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Didier und Drucker wollen sich ganz vorne zeigen
Sport 3 Min. 31.08.2016 Aus unserem online-Archiv
Interviews am Ruhetag der Vuelta a Espana

Didier und Drucker wollen sich ganz vorne zeigen

Laurent Didier (l.) und Jempy Drucker verlieren auch im Hochgebirge nicht die gute Laune.
Interviews am Ruhetag der Vuelta a Espana

Didier und Drucker wollen sich ganz vorne zeigen

Laurent Didier (l.) und Jempy Drucker verlieren auch im Hochgebirge nicht die gute Laune.
Foto: cyclingpix.lu
Sport 3 Min. 31.08.2016 Aus unserem online-Archiv
Interviews am Ruhetag der Vuelta a Espana

Didier und Drucker wollen sich ganz vorne zeigen

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Laurent Didier und Jempy Drucker konnten sich bei der Vuelta a Espana noch nicht allzu sehr in Szene setzen. Doch die beiden Radprofis sind hungrig – und wollen auf Siegesjagd gehen. Am ersten Ruhetag schilderten sie ihre Eindrücke.

(jg) - Laurent Didier (Trek-Segafredo) und Jempy Drucker (BMC) vertreten die Farben des kleinen Großherzogtums bei der großen Spanien-Rundfahrt. Dass die beiden auf dem sehr anspruchsvollen Terrain mit nicht weniger als zehn Bergankünften einen schweren Stand haben würden, war im Vorfeld gewusst.

Bislang blieb das große Ausrufezeichen des FSCL-Duos dann auch aus. In Erinnerung haben sich die Freunde auf den ersten zehn Etappen dennoch gerufen. Drucker genießt einige Freiheiten, was die Sprintankünfte angeht und mischte auch bereits vorne mit: Ein achter und ein neunter Platz stehen bereits zu Buche. Didier sucht den Sprung in die Ausreißergruppen.

Der Start in die Rundfahrt verlief für Drucker alles andere als optimal: „Die ersten Tage fühlte ich mich überhaupt nicht gut, die Hitze machte mir sehr zu schaffen. Ich habe mir Sorgen gemacht und die Frage gestellt, ob und wie ich diese Vuelta überhaupt beenden könne. Diese Phase ist aber nun vorbei, die vergangenen Tage lief es immer besser. Auch das Selbstvertrauen ist wieder gestiegen.“

Noch vier Chancen

Auf den verbleibenden elf Abschnitten sollten sich dem 29-Jährigen noch vier weitere Gelegenheiten auf eine Topplatzierung bieten. „Ich fühle mich noch recht ordentlich. Auch im vergangenen Jahr verkraftete ich die Anstrengungen bei der Vuelta gut und verfügte in der letzten Woche noch über Reserven. Ich gebe also nicht auf und werde mein Glück weiter versuchen“, erklärte Drucker am Abend des ersten Ruhetags. Allerdings sei es in den Sprints nicht ganz einfach und recht chaotisch, da kein Team einen richtigen Sprintzug aufzieht. „Gianni Meersman ist wohl der schnellste Fahrer im Peloton. Dahinter ist aber alles möglich“, erklärt Drucker.

Jempy Drucker konzentriert vor dem Start einer Etappe.
Jempy Drucker konzentriert vor dem Start einer Etappe.
Foto: cyclingpix.lu

Bislang fällt auf, dass viele Tagessiege an mutige Ausreißer gingen. „Die Topteams lassen viele Gruppen ziehen. Vielleicht ist das auch meine Chance. Ich möchte mich zeigen“, gibt der BMC-Profi zu verstehen.

Ziel der Mannschaft bleibt ein Etappensieg – diesen hatte sie am ersten Tag im Mannschaftszeitfahren verpasst. Allerdings schielt man auch auf die Gesamtwertung. BMC will Samuel Sanchez (E), aktuell Zehnter (auf 3'20''), zum Verbleib in den Top Ten verhelfen.

Didier und die Zukunft

Ruhetage sind bei großen Rundfahrten stets auch immer Gelegenheiten für Vertragsverhandlungen und Gespräche. Eine Situation, die besonders auf Didier zutrifft. Der 32-Jährige verfügt weiterhin nicht über einen Kontrakt für die kommende Saison! Allmählich wir die Zeit eng – auch und vor allem, weil sein Arbeitgeber bereits viele Vertragsverlängerungen unter Dach und Fach gebracht und einige Neuzugänge wie Gregory Daniel (USA), Mads Pedersen (DK), Ruben Guerreiro (P), Koen de Kort (NL), John Degenkolb (D) und Mathias Brändle (A) offiziell bestätigt hat.

Das Trek-Segafredo-Aufgebot im Hinblick auf 2017 hat also längst Form angenommen. Die freien Plätze werden rar. Doch Didier muss weiter abwarten, Gespräche wurden noch nicht geführt: „Unser Manager Luca Guercilena ist erst am Dienstag zu uns gestoßen. Ich gehe davon aus, dass wir in den kommenden Tagen miteinander reden werden.“ Was die Spanien-Rundfahrt angeht, so war Didier bislang sehr aktiv. Er hat ein klares Ziel und möchte weitere Male den Sprung in Ausreißergruppen schaffen: „Ich versuche jeden Tag, zu attackieren. Es ist allerdings nicht leicht und man muss den richtigen Moment erwischen. Dazu gehört neben Können auch eine Menge Glück.“

Laurent Didier peilt mit seinem Team Trek-Segafredo einen Etappensieg an.
Laurent Didier peilt mit seinem Team Trek-Segafredo einen Etappensieg an.
Foto: cyclingpix.lu

Didier fühlt sich noch gut. Lediglich auf der sechsten Etappe, als er den richtigen Coup erwischt hatte, sowie bei einigen Sprintankünften, ist er im Finale Vollgas gefahren. „Wenn ich sehe, dass ich keine Chance auf eine gute Platzierung habe, schone ich meine Kräfte“, so der 32-Jährige, der sich bewusst ist, dass die zweite Rennwoche die schwerste der Vuelta sein wird. Die Zielsetzung der Mannschaft ähnelt der des Teams BMC: Ein Etappensieg soll her, zudem soll Fabio Felline (I/18. auf 5'50'') in der Gesamtwertung noch weiter nach vorne rücken.


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