Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Champions League: Treffen der Offensivgewalten
Sport 5 Min. 21.02.2017

Champions League: Treffen der Offensivgewalten

Der Spanier David Silva steht für Offensive - genau wie Gegner Monaco.

Champions League: Treffen der Offensivgewalten

Der Spanier David Silva steht für Offensive - genau wie Gegner Monaco.
Foto: AFP
Sport 5 Min. 21.02.2017

Champions League: Treffen der Offensivgewalten

Trainer Pep Guardiola ist als Motivator gefragt. Nach einer durchwachsenen Woche mit einem torlosen Remis im FA-Cup trifft Manchester City im Achtelfinale der Champions League auf den AS Monaco.

(dpa/sid) - Englands Hoffnungen ruhen auf Pep Guardiola und Manchester City. Der FC Arsenal ist nach dem 1:5 beim FC Bayern in der Champions League fast schon ausgeschieden, Fußballmeister Leicester City ist vor allem mit seinen Abstiegssorgen in der Liga beschäftigt. Der Premier-League-Zweite aus Manchester ist daher vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag gegen Ligue-1-Spitzenreiter AS Monaco „Englands größte Hoffnung auf einen Erfolg in der Champions League“, wie die Zeitung „The Guardian“ befand.

Dabei geht „City“ nach dem torlosen Remis im FA Cup bei Zweitligist Huddersfield Town mit 
gedämpften Erwartungen in die 
K.-o.-Phase der Königsklasse. Am Ende einer ohnehin durchwachsenen Woche, in der sich Hoffnungsträger Gabriel Jesus den Fuß brach und nun ein bis zwei Monate ausfällt, war Guardiola bemüht, die missglückte Generalprobe schönzureden. „Es war ein Pokalspiel gegen eines der besten Teams der zweiten Liga“, betonte er. „Das ist nicht frustrierend.“

Klar ist aber auch: Im allerersten Aufeinandertreffen mit Monaco muss er seine „Citizens“ zu einer deutlichen Leistungssteigerung motivieren. Der Tabellenführer der französischen Ligue 1 schloss die Vorrunde der Champions League als Gruppenerster ab – vor Bayer Leverkusen, Tottenham Hotspur und ZSKA Moskau. In der Liga spielt Monaco eine bärenstarke Saison und ist mit 76 Toren in 26 Spielen derzeit die torgefährlichste Mannschaft in Europas Topligen.

Wir hoffen, dass wir nicht den besten Falcao sehen und er nicht trifft

Allein 16 Mal traf Stürmer Falcao, der als Leihgabe in England bei Manchester United und Chelsea nicht zurechtkam, nun aber in Topform ist. „Wir müssen auf ihn aufpassen“, warnte „City“-Torwart Caballero. „Wir hoffen, dass wir nicht den besten Falcao sehen und er nicht trifft.“ Die Abwehr von „ManCity“ konnte in dieser Saison nicht immer überzeugen. Doch in den vergangenen fünf Pflichtspielen kassierte sie nur ein Gegentor. Die Mannschaft ist trotz schwankender Leistungen seit mehreren Wochen ungeschlagen und gewann in der Premier League zuletzt drei Mal in Serie.

Angesichts von acht Punkten Rückstand auf Spitzenreiter FC Chelsea und nur vier Zählern Vorsprung auf Platz sechs hat 
Guardiola die Meisterschaft aber bereits öffentlich abgehakt. Die 
direkte Qualifikation für die Champions League ist das erklärte Ziel.

Guardiolas Blick richtet sich bereits auf die nächste Saison und auf weitere Umbaumaßnahmen in seinem Team. Das sorgt für Unruhe. Nach sechs Jahren scheint Agüeros Zeit bei Manchester City abzulaufen. Der Angreifer war bei Guardiola seit der Ankunft von Gabriel Jesus nicht mehr erste Wahl. Nach dem Ausfall des Brasilianers ist der Argentinier plötzlich wieder gefragt – bis auf Weiteres. Wie sich die Situation auf seine Motivation auswirkt, konnte man in Huddersfield sehen, wo Agüero nichts gelang. Und Monaco ist ein anderes Kaliber.

Leverkusens Torjäger Javier Hernandez will Atletico das Fürchten lehren.
Leverkusens Torjäger Javier Hernandez will Atletico das Fürchten lehren.
Foto: AFP

Mit mehr Selbstvertrauen aus der Liga geht Leverkusen ins Achtelfinale: Nachdem das Team mit zuletzt zwei Bundesligasiegen den Abwärtstrend gestoppt und damit auch die Diskussionen um Trainer Roger Schmidt vorerst beendet hat, will der Club auch in der Champions League für Furore sorgen. „Wir sind selbstbewusst und wollen richtig Gas geben“, sagte ein kämpferischer Bellarabi vor dem Hinspiel gegen den Finalisten aus dem vergangenen Jahr, Atletico Madrid.

Der deutsche Nationalspieler, der am Freitag mit seinem Führungstreffer beim 3:1 gegen den FC Augsburg das 50 000. Tor in der Bundesliga-Historie erzielte, ist sich aber über die Schwere der Aufgabe bewusst: „Es wird ein richtig hartes Spiel“, äußerte der Offensivspieler, betonte aber auch: „Wir sind gut gerüstet und wollen alles rausholen.“

Mittelfeldmotor Kampl unterstrich kurz vor dem Abschlusstraining das gestiegene Selbstvertrauen: „Wir freuen uns alle auf das Spiel und wollen viel Spaß haben.“ Für Trainer Schmidt ist die gute Stimmung im Team ein entscheidender Faktor: „Ich habe vor dem Training nur strahlende Gesichter gesehen. Wir gehen nach den jüngsten Siegen mit viel Überzeugung und Selbstvertrauen und vor allem viel Freude in die Partie. Wir wollen mit großer Überzeugung und mit sehr viel Leidenschaft auftreten.“

Auch Kapitän Bender, hinter dessen Einsatz wegen muskulärer Probleme noch ein Fragezeichen steht, strahlt vor dem neuerlichen Kräftemessen mit dem zehnmaligen spanischen Meister im Interview mit dem Fachmagazin „kicker“ Optimismus aus: „Wir haben vor zwei Jahren gesehen, dass wir sie packen können. Wenn wir an die absolute Leistungsgrenze gehen, sind wir in der Lage, so eine Mannschaft zu packen.“

Gameiros Rekord-Hattrick

2015 hatte Bayer zu Hause 1:0 gewonnen, in Madrid dann nach einem 0:1 im Elfmeterschießen mit 2:3 das Nachsehen. „Wir haben schon vor zwei Jahren gezeigt, dass wir gegen sie bestehen können“, sinnierte Sportchef Rudi Völler, der nach den jüngsten Erfolgen in Augsburg und zuvor gegen Eintracht Frankfurt (3:0) die Marschrichtung vorgibt: „Nach vorne genauso spielen und hinten nicht so viel zulassen – weil die werden die Dinger rein machen. Da müssen wir ein bisschen aufpassen.“

Ihre Torgefährlichkeit unterstrichen die „Rojiblancos“ einmal mehr beim 4:1 am vergangenen Wochenende bei Sporting Gijon. Dabei ließ der Franzose Gameiro mit einem Hattrick innerhalb von vier Minuten und 45 Sekunden aufhorchen. Der Sturmpartner von Star Griezmann hat jetzt ebenso wie sein Landsmann neun Saisontreffer auf dem Konto.

Gegen diese Klassestürmer benötigt Leverkusen eine bessere Defensivleistung als in Augsburg, wo die Abwehr das ein oder andere Mal wackelte. Gegen Atletico ist allerdings der beim FCA gelbgesperrte Abwehrchef Toprak wieder dabei, was für die nötige Stabilität in der Hintermannschaft sorgen soll, um das große Ziel zu erreichen: Leverkusen will erstmals seit seinem Finaleinzug 2001/2002 wieder die Runde der letzten Acht einziehen.


Programm

Achtelfinale – Hinspiele

Bereits gespielt:

Benfica Lissabon – Dortmund 1:0

Paris SG – FC Barcelona 4:0

Real Madrid – Neapel 3:1

Bayern München – FC Arsenal 5:1

Am Dienstag:

20.45: Manchester City – Monaco

20.45: Leverkusen – Atletico Madrid

Am Mittwoch:

20.45: FC Porto – Juventus Turin

20.45: FC Sevilla – Leicester


Rückspiele

Am Dienstag, den 7. März:

20.45: FC Arsenal – Bayern München

20.45: Neapel – Real Madrid

Am Mittwoch, den 8. März:

20.45: Dortmund – Benfica Lissabon

20.45: FC Barcelona – Paris SG

Am Dienstag, den 14. März:

20.45: Juventus Turin – FC Porto

20.45: Leicester – FC Sevilla

Am Mittwoch, den 15. März:

20.45: AS Monaco – Manchester City

20.45: Atletico Madrid – Leverkusen


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Champions League: Mit Neymar auf Real-Jagd
Dem zwölften soll bei Real Madrid der 13. Champions-League-Titel folgen. Paris SG ist nach einer beispiellosen Transferoffensive einer der Topherausforderer von Cristiano Ronaldo und Co.
Neymar, hier gegen Chris Philipps (r.), will mit Paris SG die Champions League gewinnen.
Champions League: Monaco träumt vom großen Triumph
Die Würfel sind gefallen: Alle acht Mannschaften, die noch vom Gewinn der Champions League träumen können, sind bekannt. Monaco und Atletico Madrid lösten ihre Tickets für das Viertelfinale am Mittwochabend. Am Freitag wird die kommende Runde ausgelost.
Die Spieler der AS Monaco lassen sich völlig zurecht feiern.
Fußball-Champions-League: Daheim gewinnt es sich am schönsten
Paris SG hat in der Champions League ein riesiges Ausrufezeichen gesetzt. Im Hinspiel des Achtelfinales gegen den FC Barcelona war es deutlich überlegen. Bei den Dortmundern läuft es allerdings nicht nur in der Liga schlecht. Auch gegen Lissabon verloren sie.
Angel Di Maria kann's kaum glauben: Er gewinnt mit Paris SG gegen Barcelona, auch dank seiner Tore.
Champions League: Vertrauter Feind
Im Achtelfinale der Champions League ragt ein Duell besonders heraus: Paris SG gegen den FC Barcelona. Am Dienstag treffen beide Teams aufeinander. Viele Spieler verbindet einiges.
Angreifer Edinson Cavani will seine Topform auch in der Champions League auf den Rasen bringen.