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Downhill-Mountainbike in Luxemburg

Downhill-Mountainbike in Luxemburg

Foto: Fabrizio Munisso
Sport 3 Min. 18.03.2014

Downhill-Mountainbike in Luxemburg

Sie rasen mit hoher Geschwindigkeit zu Tal. Natürliche Hindernisse wie Steine und Baumwurzeln werden geschickt umfahren oder für gewagte Sprünge benutzt. Mountainbike-Downhill ist in Luxemburg ist im Kommen.

(mz) - Sie rasen mit hoher Geschwindigkeit zu Tal und gehen dabei an die Grenzen von Mensch und Material. Natürliche Hindernisse wie Steine und Baumwurzeln werden geschickt umfahren oder für gewagte Sprünge benutzt. Mountainbike-Downhill ist europaweit im Kommen.

Im Mittel- und Hochgebirge sprießen die Bikeparks seit einigen Jahren wie Pilze aus dem Boden. Dabei befördern die Sessellifte die Fahrer ganz entspannt auf den Berg, von dem sie sich dann anschließend auf abgesperrten Wegen und Steigen hinunterstürzen. Die „Downhiller“ bewegen sich dabei stets am Limit, eine Unachtsamkeit kann schwerwiegende Folgen haben.

Fehler kann schlimme Folgen haben

„Downhill ist eine Extremsportart, risikoreich und gefährlich. Stürze gehören zum Sport dazu“, erklärt Sam Molitor, Mitglied des erst im November gegründeten Downhill & MTB Club in Reckingen/Mess. „Wenn man sich auf eine Abfahrt begibt, muss man sich der Gefahren bewusst sein, doch Angst sollte man keine haben, eher Respekt“, so der Jugendliche weiter.  „Man darf sich keinesfalls überschätzen, denn das kann schlimme Folgen haben“, fügt Michel Devos hinzu.

Er, sowie Sam und Ken Molitor sind leidenschaftliche Downhill-Fans und und oft im Ausland auf diversen Strecken unterwegs. Doch seit einiger Zeit kennen sie auch in Luxemburg die Möglichkeit, ihren Sport legal auszuüben, nämlich in Reckingen/Mess. „Es war halt so, dass wir in den Wäldern Strecken anlegten, ein Umstand der von den Gemeindeverantwortlichen sowie Förstern nicht gern gesehen ist. Wir wussten, dass wir dies illegal tun. Und so kam die Idee, eine genehmigte Piste anzufertigen, wie auch einen Verein zu gründen“, gibt Devos zu.

Langer Weg

Der Bau einer Downhill-Strecke stellte sich keineswegs als leicht heraus, standen die meisten Gemeinden der Idee skeptisch und ablehnend gegenüber. „Bis wir zum ersten Mal in Reckingen Hand anlegen konnten, verging einige Zeit. Zum einen musste eine Gemeinde gefunden werden, die sich bereit erklärte, unser Vorhaben zu unterstützen und zum anderen waren etliche Genehmigungen erforderlich, die recht lange auf sich warten ließen“, erklärt Präsident Jean-Paul Molitor und ergänzt: „Die Piste, deren Nutzung explizit unseren Vereinsmitgliedern vorbehalten ist, ist erst zu einem Drittel fertig, doch endlich haben wir grünes Licht bekommen und können die restlichen zwei Drittel der Strecke in Angriff nehmen.“ Dass die „Downhiller“ nach der Abfahrt wieder zu Fuß zum Start gehen müssen, gehört zu den etwas weniger erfreulichen Nebenerscheinungen der Ausübung hierzulande, die die Jugendlichen aber gerne in Kauf nehmen, freuen sie sich „endlich die Möglichkeit zu haben, ihren Sport legal auszuüben.“

„Der besondere Kick“

„Es ist eine Sportart, die nicht jeder ausübt. Die Geschwindigkeit, die unterschiedlichen Streckenschwierigkeiten sowie das Gefühl, das man kennt, nachdem man die Abfahrt gemeistert hat, machen für mich den Reiz aus und verleihen mir den besonderen Kick“, hat Devos die Faszination des Downhills schnell ausgemacht.

„Für mich war Mountainbike zu langweilig. Beim Downhill komme ich voll auf meine Kosten. Die eigenen Grenzen darf man dabei aber nicht überschreiten“, entgegnet Ken Molitor.

Der Sicherheit muss bei diesem Extremsport demnach große Bedeutung beigemessen werden. Schutzkleidung inklusive Protektoren sowie ein Integralhelm, welcher häufig von einem Nackenschutz ergänzt wird, sind unverzichtbar. Nicht nur auf technischer, sondern auch auf konditioneller Ebene wird dem Fahrer einiges abverlangt. Kraft und Ausdauer sind von enormer Wichtigkeit, absolviert der Fahrer die Abfahrten fast komplett im Stehen, wie auch die Arme stets am Arbeiten sind. Auch auf mentaler Ebene wird dem Fahrer viel abverlangt, gilt es die Konzentration bis zum letzten Meter aufrecht zu erhalten, um nicht zu stürzen.

Sport für jedermann

Auch wenn die Piste in Reckingen/Mess für einen Laien harmlos erscheint, so ist sie keineswegs zu unterschätzen. Sie kennt jedoch den Vorteil, dass sie so angelegt ist, dass jedermann, ob nun Anfänger oder Könner, sich an die Abfahrt heranwagen kann. Auch vom Alter her, sind keine Grenzen gesetzt. Während die Anfänger zunächst die Basisfertigkeiten des Mountainbikefahrens erlernen und so Schritt für Schritt an das Downhillfahren herangeführt werden, geht es für Könner sofort ans Eingemachte. „Jede Abfahrt sollte zunächst besichtigt werden, um sich so deren Tücken und Schwierigkeiten einzuprägen“, appelliert Präsident Jean-Paul Molitor.