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Champions League: Höllische Bayern-Premiere bei Atletico
Sport 3 Min. 27.04.2016

Champions League: Höllische Bayern-Premiere bei Atletico

Die Spielweise von Atletico dürfte Pep Guardiola einige Sorgen bereiten.

Champions League: Höllische Bayern-Premiere bei Atletico

Die Spielweise von Atletico dürfte Pep Guardiola einige Sorgen bereiten.
Foto: Reuters
Sport 3 Min. 27.04.2016

Champions League: Höllische Bayern-Premiere bei Atletico

Joe TURMES
Joe TURMES
Nur das Weiterkommen zählt. „Halbfinale ist nichts“, lautet die Bayern-Losung gegen Atletico Madrid. Kampfkraft und Willensstärke werden nötig sein in einem Stadion, in dem es zur Sache geht.

(dpa) - Nur das Weiterkommen zählt. „Halbfinale ist nichts“, lautet die Bayern-Losung gegen Atletico Madrid. Kampfkraft und Willensstärke werden nötig sein in einem Stadion, in dem es zur Sache geht.

Der deutsche Weltmeister Boateng verkörperte die ganze Entschlossenheit des FC Bayern. Für den großen Traum vom sechsten Endspiel der Münchner in der Champions League würde der Abwehrchef sogar einen riskanten Kaltstart hinlegen. „Ich bin bereit, ich weiß nicht, wie lange. Ich werde alles geben, wenn ich auf dem Platz stehe“, versprach der über drei Monate verletzte Boateng. Im Poker um den Einsatz des Innenverteidigers muss Trainer Pep Guardiola vor einem Fußballabend der Extreme am Mittwochabend im Halbfinal-Hinspiel bei Atletico Madrid aber nicht nur eine knifflige Entscheidung über seine Abwehrreihe treffen.

Hitzige Zweikämpfe, heißblütige Fans, ständige Provokationen: Der FC Bayern ist bei seiner Premiere im gefürchteten Estadio Vicente Calderon auf ein ganz spezielles Spiel gefasst. Guardiola und sein Starensemble wollen dem giftigen Duell furchtlos entgegentreten - das war nicht nur Rückkehrer Boateng bei der Reise ins sonnige und frühlingshaft warme Madrid deutlich anzumerken. „Wenn man im Halbfinale ist, dann hat man ein Ziel: Das ist das Finale. Wir werden versuchen am Mittwoch und dann nächste Woche im Rückspiel in München diesen Traum weiterzuleben“, hob Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hervor. Die Chancen stünden „50:50“.

Überrascht Guardiola mit Boateng?

Die Zuversicht dürfte durch das nahende Comeback von Boateng noch etwas größer geworden sein. Geht Guardiola wirklich das Risiko mit dem Weltmeister nach drei Monaten Wettkampfpause ein? Oder ist Boateng nur ein Teil im Aufstellungspoker? Wehrhaft muss die Defensive gegen Atletico sein, kraftvoll und vor allem nervenstark. Seit einer Woche trainiert Boateng wieder, die schwere Oberschenkelverletzung ist auskuriert. „Es ist wichtig, dass er im Endspurt wieder dabei ist“, sagte Rummenigge und ist wie Boateng selbst auf Guardiolas Votum gespannt. „Das entscheide am Ende nicht ich“, sagte der Abwehrchef.

Für das Endspiel am 28. Mai in Mailand will aber nicht nur Boateng an die Grenze gehen. „Halbfinale ist gar nichts, ich will das Finale spielen“, sagte Xabi Alonso, der zum neunten Mal in seiner Karriere im Halbfinale steht. Aber gerade die spanische Bayern-Fraktion weiß, welche große Herausforderung in der Heimat auf den deutschen Meister wartet. „Atletico war für mich das Team, gegen das ich am wenigsten spielen wollte“, gestand der als furchtlos geltende Martinez.

Es wird nicht nur eine harte Kraftprobe auf dem Platz, auch an der Seitenlinie könnte es hitzig werden. Guardiola kontra Diego Simeone lautet das Duell. Pep, der Fußballästhet, der das Spiel kontrollieren und diktieren will. Und der zum Ende seiner kurzen Münchner Ära nicht ein drittes Mal im Halbfinale scheitern will. Auf der Gegenseite der Argentinier Simeone, ein Heißsporn und Provokateur, dem jedes Mittel zum Erfolg recht ist. Simeone verhalte sich am Spielfeldrand wie ein Fan, bemerkte Guardiola. Bayerns Coach hat aber höchsten Respekt vor dem Gegner, der 2014 so unglücklich im Finale gegen den Lokalrivalen Real verlor. „In den vergangenen fünf Jahren spricht man in Spanien von Barcelona, Real Madrid - und Atletico“, betonte Guardiola.

Atletico dürfte Bayern die Initiative überlassen

Es ist keine gewagte Prognose, ein Spiel zu erwarten, in dem Atletico den Bayern den Ball und die Spielregie überlassen wird. Simeones Team lebt fürs Verteidigen, für körperbetonten Fußball, für ein schnelles Umschaltspiel mit den Zielakteuren  Torres und Griezmann, der Barcelona im Viertelfinale aus dem Wettbewerb schoss.

Nur fünf Gegentore musste Atletico in zehn Champions-League-Spielen hinnehmen, 16 kassierte der Tabellenzweite in 35 Ligapartien. „Der Gegner steht sehr kompakt. Es ist kompliziert“, stöhnte Guardiola. Daran ändert auch der als sicher geltende Ausfall des angeschlagenen Abwehrchefs Godin im Hinspiel nichts.



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