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Bei den US Open: Traum-Halbfinale geplatzt
Juan Martin del Potro genießt die erste Momente des Triumphs.

Bei den US Open: Traum-Halbfinale geplatzt

Foto: AFP
Juan Martin del Potro genießt die erste Momente des Triumphs.
Sport 2 Min. 07.09.2017

Bei den US Open: Traum-Halbfinale geplatzt

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Der Argentinier Juan Martin del Potro hat sich bei den US Open als Spielverderber erwiesen: Der Weltranglisten-28. bezwang im Viertelfinale Roger Federer mit 7:5, 3:6, 7:6 (10:8), 6:4 und trifft nun auf Rafael Nadal.

(sid) - Der Argentinier Juan Martin del Potro hat sich bei den US Open als Spielverderber erwiesen: Der Weltranglisten-28. bezwang im Viertelfinale Roger Federer (CH/3) mit 7:5, 3:6, 7:6 (10:8), 6:4 und verhinderte das von vielen ersehnte Traum-Halbfinale zwischen dem Schweizer und seinem topgesetzten Rafael Nadal (E/1).

"Juan hat gekämpft wie ein Löwe. Mir hat die Spritzigkeit gefehlt. Und wenn nicht alles stimmt, verliert man eben", sagte Federer und meinte: "Das schmerzt natürlich. Ich hatte meine Chancen, aber das Gefühl war von Anfang an nicht richtig gut heute."

Das Dauerduell der beiden Superstars Federer und Nadal hat es in Flushing Meadows kurioserweise noch nie gegeben. Fest steht, dass der Mallorquiner seine Führung in der Weltrangliste auch nach dem Hartplatzspektakel behalten wird.

Nach 2.51' verwandelte del Potro mit seinem insgesamt 48. direkten Gewinnschlag seinen ersten Matchball und bekreuzigte sich auf dem Platz. Die Gaucho-Fangemeinde stand Kopf. "Es war ein großes Spiel. Mir ist es gelungen, gut aufzuschlagen und meine Vorhand so fest wie möglich zu schlagen", sagte del Potro: "Es fühlt sich so an, als ob das mein Heimcourt ist."

Damit platzte auch der Traum von Federer, erstmals seit 2007 wieder drei Grand-Slam-Events in einer Saison zu gewinnen. Der 36-Jährige, der mit zwei Fünfsatzsiegen mäßig ins Turnier gestartet war, vergab im Tiebreak des dritten Durchgangs gleich vier Satzbälle.

Der in den vergangenen Tagen an einem Virus leidende del Potro zeigte sich im Duell mit dem amtierenden Australian-Open- und Wimbledonsieger Federer bestens erholt vom kräftezehrenden Achtelfinale gegen den Österreicher Dominic Thiem (8), in dem er zwei Matchbälle abgewehrt hatte und mit 0:2-Sätzen zurück lag.

Federer mit ungewohnt vielen Fehlern

Del Potro darf damit weiter auf seinen zweiten US-Open-Titel nach 2009 hoffen. Damals hatte er im Endspiel Federer in fünf Sätzen bezwungen und seinen bislang einzigen Major-Coup gefeiert.

Vor 23 771 Zuschauern im ausverkauften Arthur-Ashe-Stadium wirkte Federer nervös und machte ungewohnte Fehler (41 Fehler ohne Not). Bezeichnend: Ein Überkopfball des 19-maligen Major-Champion im vierten Satz ermöglichte del Potro einen Breakball, den der argentinische Davis-Cup-Held zur vorentscheidenden 3:2-Führung nutzte. Kurz vor dem Ende landete ein vermeintlich leichter Volley von Federer mehrere Meter hinter der Grundlinie. Den unmittelbar folgenden ersten Matchball nutzte der Außenseiter dann mit einer krachenden Vorhand zur Überraschung.

Del Potro, den drei Handgelenk-Operationen sowie Depressionen bis auf Rang 1045 (Februar 2016) abstürzen ließen, trifft am Freitag nun auf Nadal. Der Linkshänder hat acht der 13 bisherigen Duelle gegen "Delpo" gewonnen.

Paris-Rekordgewinner Nadal hatte sich am Mittwoch in seinem Viertelfinale locker mit 6:1, 6:2, 6:2 gegen den 19-jährigen Andrej Rublew (RUS/53) durchgesetzt.


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