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Champions League: Der Traum vom Finale
Sport 3 Min. 03.05.2016 Aus unserem online-Archiv

Champions League: Der Traum vom Finale

Augusto Fernandez und die "Rojiblancos" (l.) triumphierten im Hinspiel gegen die Bayern um Robert Lewandowski.

Champions League: Der Traum vom Finale

Augusto Fernandez und die "Rojiblancos" (l.) triumphierten im Hinspiel gegen die Bayern um Robert Lewandowski.
Foto: Reuters
Sport 3 Min. 03.05.2016 Aus unserem online-Archiv

Champions League: Der Traum vom Finale

Bob HEMMEN
Bob HEMMEN
Am Dienstagabend findet das Halbfinal-Rückspiel zwischen Bayern München und Atletico Madrid statt. Der deutsche Rekordmeister hat weiterhin das Triplé im Visier.

(dpa) - In ihrer Heimfestung müssen die Bayern Atleticos Abwehrbollwerk knacken. Kapitän Lahm führt ein Team an, das „zu 100 Prozent ins Finale will“. Trainer Pep Guardiola muss die richtigen Mittel wählen, um gegen Madrids Defensivkünstler eine Saisonpremiere zu schaffen.

Die Bayern brauchen mal wieder eine magische Fußballnacht. Triplé-Traum oder Albtraum-Triplé lautet die extreme Gratwanderung für Trainer Guardiola und die Münchner Stars beim großen Kampf im Champions-League-Finale gegen Atletico Madrid. Nach dem 0:1 in Spanien müssen die seit Wochen nicht mehr beschwingt auftretenden Münchner heute in der Festung Allianz-Arena läuferisch und gerade auch spielerisch ans Limit gehen.

Der drohende dritte Halbfinal-Knock-out in drei Jahren mit Guardiola soll abgewendet werden. „Wir werden einen FC Bayern sehen, der zu 100 Prozent ins Finale will, der alles gibt, um das Ergebnis zu drehen“, versprach Kapitän Lahm. Das ausverkaufte Stadion soll beben. 70 000 Zuschauer werden den wankenden deutschen Rekordmeister antreiben.

Boateng optimistisch

„Wir sind sehr, sehr heimstark. Darauf bauen wir“, verkündete Weltmeister Boateng. Elf Königsklassen-Partien in Serie haben die Bayern daheim gewonnen. Das macht Mut. „Wir wissen, was für eine Stimmung in der Allianz-Arena sein kann, wenn die Fans mitgehen“, sagte Lahm und warb damit um lautstarke Unterstützung der Zuschauer.

Spieler und Trainer werden die passenden Mittel sowie die richtige Mischung aus Leidenschaft und klugem Spiel finden müssen. „Wir haben 90'“, mahnte der Katalane vor seinem letzten Heimspiel als Bayern-Coach in der Königsklasse Geduld an. Er will nicht, wie vor zwei Jahren beim 0:4 gegen Real Madrid, als das Hinspiel in Spanien ebenfalls 0:1 ausgegangen war, noch einmal ins Verderben rennen.

Triplé-Traum oder Albtraum-Triplé – darum geht es gegen Atletico. Noch winken Guardiola zum Abschied Meistertitel, DFB-Pokalsieg und Champions-League-Triumph. Ein Ausscheiden dagegen würde für Guardiola den dreimaligen Halbfinal-Knock-out mit dem FC Bayern in der Königsklasse gegen Vereine aus seinem Heimatland bedeuten: 2014 Real Madrid, 2015 FC Barcelona, 2016 Atletico. „Peps Traum war es, hier das Triplé zu gewinnen. Dafür muss er gewinnen“, sagte Ex-Präsident Uli Hoeneß.

Diego Simeone (Atletico Madrid) ist ein begnadeter Trainer.
Diego Simeone (Atletico Madrid) ist ein begnadeter Trainer.
Foto: Reuters

Die Bayern müssen Lösungen finden, um Atleticos Abwehrbollwerk zu knacken. Die Defensivkünstler können in München wohl wieder mit ihrem Abwehrchef Godin antreten, der im Hinspiel verletzt fehlte. Von 53 Pflichtspielen in dieser Saison hat die kampfstarke Truppe von Trainer Diego Simeone acht verloren – aber keines mit mehr als einem Tor Unterschied. Aber genau das müssen die Bayern schaffen. „Wir müssen die Torchancen nutzen“, sagte Lahm zum Faktor Effektivität.

Stürmer-Duo soll es richten

In Madrid brachte Guardiola nur einen seinen beiden Topstürmer. Im Rückspiel aber wird erwartet, dass er Lewandowski und Müller von Anfang an bringt. 16 der 28 Bayern-Tore im laufenden Wettbewerb hat dieses Duo erzielt, jeder traf acht Mal. „Ich bin keiner, der sich in großen Spielen versteckt“, warb Müller für sich.

Mutige Spieler sind gefragt. Akteure, die auch in besonderen Drucksituationen funktionieren. Abwehrchef Boateng nach seinem 68'-Comeback gegen Mönchengladbach in ein derartiges Endspiel zu schicken, könnte jedoch ein zu großes Wagnis sein. Ribéry will trotz Rückenproblemen unbedingt auflaufen – ein Risiko. Alle Bayern wollen mit aller Macht ins Endspiel nach Mailand. „Der Wille, das Herz, die Leidenschaft muss immer dabei sein“, formulierte Lahm.

Kontrollierte Offensive könnte die Lösung sein. Nicht auskontern lassen, lautet die oberste Marschroute, auch wenn Atletico keine „spezielle Kontermannschaft“ sei, wie Müller meinte: „Sie haben nicht diese Hochgeschwindigkeitsspieler wie Real Madrid, wenn ich an Cristiano Ronaldo und Bale denke.“ Über gefährliche Angreifer verfügt Atletico mit Torres und Griezmann aber allemal.

Optimist Müller ist das egal: „Zuversicht gibt mir, dass wir immer in der Lage sind, Fußballspiele mit mehr als einem Tor Unterschied zu gewinnen.“ Bei der aktuellen Serie von elf Heimsiegen am Stück in der Königsklasse war das sogar gleich acht Mal der Fall.


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