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Champions League: Mönchengladbachs Traumabewältigung
Sport 1 3 Min. 01.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Champions League: Mönchengladbachs Traumabewältigung

Florian Neuhaus kann mit Mönchengladbach erstmals ins Achtelfinale der Champions League einziehen.

Champions League: Mönchengladbachs Traumabewältigung

Florian Neuhaus kann mit Mönchengladbach erstmals ins Achtelfinale der Champions League einziehen.
Foto: dpa
Sport 1 3 Min. 01.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Champions League: Mönchengladbachs Traumabewältigung

Das Büchsenwurf-Trauma von 1971 hat einen festen Platz in Borussia Mönchengladbachs Historie. Auf den Tag genau 49 Jahre nach dem Europacup-Aus gegen Inter kann sich Gladbach spät revanchieren.

Borussia Mönchengladbach bietet sich eine historische Chance. Gegen Inter Mailand kann das Team von Trainer Marco Rose am Dienstag (21 Uhr) erstmals die K.-o.-Runde der Champions League erreichen und dabei vielleicht endlich auch ein kollektives Club-Trauma überwinden. 49 Jahre nach dem berüchtigten Büchsenwurf-Skandal vom Bökelberg eröffnet sich die Möglichkeit auf eine kleine Genugtuung.

Selbst der deutsche Nationalspieler Neuhaus, der erst knapp 26 Jahre nach dem Büchsenwurf geboren wurde, will diese Chance unbedingt nutzen. „Natürlich hat man das als Spieler hier schon mitbekommen. Wenn das Spiel angepfiffen ist, ist das aber kein Thema mehr für uns. Wir gehen es so an, dass wir das Spiel gewinnen wollen“, sagte der 23-Jährige am Montag.

Kurzfristig fällt indes Innenverteidiger Elvedi wegen einer Muskelverletzung ebenso wie Bensebaini (Corona-Quarantäne) und Hofmann (Oberschenkelverletzung) aus.

Mit einem Sieg gegen Inter wäre das erste Achtelfinale im wichtigsten Europapokal seit 43 Jahren für die Borussen vorzeitig perfekt. Das Team von Trainer Antonio Conte wäre dagegen zum dritten Mal in Serie bei einer Champions-League-Teilnahme in der Gruppenphase gescheitert. „Das wäre für den ganzen Verein etwas ganz besonderes. Es soll jeder sehen, dass wir unbedingt weiterkommen wollen“, sagte Neuhaus.

Seit ich in Gladbach bin, umschwirrt uns der Name Boninsegna und das 7:1 gegen Inter 1971.

Sportchef Max Eberl

Bei einigen Alt-Borussen dürfte dies besondere Freude auslösen, denn die Umstände eines der größten Europacupspiele Gladbachs sind noch immer unvergessen. „Seit ich in Gladbach bin, umschwirrt uns der Name Boninsegna und das 7:1 gegen Inter 1971“, sagte Sportchef Max Eberl schon vor der besonderen Konstellation, die sich jetzt ergeben hat.

Die Cola-Dose, die beim legendären Büchsenwurf am 20. Oktober 1971 Roberto Boninsegna getroffen haben soll, ist in einer Vitrine im Vereinsmuseum Fohlenwelt zu sehen.
Die Cola-Dose, die beim legendären Büchsenwurf am 20. Oktober 1971 Roberto Boninsegna getroffen haben soll, ist in einer Vitrine im Vereinsmuseum Fohlenwelt zu sehen.
Foto: dpa

„Wir haben eine herausragende Ausgangslage, die wir jetzt verwerten wollen“, sagte Eberl nun im Hinblick auf die Partie am Dienstag, aus der - abhängig vom zuvor angepfiffenen Spiel Shakhtar Donezk gegen Real Madrid (18.55 Uhr) - auch schon ein Punkt zum vorzeitigen Achtelfinaleinzug genügen würde. Auf den Tag genau 49 Jahre nach dem schmerzhaften Aus gegen Inter würde sich damit ein Kreis schließen.

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1971 hatte Gladbach das große Inter im Landesmeisterpokal beim 7:1 schwindelig gespielt. Die Gala taucht aber in keiner offiziellen Statistik mehr auf, weil der Sieg nach dem berühmten Büchsenwurf auf Inters Boninsegna annulliert wurde. Gladbachs Spieler warfen dem damaligem Star-Stürmer Schauspielerei vor. Durch das 2:4 in Mailand und dem 0:0 im Wiederholungsspiel in Berlin am 1. Dezember 1971 schied Gladbach aus.


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Der Entwicklung Borussias zum europäischen Spitzenteam stand der Vorfall seinerzeit nicht im Weg. Die Neuauflage des Duells soll nun zu einem Meilenstein bei einem neuen Aufschwung werden. „Es ist für uns eine Entwicklung, eine absolute Spitzenmannschaft zu werden“, sagte Trainer Rose, der die Borussia seit seiner Amtsübernahme im Sommer 2019 auf ein höheres Level geführt hat und weiter führen will.

„Er macht Spieler besser“, lobte Angreifer Thuram im „Kicker“ und Eberl sprach von einer besonderen „Symbiose“ aus dem im Sommer gehaltenen Team und einem „großartigen Trainer“.

Die Aufgabe könnte nicht größer sein für Borussia Mönchengladbach, aber der stellen wir uns sehr gerne.

Trainer Marco Rose

Der könnte bei seiner ersten Champions-League-Teilnahme als Trainer die Borussia sogleich zum größten internationalen Erfolg seit dem Viertelfinale im Europapokal der Pokalsieger 1996 führen. Im Landesmeisterpokal stand Gladbach zuletzt 1977 im Achtelfinale. Im Nachfolgerwettbewerb Champions League tritt die Borussia zum dritten Mal an.

Nach 2015 (Aus in der Vorrunde) und 2016 (Überwintern in der Europa League) soll es nun in die K.-o.-Runde gehen. „Die Aufgabe könnte nicht größer sein für Borussia Mönchengladbach, aber der stellen wir uns sehr gerne“, sagte Rose.

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