Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Die Topteams der Formel 1 sind bereit
Lewis Hamilton will seinen Titel verteidigen.

Die Topteams der Formel 1 sind bereit

Foto: AFP
Lewis Hamilton will seinen Titel verteidigen.
Sport 3 Min. 22.03.2018

Die Topteams der Formel 1 sind bereit

Nach den Testwochen in der Formel 1 deutet nicht viel darauf hin, dass sich die Hierarchie in dieser Saison verändern wird.

(sid) - Am Sonntag (von 7.10 Uhr Luxemburger Zeit an) starten Weltmeister Lewis Hamilton, Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. in Australien in die neue Formel-1-Saison. Wer ist gut drauf? Wer muss nachlegen?

Mercedes

Bildlich gesprochen, hat Mercedes bei den Winter-Testfahrten nicht einmal die Aufwärmjacke abgelegt. Der Weltmeister-Rennstall der vergangenen vier Jahre beeindruckte mit bärenstarken Rennsimulationen. Weltmeister Lewis Hamilton und Valtteri Bottas ließen, anders als der große Rivale Ferrari, nicht ein einziges Mal den schnellsten Reifensatz aufziehen - das spricht für gigantisches Selbstbewusstsein. Mercedes wird (mal wieder) das Team sein, das es zu schlagen gilt.

Ferrari

Auch der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel kam mit seiner "Roten Göttin" gut durch die Tests. Keine Macken, dazu die absolute Bestzeit beim achttägigen Probelauf. Trotzdem war Vettel keineswegs gut gelaunt vor dem Abflug nach Melbourne. Zu groß ist die Sorge, dass Mercedes und womöglich auch Red Bull der Scuderia voraus sind. Sollte sich der Eindruck beim "scharfen" Start in Australien bestätigen, dürfte es bei Ferrari schnell ungemütlich werden.

Red Bull

Erstmals seit Jahren scheint der frühere Weltmeisterrennstall schon zum Saisonstart über einen Boliden für Spitzenresultate zu verfügen. Wenn alles zusammenpasst, können Max Verstappen und Daniel Ricciardo aus dem Vorjahresduell Rot gegen Silber einen ganzjährigen Dreikampf machen - und auch der Fahrer-WM noch mehr Würze verleihen. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter der Power und der Standfestigkeit des Renault-Motors.

Force India

Das Überraschungsteam der vergangenen beiden Jahre gehörte bei den Tests zu den Verlierern. Keine Ausreißer nach oben, dafür diverse Problemchen. Nach zwei vierten Plätzen in der Konstrukteurswertung hintereinander wird der kleine Rennstall gegen die finanzkräftigere Konkurrenz um Renault und McLaren einen schweren Stand haben.

Williams

Das frühere Weltmeisterteam befindet sich in einem Teufelskreis: Weil das Geld fehlt, wurden beide Stammcockpits an Bezahlfahrer vergeben. Doch der 19-jährige Kanadier Lance Stroll und Rookie Sergey Sirotkin aus Russland sind den Beweis fahrerischer Extraklasse noch schuldig geblieben. Damit zeigt die Tendenz weiter nach unten.

Renault

Das Team um den Deutschen Nico Hülkenberg will 2020 um die WM fahren. Diese Zielsetzung mag ambitioniert erscheinen, doch vor ihrer dritten Saison nach dem Formel-1-Comeback scheinen die Franzosen tatsächlich den nächsten Schritt gemacht zu haben. Die Vorstellung bei den Tests in Barcelona war mehr als ordentlich. Der Sprung auf Platz vier - allerdings mit einigem Rückstand auf Mercedes, Ferrari und Red Bull - scheint möglich.

Toro Rosso

Ein weiterer kleiner Gewinner der Testfahrten war Toro Rosso. Die kleine Schwester von Red Bull hat von McLaren den ungeliebten Motorpartner Honda "geerbt" - und war in Barcelona mit dem japanischen Aggregat im Heck überraschend gut und konstant unterwegs. Zum Schwachpunkt könnte die relativ unerfahrene Fahrerpaarung Pierre Gasly (F) und Brendon Hartley (NZL) werden.

Haas

Der Ferrari-Kunde ist dem großen Partner in Barcelona bemerkenswert nahe gekommen. Was bei der Scuderia die Alarmglocken ertönen ließ, ist für das US-Team eine tolle Nachricht. Im dritten Formel-1-Jahr dürfte Haas regelmäßig im Kampf um Punkte mitmischen.

McLaren

Die Seuche findet kein Ende: Bei den Testfahrten war McLaren mit sechs Defekten an acht Tagen der "Pannenkönig", Ex-Weltmeister Fernando Alonso flüchtete sich schon wieder in den gewohnten Zynismus. Die Standfestigkeit scheint auch im Jahr eins nach Honda das große Manko zu sein. Da nützt es wenig, dass McLaren bei der Pace offenbar zugelegt hat.

Sauber

Mit dem strategischen Partner Alfa Romeo will das Team weg vom letzten Platz. Euphorie ist zwar nach den ersten Eindrücken nicht angebracht, doch zumindest der Anschluss ans Mittelfeld scheint hergestellt. Rookie und Ferrari-Junior Charles Leclerc muss bei allem Talent erst noch im Haifischbecken Formel 1 ankommen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Formel 1: Auch letztes Cockpit besetzt
Nachdem der Indonesier Rio Haryanto als Manor-Fahrer feststeht, sind alle Cockpits in der Formel 1 besetzt. Mercedes gilt erneut als klarer Favorit im Kampf um den Titel.
Rio Haryanto wurde am Donnerstag von Manor vorgestellt.
Formel-1: Vettel verlässt Red Bull
Der Weltmeister stellt die Königsklasse auf den Kopf: Sebastian Vettel verlässt seinen Rennstall Red Bull Racing und könnte nun mit dem Wechsel zu Ferrari für den spektakulärsten Transfer der jüngeren Formel-1-Vergangenheit sorgen.
Sebastian Vettel