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Der richtige Modus
Leitartikel Sport 2 Min. 21.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Der richtige Modus

Leitartikel Sport 2 Min. 21.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Der richtige Modus

Kevin ZENDER
Kevin ZENDER
Der Zuschauerschwund machte in den vergangenen Jahren auch vor den populären Sportarten hierzulande nicht halt.

Der Zuschauerschwund machte in den vergangenen Jahren auch vor den populären Sportarten hierzulande nicht halt. Ursachenforschung wurde oder wird betrieben, doch den wahren Kern des Übels zu finden, ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit, da die Gründe oft vielseitig sind. Indizien findet man jedoch zweifelsohne.

Jeder Sportbegeisterte hat andere Interessen. Der eine liebt es, spektakuläre Sportarten zu verfolgen, der andere bevorzugt die Spannung, manche legen viel Wert auf die Ästhetik und wiederum andere mögen es einfach, anderen Leuten zuzusehen, während diese an ihre physischen und psychischen Grenzen gehen. Dies sind nur einige Beispiele an Argumenten, die das Publikum in die Halle oder an den Rand des Spielfelds locken.

Eine wichtige Rolle kommt jedoch auch dem Spielmodus zu. Im nationalen Fußball wurde beispielsweise das sogenannte Play-off 2006 abgeschafft. Die erste Liga wurde auf 14 Teams aufgestockt und der Meister wird nach Hin- und Rückrunde ermittelt. Dieses System hat sowohl zahlreiche Befürworter als auch Kritiker.

Der Landesmeister im Basketball wird seinerseits wie in den Profiligen nach einer Halbfinal- und Finalserie gekürt. Daran wird sich auch in naher Zukunft nichts ändern. Derzeit werden zwar Diskussionen geführt, den Modus zu verändern. Jedoch scheint niemand bereit, an der Halbfinal- und Finalserie zu rütteln.

Den Teilnehmern am sogenannten „Final Four“ wird nämlich viel Geld in die Kassen gespült. Zu Halbfinalspielen und Endrundenpartien finden sich zahlreiche Zuschauer ein, sodass das Eintrittsgeld bei den Einnahmen der Vereine eine große Rolle spielt. Auch die Möglichkeit, zusätzliche Sponsoren für die heiße Phase in der Saison anzulocken, sind ein Argument für den aktuellen Modus. Die Serien sind ein Publikumsmagnet und bieten den Clubs demnach eine hervorragende Plattform, um sich und ihre Partner zu präsentieren.

Gegen dieses System spricht, dass nicht unbedingt das beste Team der Saison Meister wird. Jene Mannschaft, die während der Qualifikationsphase und in den Play-offs – deren Name streng genommen hier nicht verwendet werden darf – die besten Leistungen gezeigt hat, kann während des „Final Four“ eine Schwächephase erleben und um den verdienten Lohn gebracht werden.

Den Meister nach den zehn Spieltagen der Titelgruppe zu ermitteln, scheint dabei die für Luxemburgs Amateurliga vernünftigste Lösung zu sein, auch wenn diese (noch) nicht in Erwägung gezogen wird. Eine Abschaffung der Halbfinal- und Finalserie würde nämlich bedeuten, dass die Spiele der Normalrunde und der Titelgruppe an Wichtigkeit gewinnen würden. Kein Team könnte sich im Vergleich zur Gegenwart sorgenlos einen Ausrutscher erlauben, da dieser am Ende im Titelkampf entscheidend sein könnte.

Die Zuschauer wüssten um die Wichtigkeit jedes Spiels und würden wohl nicht erst bis zur entscheidenden Phase warten, um den Partien beizuwohnen. Hinzu kommt, dass sich zwei Topteams derzeit nicht weniger als acht Mal – Pokal inklusive – in einer Saison gegenüberstehen können, so dass sicherlich ein Teil der Attraktivität bei den Gipfeltreffen flöten geht.

Allen kann man es sicherlich nie recht machen. Allerdings sollte man sich auch bewusst werden, dass die NBA nicht als Luxemburger Vorbild geeignet ist.


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