinsam mit rund 60 Journalisten in sieben Monaten ausgewertet. In einem geheimen Raum innerhalb der Redaktion werteten sie die Daten aus, die ihnen die Enthüllungsplattform "Football Leaks" zugespielt hat.

Begriffe wie die Steuertricks eines Cristiano Ronaldo (Real Madrid), das Firmengeflecht eines José Mourinho (Trainer Manchester United) sowie eine dubiose Zahlung von acht Millionen Euro der Marketingfirma von Mesut Özil (FC Arsenal) an seinen Vater werden erwähnt.

Sie kommen allesamt in dem Datenpaket vor. Über spezielle Programme wurde nach Begriffen geforscht und zusammen mit dem Recherchenetzwerk EIC (European Investigative Collaborations) dieses größte Leck in der Geschichte des Sports ausgewertet.

Das Recherchenetzwerk will die verwerteten Daten nun Stück für Stück veröffentlichen. In der ersten Folge geht es um Cristiano Ronaldo, Özil und Mourinho. Beide haben für ihre Werbemillionen Briefkastenfirmen in der Karibik benutzt.

Cristiano Ronaldo

Ronaldo soll beispielsweise 2014 satte 63,5 Millionen kassiert, aber keinen Cent Steuern gezahlt haben. Er sagte einmal „Ich bin ein pfif­fi­ges Bürsch­chen". In der Tat reichten scheinbar zwei Briefkastenfirmen auf den Britischen Jungferninseln und ein Konto in der Schweiz - und schon hatte der ehemalige Weltfußballer seine Einnahmen brutto für netto. In seinen Steuererklärungen wurden die Gelder mit keinem Cent erwähnt.

Als er zusätzlich 2014 seine Werberechte für die folgenden Jahre (75 Millionen) verkauft hatte, habe er die Einnahmen noch schnell in die 2014er Erklärung gepackt - in dem Jahr galt für ihn in Spanien ein Ministeuersatz, womit er Millionen sparte.

Unter dem Strich soll Ronaldo 150 Millionen Euro über verschlungene Wege in die Schweiz, auf die Britischen Jungferninseln oder andere Steuerparadiese verschoben haben.

Cristiano Ronaldo (l.) und José Mourinho.
Cristiano Ronaldo (l.) und José Mourinho.
AFP

José Mourinho

Mourinho soll unter anderem zwölf Millionen Euro über eine Scheinfirma auf den  Britischen Jungferninseln in die Schweiz geschoben und so vor den Steuerbehörden versteckt haben.

Mesut Özil

Auch der deutsche Nationalspieler kriegt sein Fett weg. Auch er habe jahrelang Millionen Euro von seinen Vereinen Real Madrid und FC Arsenal erhalten, ohne diese dem Fiskus zu melden. Gemeinsam mit seinem Vater schaffte er es, trotz intensiver Nachforschungen der spanischen Behörden immer wieder den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Nachdem er sich mit seinem Vater Mustafa verkracht hatte, zahlte die Marketing GmbH diesem plötzlich eine Abfindung von 8,1 Millionen. Vor dem Fiskus konnte er diese Summe als "abzugsfähige Ausgabe" erklären, was Özil zusätzlich Ruhe vor den spanischen Fahndern bescherte.

Reaktion

Der "Superagent" des Fußballs, Jorge Mendes muss wohl schon im Vorfeld von den bevorstehenden Enthüllungen gewusst haben. Schon am Freitagmorgen reagierte er über seine Gesellschaft Gestifute auf die Vorwürfe: Ronaldo und Mourinho hätten sich voll und ganz an die Vorschriften und Regeln der britischen und spanischen Steuerbehörden gehalten.



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