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Die Super League ist gescheitert
Sport 1 2 Min. 21.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Die Super League ist gescheitert

Brightons Alexis MacAllister trägt vor dem Spiel gegen Chelsea ein T-Shirt, um gegen die Super League zu protestieren.

Die Super League ist gescheitert

Brightons Alexis MacAllister trägt vor dem Spiel gegen Chelsea ein T-Shirt, um gegen die Super League zu protestieren.
Foto: AFP
Sport 1 2 Min. 21.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Die Super League ist gescheitert

Europas Clubfußball atmet auf. Nach dem Abschied der englischen Teams steht fest, dass es die Super League nicht geben wird.

(dpa) - Die Pläne von zwölf europäischen Fußball-Topclubs für eine Super League sind krachend gescheitert. In der Nacht zum Mittwoch gaben die englischen Teams ihren Rückzug von dem Vorhaben bekannt und hatten großen Anteil an der Totgeburt.

Dies erfuhr die französische Nachrichtenagentur AFP aus dem Umfeld von Hauptinitiator und Juventus-Präsident Andrea Agnelli. Demnach werden die Pläne für die neue Eliteliga im europäischen Fußball nach dem Rückzug der sechs englischen Teams verworfen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin öffnete den Vereinen bereits die Tür für die Rückkehr in die Wettbewerbe der Europäischen Fußball-Union.


Brighton's Spanish goalkeeper Robert Sanchez wears an anti-European Super League t-shirt as he warms up ahead of the English Premier League football match between Chelsea and Brighton and Hove Albion at Stamford Bridge in London on April 20, 2021. (Photo by NEIL HALL / POOL / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 120 images. An additional 40 images may be used in extra time. No video emulation. Social media in-match use limited to 120 images. An additional 40 images may be used in extra time. No use in betting publications, games or single club/league/player publications. /
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Zuvor hatten sich die Reihen der Rebellen gelichtet. Als erster der Initiatoren hatte Manchester City am Dienstagabend seine Teilnahme wieder abgesagt. Dem folgten die anderen fünf englischen Mitgründer FC Liverpool, Manchester United, FC Arsenal, Tottenham Hotspur und FC Chelsea.  Atletico Madrid sowie die italienischen Spitzenklubs Inter Mailand und AC Mailand schlossen sich den englischen Vereinen am Mittwoch an und teilten ihren Verzicht auf die Teilnahme mit.

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„Wir haben einen Fehler gemacht und wir entschuldigen uns dafür“, hieß es in einem Tweet des FC Arsenal. Der FC Chelsea schrieb: „Nachdem wir uns der Gruppe Ende letzter Woche angeschlossen haben, hatten wir jetzt Zeit, uns eingehend mit der Angelegenheit zu befassen und wir haben entschieden, dass unsere fortgesetzte Teilnahme an diesen Plänen nicht im besten Interesse des Clubs, unserer Fans und der breiteren Fußballgemeinschaft ist.“

Zwölf europäische Spitzenclubs hatten in der Nacht zum Montag die Gründung einer milliardenschweren Super League angekündigt. Diese stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League der Europäischen Fußball-Union UEFA. Aus der Bundesliga hatte sich kein Club der Super League angeschlossen, auch Frankreichs Serienmeister Paris SG hatte eine Teilnahme abgelehnt. Finanziert werden sollte das Projekt durch die US-Großbank JPMorgan.


20.04.2021, Großbritannien, London: Yves Bissouma von Brighton and Hove Albion trägt vor dem Premier-League-Spiel an der Stamford Bridge, London, ein Trikot mit der Aufschrift «Football is for the Fans», das sich gegen die geplante europäische Super League richtet. Foto: Neil Hall/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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In England, der Heimat der Hälfte der zwölf Gründerclubs, drohte Premierminister Boris Johnson mit scharfen Sanktionen. Er kündigte in der „Sun“ an, dem „lächerlichen“ Milliardenprojekt die Rote Karte zu zeigen. Sein Sportminister Oliver Dowden stellte im Parlament drastische Ideen vor, um die Big Six, die englischen Spitzenvereine, von einer Teilnahme abzuhalten. Sogar Prinz William - Präsident des nationalen Verbandes FA - mischte sich ein.

Auch nationale Verbände und viele andere Clubs kritisierten die Pläne massiv. Die UEFA um ihren Präsidenten Aleksander Ceferin hatte die Initiatoren der Super League scharf attackiert und mit harten Sanktionen gedroht. Die Clubs sollten aus der Champions League ausgeschlossen werden, ihren Nationalspielern drohte eine Sperre für die Europameisterschaft im Sommer.

Dem europäischen Clubfußball drohte eine Schlammschlacht vor Gericht, möglicherweise schon vor dem Halbfinale der aktuellen Champions-League-Saison Anfang Mai. Diese Gefahr scheint nun gebannt. Sowohl Regierungschef Johnson wie auch UEFA-Chef Ceferin begrüßten die Rückzugspläne der Mitgründer.   

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