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Bastian Schweinsteigers emotionaler Abschied: Der Käpt'n geht von Bord
Sport 1 3 Min. 01.09.2016

Bastian Schweinsteigers emotionaler Abschied: Der Käpt'n geht von Bord

Tränen lügen nicht: Bastian Schweinsteiger verabschiedet sich sehr emotional.

Bastian Schweinsteigers emotionaler Abschied: Der Käpt'n geht von Bord

Tränen lügen nicht: Bastian Schweinsteiger verabschiedet sich sehr emotional.
Foto: REUTERS
Sport 1 3 Min. 01.09.2016

Bastian Schweinsteigers emotionaler Abschied: Der Käpt'n geht von Bord

Schon vor dem Anpfiff seines Abschiedsspiels übermannen Bastian Schweinsteiger die Gefühle. Die Tränen fließen über sein Gesicht. Und ein besonderer Freund dankt ihm in einem ganz besonderen Brief.

(dpa) - Die Luft reichte für 66'. Dann war der Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger Geschichte. Der 32 Jahre alte Kapitän umarmte den Schiedsrichter, applaudierte den Fans und ging strahlend vom Rasen. 1:0 führte Deutschland da gegen Finnland. Schweinsteiger umarmte erst am Spielfeldrand den für ihn eingewechselten Dortmunder Julian Weigl, dann verabschiedete er sich nacheinander von Bundestrainer Joachim Löw und allen, die auf und neben der deutschen Ersatzbank saßen. Die schwarz-rot-goldene Kapitänsbinde blieb am rechten Arm, sie übernahm am Mittwochabend später Thomas Müller.

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Schweinsteiger ging als Käpt'n. Einen emotionalen Abend hatte Schweinsteiger vorhergesagt. Aber es kam noch extremer als von ihm selbst erwartet. Schon vor dem Anpfiff übermannten ihn die Gefühle. "Dass es so schön sein würde, hatte ich mir nicht vorstellen können", sagte er nach dem Spiel im ZDF. "Die Nationalmannschaft ist wie eine Familie."

Bundestrainer Joachim Löw würdigte ihn: "Ohne ihn wären die Erfolge nicht möglich gewesen." Die Tränen rannen nur so aus Schweinsteigers Augen, als er vor den Nationalhymnen auf dem Rasen verabschiedet wurde, das Publikum ihm stehend applaudierte. In der Fankurve gab es eine Choreographie: "Deine Leidenschaft und dein Kampfgeist haben die Mannschaft geprägt - Basti wir sagen danke und wehmütig SERVUS."

Nach Worten des Danks von DFB-Präsident Reinhard Grindel wandte sich Schweinsteiger auch via Mikrofon an die Zuschauer: "Das bedeutet mir sehr viel, dass jeder einzelne hier steht." 30 121 Besucher waren immerhin gekommen, um ihn ein 121. und letztes Mal im Nationaltrikot spielen zu sehen. "Es war für mich eine große Ehre, für Deutschland und euch Fans zu spielen", sagte der Weltmeister. Die Fans klatschten lange, "Fußball-Gott" schallte durch den Borussia-Park.

Zu seiner Fußball-Zukunft meinte der Profi, der bei seinem Verein Manchester United derzeit nicht erste Wahl ist: "Ich hoffe, dass noch ein paar Jahre dazukommen, solange die Lust da ist." Er höre auf sich selbst, "auf mein Herz".

Einer, den Schweinsteiger schon seit seiner Jugend kennt, ein ganz besonderer Freund, dankte ihm auch auf eine ganz besondere Weise. Der Abschiedsbrief von Lukas Podolski:

Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger verbindet eine lange Freundschaft.
Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger verbindet eine lange Freundschaft.
Foto: REUTERS

Lieber Bastian,

uns verbindet seit Jahren eine Freundschaft, wie es sie nicht oft gibt im Leben. Als wir uns 2004 kennengelernt haben, merkte ich sofort, dass wir auf einer Wellenlänge schwimmen. Wir haben super funktioniert miteinander – auf dem Platz und vor allem außerhalb.

Wir waren Poldi und Schweini, diesen Namen haben uns die Medien verpasst, aber er passte damals auch irgendwie zu uns. Ich denke, die Leute haben sofort gemerkt, dass wir zwei junge Typen sind, die Lust auf Fußball und Spaß am Leben haben. Die etwas anders sind. Witzig, auch ein wenig frech.

Mit unserem Sprung in die Nationalmannschaft haben wir zur damaligen Zeit etwas Besonderes erreicht. Darauf können wir stolz sein. Man kann schon sagen, dass wir dem deutschen Fußball einen Schub gegeben und ein Signal für die Zukunft gesetzt haben.

"Poldi und Schweini", das war eine ganz besondere Story, die es so im deutschen Fußball in dieser Form nicht wieder geben wird. Ich bin dankbar dafür, dass ich so viele Jahre lang mit Dir zusammenspielen durfte. Du bist ein großartiger Spieler, der weiß, wie man eine Mannschaft führen muss. Ein Leader.

Gute Laune war uns immer wichtig. Aber wir wussten auch beide von Anfang an, worauf es ankommt. Wir haben nichts geschenkt bekommen und haben uns alles mit Leistung hart erarbeitet. Wir sind älter geworden, klar. Aber der Lausbub steckt noch immer in uns. Vielleicht bist Du im Vergleich zu mir mittlerweile etwas ruhiger geworden. Aber ein genauso toller Typ wie am ersten Tag.



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