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Ein außergewöhnliches Endspiel
Sport 3 Min. 29.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Coupe de Luxembourg

Ein außergewöhnliches Endspiel

Auf Jerry Prempeh und Düdelingen wartet gegen Mondorf und Cédric Soares ein schweres Spiel.
Coupe de Luxembourg

Ein außergewöhnliches Endspiel

Auf Jerry Prempeh und Düdelingen wartet gegen Mondorf und Cédric Soares ein schweres Spiel.
Foto: Pierre Matgé
Sport 3 Min. 29.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Coupe de Luxembourg

Ein außergewöhnliches Endspiel

Bob HEMMEN
Bob HEMMEN
Im Finale der Coupe de Luxembourg treffen F91 Düdelingen und Außenseiter Mondorf am Sonntag um 17 Uhr im Stade Josy Barthel aufeinander. Michel Leflochmoan hat hohen Respekt vor dem Endspielgegner.

von Andrea Wimmer

Am Sonntag gibt es um 17 Uhr im Stade Josy Barthel eine Premiere: F91 Düdelingen und die US Mondorf kämpfen im Endspiel der Coupe de Luxembourg um den Pokal. Das gab es noch nie. Für Mondorf ist der Finaleinzug der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Düdelingen gilt als klarer Favorit. Meistertrainer Michel Leflochmoan sieht das allerdings anders.

Schaut man nur auf die Zahlen, könnten die beiden Finalisten kaum gegensätzlicher sein. F91 hat gerade den zwölften Meistertitel geholt, die Pokaltrophäe gewann man bereits fünf Mal. Düdelingen steht seit dem ersten Pokalgewinn 2004 zum achten Mal in einem Endspiel, während für Mondorf schon das Erreichen des Halbfinales ein großer Schritt war. Düdelingen ist die erfolgreichste Luxemburger Fußballmannschaft der vergangenen zwei Dekaden. Mondorf kehrte erst vor zwei Spielzeiten nach 44 Jahren Abstinenz wieder in die höchste Spielklasse zurück. Das Budget der Düdelinger dürfte ein Vielfaches der Summe sein, die Mondorf zur Verfügung hat.

Doch Leflochmoan, der selbst schon vier Luxemburger Pokaltitel geholt hat, argumentiert mit den aktuellen Leistungen des Gegners, der die Saison auf Platz sieben beendet hat. „Es heißt immer, Mondorf sei eine ,kleine‘ Mannschaft. Aber zuletzt war Mondorf das wirklich nicht. Die Mondorfer waren in der Rückrunde eine der vier, fünf besten Mannschaften der Liga. Sie warfen RFCUL und Fola aus dem Pokal und kamen ins Finale. Für uns wird es ein hartes Spiel. Die Chancen stehen 50:50“, sagt der Franzose und spart nicht mit Komplimenten für den Konkurrenten: „Mondorf ist defensiv sehr gut organisiert. Die Mannschaft hat sehr, sehr gute Spieler. Über die Qualität des Mondorfer Kaders wird fast nie gesprochen. Aber der Verein hat in den vergangenen Jahren eine sehr gute Personalpolitik gemacht.“ Zudem sei der Finalgegner mental mächtig im Aufwind. „Die Mondorfer Spieler werden super motiviert sein, sie sind in einer positiven Spirale und daher voller Euphorie.“

Für Arno Bonvini sind die Rollen dennoch ganz klar verteilt: „Wir sind absoluter Außenseiter, darüber gibt es keine Diskussion. Wir haben eine tolle Rückrunde hinter uns. Aber jetzt geht es gegen den aktuellen Meister“, betont der Mondorfer Trainer und verweist auch auf die finanziellen Unterschiede zwischen den Clubs. „Die Spieler, die wir geholt haben, verfügen über Qualität. Aber es war auch häufig so, dass sie bei anderen Vereinen keine Chance hatten. Bei uns haben sie sich durchgebissen. Und dass sie nun so weit gekommen sind und Komplimente ernten, ist das Verdienst dieser Spieler“, meint er.

Mitspielen statt nur Wurst essen

Seine Mannschaft, die seit Mitte März von zwölf Pflichtspielen nur eines verlor, kann stolz auf den Finaleinzug sein. Und das möchte der Trainer seinen Akteuren auch vermitteln. „Es ist eine große Ehre, mit Düdelingen im Endspiel zu stehen. Ich habe meinen Spielern gesagt: ,Alle anderen müssen mit einer Cola und einer Wurst zuschauen. Aber ihr seid auf dem Platz.‘ Die Spieler sollen das Finale auch genießen, soweit das möglich ist“, so Bonvini. Eine gewisse Nervosität sei bei so einem Spiel nie zu vermeiden. „Aber wir sind nicht der Favorit und haben daher keinen Druck.“

Wir werden alles tun, um das Doublé zu holen.

Die Düdelinger haben noch ziemlich frische – unangenehme – Erinnerungen an den Finalgegner. Am vorletzten Ligaspieltag kam man in Mondorf nicht über ein 0:0 hinaus. Nach den zwei Niederlagen gegen Fola und Differdingen kostete der erneute Punktverlust beinahe den Meistertitel. In den vergangenen vier Wochen konnte F91 nicht mehr an die Erfolge einer bis dahin herausragenden Saison anknüpfen. Auch im Pokal tat man sich schwer. Gegen Käerjéng und Petingen musste Düdelingen in die Verlängerung.

Allerdings hat der Erfolg vom vergangenen Sonntag die wachsende Anspannung gelöst. „Ich hoffe, dass der Gewinn des Meistertitels es uns ermöglicht, im Finale etwas befreiter zu spielen“, so Leflochmoan. „Wir werden alles tun, um das Doublé zu holen. Wenn uns das gelingt, haben wir wirklich eine tolle Saison gespielt.“

Für Mondorf gilt das jetzt schon, auch wenn der Außenseiter nun natürlich auf die Chance hofft, einen Titel zu holen und damit sogar in den Europacup einzuziehen. Düdelingen hat Erfahrung mit Pokalendspielen, aber auch mit Finalniederlagen. In den vergangenen sechs Spielzeiten verlor F91 das Endspiel drei Mal gegen Differdingen, zuletzt zwei Mal hintereinander. Wenn es der starken Mondorfer Defensive gelingt, die gegnerischen Offensivkräfte erneut einzubremsen, ist alles möglich. Bonvini: „Auch ein Finale fängt bei 0:0 an.“


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