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Ein Sprungbrett für Olympia 2020
Sport 3 Min. 13.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Elitesportsektion der Armee

Ein Sprungbrett für Olympia 2020

Bogenschütze Pit Klein ist einer der sechs Elitesportsoldaten, die am Donnerstag vereidigt wurden.
Elitesportsektion der Armee

Ein Sprungbrett für Olympia 2020

Bogenschütze Pit Klein ist einer der sechs Elitesportsoldaten, die am Donnerstag vereidigt wurden.
Foto: Pierre Matgé
Sport 3 Min. 13.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Elitesportsektion der Armee

Ein Sprungbrett für Olympia 2020

Laurent SCHÜSSLER
Laurent SCHÜSSLER
Durch die Aufnahme von sechs neuen Soldaten, darunter dem dreifachen Olympiateilnehmer Raphaël Stacchiotti, ist die Elitesportsektion der Luxemburger Armee auf mittlerweile 21 Rekruten angewachsen.

Von Laurent Schüssler.

Sie heißen Tiago da Silva, Michel Erpelding, Charles Grethen, Julien Henx, Pit Klein und Raphaël Stacchiotti. Allen sechs ist gemeinsam, dass sie am Donnerstag als reguläre Soldaten der 26. Session der Luxemburger Armee vereidigt wurden. Dadurch steigt die Zahl der Rekruten in der Elitesportsektion auf 21.

Gleich sechs Sportler in einer einzigen Ausbildungsphase stellt eine Premiere für dieses Luxemburger Modell dar, das den besten einheimischen Athleten ermöglicht, sich bei einer gleichzeitigen finanziellen und sozialen Absicherung voll und ganz auf ihren Sport konzentrieren zu können.

Colonel Alain Duschène untersteht die Elitesportsektion der Luxemburger Armee.
Colonel Alain Duschène untersteht die Elitesportsektion der Luxemburger Armee.
Foto: Pierre Matgé

„Diese sogenannten Sportsoldaten sind im Prinzip ganz normale Armeemitglieder wie die anderen auch“, so Colonel Alain Duschène, der Verantwortliche der Elitesportsektion. „In der Grundausbildung sind alle gleich und es gibt für niemanden einen Bonus. Die Elitesportsoldaten genießen nach ihrem Karriereende auf dem Arbeitsmarkt die gleichen Vorteile und Annehmlichkeiten wie die anderen Soldaten auch; daher ist es nur gerecht, dass sie auch die gleichen Grundvoraussetzungen schaffen müssen. Bestehen sie die Grundausbildung, können sie sich in den folgenden Monaten voll und ganz auf den Sport konzentrieren, um ihre Leistung zu bringen. Nur eben nicht in der Kaserne, sondern auf dem Terrain des Sports.“

Ganz frei gestellt sind sie dennoch nicht. Kontrolliert wird aufgrund eines Trainingsprogramms, das der Sportler der Armee, seinem Dachverband und dem COSL einreichen muss. Auch die Entwicklung der Resultate wird verfolgt. Seit 2008 kann der Sportler bis zu acht Jahren Mitglied der Elitesportsektion sein, dann muss er seinen Abschied nehmen. Davor waren es deren gar 15. In der Armee blickt man mit einem gewissen Stolz auf die Elitesportsoldaten.

Als bester Kandidat der 26. Session wird Schwimmer Raphaël Stacchiotti von Generalstabschef Romain Mancinelli beglückwünscht.
Als bester Kandidat der 26. Session wird Schwimmer Raphaël Stacchiotti von Generalstabschef Romain Mancinelli beglückwünscht.
Foto: Pierre Matgé

„Es ist für die Armee – auch – eine Sache des Prestiges und der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Eine Soldatin wie Christine Majerus bereitete uns noch am vergangenen Wochenende viel Freude mit ihrer überragenden Leistung bei den nationalen Meisterschaften im Cyclocross. Kugelstoßer Bob Bertemes hat bei den Militärweltspielen vor rund 15 Monaten in Südkorea die Silbermedaille gewonnen, das war eine Premiere für die Luxemburger Armee. Wir hoffen, dass wir mit den aktuellen Topleuten ähnliche Erfolge feiern können.“

Während vier Monaten mussten sich die Sportler der gleichen Ausbildung unterziehen wie alle anderen Kandidaten auf eine Aufnahme in der Armee auch.
Während vier Monaten mussten sich die Sportler der gleichen Ausbildung unterziehen wie alle anderen Kandidaten auf eine Aufnahme in der Armee auch.
Foto: Pierre Matgé

Und Duschène blickt dreieinhalb Jahre voraus, wenn er prognostiziert, dass sich das Gros der Luxemburger Olympiadelegation für Tokio 2020 aus Sportsoldaten zusammensetzen dürfte. Der beigeordnete Generalstabschef der Luxemburger Armee hebt aber auch einen anderen angenehmen Nebeneffekt hervor, den die Integration der besten Sportler in die Armee mit sich bringt. „Sportler wollen immer alles aus ihrem Körper herausholen. Diese Mentalität hat auf die restlichen Kandidaten in dieser Grundausbildung abgefärbt. Die sechs Sportler waren innerhalb der gesamten Gruppe verteilt und brachten mit sich, dass das globale Niveau in die Höhe ging.“

Die neuen Mitglieder der Elitesportsektion: Michel Erpelding, Julien Henx, Raphaël Stacchiotti, Pit Klein, Charles Grethen und Tiago da Silva (v.l.n.r.).
Die neuen Mitglieder der Elitesportsektion: Michel Erpelding, Julien Henx, Raphaël Stacchiotti, Pit Klein, Charles Grethen und Tiago da Silva (v.l.n.r.).
Foto: Pierre Matgé

Und die Sportler danken der Armee indirekt für diese Karrieremöglichkeit: Die drei besten Rekruten der 26. Session waren allesamt Sportler: die beiden Schwimmer Stacchiotti (1.) und Henx (2.) sowie Bogenschütze Klein (3.). Bester Sportler war Leichtathlet Grethen. Wenig überraschend ging der Preis für die beste Leistung im Kursus über Erste Hilfe daher auch an zwei Sportler, an Stacchiotti und Klein.

Mit Judoka Manon Durbach, die dieser Tage ihre Grundausbildung begonnen hat, steht übrigens bereits die nächste Sportlerin auf dem Sprung in den Elitesportkader.

AKTUELLE MITGLIEDER DES ELITESPORTKADERS

  • Jessica Berscheid (Fußball)
  • Bob Bertemes (Leichtathletik)
  • Dirk Bockel (Triathlon)
  • Tiago da Silva (Radsport)
  • Sarah De Nutte (Tischtennis)
  • Michel Erpelding (Boxen)
  • Marcel Ewen (Reiten)
  • Lis Fautsch (Fechten)
  • Charles Grethen (Leichtathletik)
  • Bob Haller (Triathlon)
  • Julien Henx (Schwimmen)
  • Pit Klein (Bogenschießen)
  • Alex Laurent (Basketball)
  • Christine Majerus (Radsport)
  • Robert Mann (Badminton)
  • Magaly Meynadier (Basketball)
  • Lynn Mossong (Judo)
  • Kari Peters (Langlauf)
  • Neil Peters (Triathlon)
  • Tim Schmit (Basketball)
  • Raphaël Stacchiotti (Schwimmen)
    (in alphabetischer Reihenfolge)

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