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Deutschland startet mit Niederlage gegen Japan in die WM
Sport 3 Min. 23.11.2022
Fußball-WM

Deutschland startet mit Niederlage gegen Japan in die WM

Kai Havertz steht jetzt mit Deutschland unter Druck.
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Deutschland startet mit Niederlage gegen Japan in die WM

Kai Havertz steht jetzt mit Deutschland unter Druck.
Foto: dpa
Sport 3 Min. 23.11.2022
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Deutschland startet mit Niederlage gegen Japan in die WM

WM-Fehlstart für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft: Das Team von Bundestrainer Hansi Flick steht damit wie schon 2018 vor dem Aus in der Vorrunde.

(sid) – Hansi Flick saß mit versteinerter Miene auf der Bank, seine Signale zeigten keine Wirkung mehr. Die deutsche Nationalmannschaft hat zwar mit einer starken „Maulkorb“-Geste ein bemerkenswertes Zeichen gesetzt, die Jagd nach dem fünften WM-Stern begann allerdings wie beim Desaster 2018 mit einer schlimmen Niederlage. Gegen den viermaligen Asienmeister Japan unterlag die DFB-Auswahl 1:2.

Ritsu Doan (76.') und Takuma Asano (83.') verdarben der defensiv wackeligen deutschen Mannschaft den Einstieg ins Turnier. Ilkay Gündogan, der den Vorzug vor Leon Goretzka erhalten hatte, hatte den viermaligen Weltmeister per Foulelfmeter in Führung (33.') gebracht, die folgende Überlegenheit mit vielen guten Chancen blieb aber ertraglos. Gegen Spanien am Sonntag steht Flicks Auswahl unter Siegzwang.

Beim Teamfoto halten sich die deutschen Spieler die Hand vor den Mund.
Beim Teamfoto halten sich die deutschen Spieler die Hand vor den Mund.
Foto: dpa

Im Streit mit der FIFA um die „One Love“-Binde wollte sich die Mannschaft mit ihrem Kapitän Manuel Neuer den Mund nicht verbieten lassen – beim Teamfoto vor dem Anpfiff legten sich die Spieler im stillen Protest die Hand vor die Lippen. Das vom Weltverband kontrollierte TV-Weltbild zeigte die beeindruckende Szene nicht – sie ging dennoch im Netz um die Welt. Danach war allerdings auch im Khalifa-International-Stadion nicht zu übersehen, dass die deutsche Mannschaft mit den flinken Japanern mehr Probleme hatte, als ihr lieb sein konnte. Vor allem die deutsche Defensive wirkte indisponiert.

In der Abwehr setzte Flick auf Niklas Süle, Antonio Rüdiger und Nico Schlotterbeck, mit ihnen plante er „einen gezielten Dreier-Aufbau, ohne ins offene Messer zu laufen“, wie er vor dem Spiel in der ARD verriet. Das wäre schon früh beinahe schiefgegangen, in der fahrigen deutschen Anfangsphase kam Japan nach einem Ballverlust Gündogans zu einem Treffer durch Daizen Maeda (8.'), der jedoch wegen Abseits aberkannt wurde. Ein Warnschuss war dies aber allemal.

Gündogan war von Flick beauftragt worden, an der Seite von Joshua Kimmich im Mittelfeld die Fäden zu ziehen. Auch für die Offensive hatte der Bundestrainer klare Vorstellungen. Vorn sollten es Thomas Müller als Zehner, Jamal Musiala, Serge Gnabry und Kai Havertz als Sturmspitze richten – der angeschlagene Leroy Sané fiel als Alternative aus. „Wir versuchen“, sagte Flick, „flexibel, variabel zu agieren, ich bin gespannt, wie sie es umsetzen.“


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Die ersten Torannäherungen gelangen Rüdiger per Kopf (17.') und Kimmich, dessen Weitschuss Torhüter Shuichi Gonda mit Bravour parierte (20'). Die Japaner, die mit fünf Spielern aus der Bundesliga begannen, machten der DFB-Auswahl das Leben schwer. Kimmich und Gündogan wurden fortlaufend attackiert. Hinzu kamen einfache Ballverluste, die von den Blauen Samurai dankend angenommen wurden. Flick musste vor allem Schlotterbeck früh seinen Unmut kundtun.

Nach 25 Minuten war die DFB-Auswahl im Spiel, vor dem japanischen Tor ging es zunehmend turbulent zu, und dann hatte Gündogan freie Schussbahn: Nach einem Foul von Torwart Gonda an David Raum war der folgende Elfmeter unstrittig, der Kapitän von Manchester City trat ihn mittig ins Tor. Danach war Deutschland überlegen, versäumte es aber, den Vorsprung auszubauen. Ein Treffer von Havertz kurz vor der Pause wurde wegen Abseits aberkannt.

Takuma Asano erzielt das entscheidende Tor für Japan.
Takuma Asano erzielt das entscheidende Tor für Japan.
Foto: AFP

Chancen, auch sportlich ein Ausrufezeichen zu setzen, gab es genug: Ein Schuss von Gnabry streifte die Latte (47.'), nach einem unwiderstehlichen Tanz gegen sechs Gegenspieler schoss Musiala über das Tor (52.), Gündogan traf den Außenpfosten (60.). Wenn sich die deutsche Mannschaft etwas vorzuwerfen hatte neben der schlechten Defensivleistung, dann dies: Trotz großer Überlegenheit und einer doch großen Anzahl an guten Möglichkeiten fehlte ein zweiter Treffer.

Dass sich gegen die Japaner keine Nachlässigkeiten erlaubt werden dürfen, wurde allerdings auch immer wieder offenbar - ebenfalls kurz vor der Pause hätte Maeda beinahe den Ausgleich erzielt. Dieser und der Siegtreffer fielen dann einer erheblichen Leistungssteigerung der Japaner und den latenten Nachlässigkeiten der deutschen Abwehr.

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