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Bitte einen Mann mit Erfahrung!
Sport 2 Min. 17.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Kommentar zu Guardiolas Abschied

Bitte einen Mann mit Erfahrung!

Pep Guardiola fuhr mit dem FC Bayern bislang zwei Meistertitel und einen Pokalsieg ein.
Kommentar zu Guardiolas Abschied

Bitte einen Mann mit Erfahrung!

Pep Guardiola fuhr mit dem FC Bayern bislang zwei Meistertitel und einen Pokalsieg ein.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 17.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Kommentar zu Guardiolas Abschied

Bitte einen Mann mit Erfahrung!

Guardiola wird den FC Bayern aller Voraussicht nach verlassen. Der Nachfolger sollte erfahren sein, aber nicht Mourinho und Sammer heißen. Ein Kommentar von Joe Turmes.

Ein Kommentar von Joe Turmes

Die Spatzen pfeifen es längst von den Dächern und die offizielle Verkündung dürfte auch nicht mehr lange auf sich warten lassen: Pep Guardiola wird den FC Bayern München am Ende der Saison nach drei Jahren verlassen.

Bei der Suche nach einem Nachfolger sollte der deutsche Rekordmeister auf Erfahrung achten. Klar ist, dass jeder andere Coach zunächst im Schatten von Guardiola stehen wird.  Entscheiden sich Rummenigge und Co. allerdings für einen Trainer-Novizen, riskiert dieser nicht den vollen Respekt der Spieler zu genießen. In diesem Zusammenhang wäre wohl auch das Trainergespann Mark van Bommel/Mehmet Scholl eine Fehlbesetzung. Die Vorstandsetage sollte sich an das missglückte Experiment mit Jürgen Klinsmann erinnern.

Da würde die italienische Trainerschule in Person von Carlo Ancelotti schon besser passen.  Der 56-Jährige, der sich spanischen Medienberichten zufolge bereits mit dem FC Bayern einig ist, holte 2003 und 2007 den Champions-League-Titel mit dem AC Mailand. Seine Methoden hat er im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Ansonsten hätte er nicht im vergangenen Jahr erneut mit Real Madrid in der Königsklasse triumphiert. Ein weiterer Vorteil von ihm: Er steht bei keinem Verein oder Verband unter Vertrag. Auch eine Lösung mit Joachim Löw hätte ihren Charme. Der Weltmeistertrainer würde keine Taktik-Revolution  ausrufen, sondern eher versuchen, die Gruppe gerecht und ruhig zu führen.

Der Erzfeind würde alles umkrempeln

Zwei Optionen sollte der FC Bayern dagegen nicht ernsthaft prüfen. Der in menschlicher Hinsicht äußerst schwierige José Mourinho - der am Donnerstag bei Chelsea entlassen worden ist - würde keinen Stein auf dem anderen lassen, zumal Guardiola sein Erzfeind ist. Auch Sportvorstand Matthias Sammer sollte nicht dazu überredet werden, auf den Trainerstuhl zurückzukehren, auch wenn er 2002 mit Borussia Dortmund deutscher Meister wurde. Sollte er nämlich scheitern, müsste sich der FC Bayern einen neuen Trainer und einen neuen Sportvorstand suchen.

Und was bleibt am Ende der Saison von Guardiola in ErinnerungSeine taktische Raffinesse, seine Perfektion, die dominante Spielweise seines Teams. Zwei Makel bleiben: seine ewigen Diskussionen mit der medizinischen Abteilung des Teams - die Muskelverletzungen häufen sich in beängstigender Art und Weise -  sowie das zweifache chancenlose Ausscheiden im Halbfinale der Champions League. Wobei Guardiola letzteren Makel noch beseitigen kann, indem er am 28. Mai im Giuseppe-Meazza-Stadion den Henkelpott in die Höhe stemmt. "The winner takes it all": Dessen sollte sich Guardiola in den kommenden fünf Monaten bewusst sein.


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