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Deutschland - Niederlande abgesagt
Sport 3 Min. 17.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Hinweis auf drohendes Attentat

Deutschland - Niederlande abgesagt

In Hannover wird der Ball heute nicht rollen.
Hinweis auf drohendes Attentat

Deutschland - Niederlande abgesagt

In Hannover wird der Ball heute nicht rollen.
Foto: AFP
Sport 3 Min. 17.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Hinweis auf drohendes Attentat

Deutschland - Niederlande abgesagt

Das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden ist abgesagt worden. Es gebe einen Hinweis auf ein drohendes Attentat, der ernst genommen werden müsse.

(sid) - Das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover ist abgesagt. Das bestätigte die Polizei Hannover knapp anderthalb Stunden vor dem geplanten Anpfiff. "Das Spiel ist abgesagt. Die Zuschauer werden gerade gebeten, das Stadion zügig, aber ohne Panik zu verlassen", sagte eine Polizeisprecherin. Es gebe einen Hinweis auf ein drohendes Attentat, der ernst genommen werden müsse. „Wir haben konkrete Hinweise gehabt, dass jemand im Stadion einen Sprengsatz zünden wollte“, sagte Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe. „Der entscheidende Hinweis hat uns circa 15 Minuten nach Öffnung der Tore erreicht.“

Eine Stunde zuvor hatte die Polizei wegen des Fundes eines verdächtigen Gegenstandes einen Bereich vor dem Stadion abgesperrt. Nach eingehender Kontrolle wurde zu diesem Zeitpunkt noch Entwarnung gegeben.

Nur teilweise Panik

Rund ums Stadion waren überall Blaulicht und Sirenen. Panik entstand nur teilweise, größtenteils verlief die Evakuierung zügig und ruhig. Rund ums Stadion wurden alle Autos kontrolliert, es bildeten sich kilometerlange Staus, der Verkehr stand teilweise nahezu still.

"Sicherheit geht immer vor. Es ist eine Befürchtung, die man immer hat. Ich vertraue der Polizei, dass sie hier die richtige Entscheidung getroffen hat. Wenn eine Gefährdungslage vorliegt, dann müssen solche Schritte eingeleitet werden", sagte Hannovers Bürgermeister Stefan Schostok.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft war zum Zeitpunkt der Absage des Länderspiels gegen die Niederlande noch nicht im Stadion. Der Deutsche Fußball-Bund machte danach keine Angaben, wo das Team hingebracht wurde. Die Mannschaft war von ihrem Quartier in Barsinghausen aus zum Stadion gefahren.

Vier Tage nach den Terrorangriffen in Paris während des Länderspiels der DFB-Elf im Stade de France gegen Frankreich am Freitag galt für die Begegnung gegen den WM-Dritten aus den Niederlanden in Hannover die höchste Sicherheitsstufe. Unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und weitere hochrangige Politiker hatten ihr Kommen angekündigt.

Großräumige Suche

Nach der Absage des Fußballspiels durchsuchten Sondereinsatzkräfte der Polizei das Stadion und umliegende Gelände. Polizeipräsident Volker Kluwe sagte in der ARD, es sei nicht klar, was mögliche Terroristen nach der Absage des Spiels nun alternativ tun würden.

Die Polizei war bereits direkt nach der Absage des Spiels mit unzähligen Mannschaftswagen vorgefahren, das Gebiet ist nach Angaben von Augenzeugen weiträumig abgesperrt worden. Vermummte und schwer bewaffnete Einsatzkräften rannten in das Stadion.

Die Besucher vor dem Stadion hatten das Gebiet zügig verlassen. Ein Sprecher des Nahverkehrs berichtete gegen 21.30 Uhr, Busse und Bahnen führen wieder normal.

Bundesinnenminister de Maiziere nennt keine Details

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat nach der Absage keine Details zu den Hintergründen genannt. Die Absage sei "aus Gründen des Schutzes der Bevölkerung" erfolgt.

"Die Hinweise auf die Gefährdung des Fußballspiels haben sich im Laufe des Abends so verdichtet, dass wir nach Abwägung dringend empfohlen haben, dieses Länderspiel abzusagen", sagte de Maiziere während einer Pressekonferenz in Hannover: "Die Quelle und das Ausmaß der Gefährdung möchte ich nicht weiter kommentieren."

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius sagte: "Eine Austragung des Spieles wäre nicht zu verantworten gewesen." DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball sprach von einem "traurigen Tag für Deutschland und den deutschen Fußball".

Weitere Absage

Wegen Terrorgefahr ist am Dienstagabend ebenfalls ein Konzert des Saxophonisten Maceo Parker in Hannover abgesagt worden. Die Polizei habe ihm die Absage empfohlen, sagte Musikveranstalter Gerd Kespohl am Abend der Deutschen Presse-Agentur. Das Konzert im Kulturzentrum Pavillon sollte um 20.00 Uhr beginnen, es sei um 20.20 Uhr abgesagt worden, sagte Kespohl. Rund 900 Besucher waren zu der Veranstaltung gekommen.