Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Basketball: Neun Frauenteams, ein Meistertitel
Sport 4 Min. 26.09.2020

Basketball: Neun Frauenteams, ein Meistertitel

Billie Schulté (Basket Esch) rechnet mit reichlich Spannung.

Basketball: Neun Frauenteams, ein Meistertitel

Billie Schulté (Basket Esch) rechnet mit reichlich Spannung.
Foto: Stéphane Guillaume
Sport 4 Min. 26.09.2020

Basketball: Neun Frauenteams, ein Meistertitel

Andrea WIMMER
Andrea WIMMER
Die Total League der Frauen verspricht einen spannenden Titelkampf. Der neue Modus und einige Rückkehrerinnen lassen auf eine interessante Saison hoffen.

Es war eng, unglaublich eng sogar. Viele Mannschaften waren in der vergangenen Saison der Total League im Frauenbasketball praktisch gleich stark. Der Kampf um Plätze in der Titelgruppe war hart wie selten zuvor, sieben Teams trennte nur ein Punkt, vier waren gleichauf. Wie spannend das Rennen um die Meisterschaft 2019/20 später noch geworden wäre, weiß niemand, weil das Corona-Virus dazwischenkam. Doch auch die neue Saison hat alle Zutaten für einen brisanten Titelkampf.

„Ich glaube, dass es viele Mannschaften gibt, die für den Meistertitel infrage kommen“, sagt Nadine Bourg, die Kapitänin von Résidence. „Es wird keine leichten Spiele geben – für niemanden“, meint Etzella-Trainerin Dragana Zoric. „Ich denke, dass durch den neuen Spielmodus noch mehr Spannung aufkommt als in den Saisons zuvor“, so Billie Schulté von Basket Esch.

Nun treten die acht besten Mannschaften der regulären Saison zunächst in einer Titelgruppe, dann in den Play-offs an. Anstatt wie früher lediglich Halbfinals und Finalspiele gibt es bereits ein Viertelfinale: Der Erste spielt gegen den Achten, der Zweite gegen den Siebten, der Dritte gegen den Sechsten und der Vierte gegen den Fünften. Die Duelle finden im Best-of-three-Modus statt. „Es ist irgendwie komisch, dass man im Februar Achter sein und trotzdem noch Meister werden kann. Aber wenn man dann selbst Achter ist, ist es natürlich toll“, sagt Bourg.

Bis dahin haben die meisten Mannschaften jedoch nicht allzu viel zu befürchten. Während früher die sechs besten Teams von zehn in die Titelgruppe kamen, schaffen es diesmal acht von neun in die Titelgruppe und die Play-offs. In der Total League bleibt ein Platz leer, weil niemand aus der zweiten Liga aufsteigen und der Tabellenletzte der vergangenen Saison (Telstar) nicht im Oberhaus bleiben wollte.

Interessante Begegnungen sind trotzdem von Anfang an zu erwarten. Auch weil die Beteiligten nach der langen Pause hoch motiviert sind. „Alle Spielerinnen freuen sich auf den Saisonstart. Sie haben den Basketball vermisst“, berichtet Zoric. „Wir sind echt froh, dass es wieder losgeht. Sechs Monate sind eine lange Zeit“, so Bourg.

Rückkehrerinnen

Es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Nationalspielerin Nadia Mossong kämpft nach vielen Jahren im Ausland nun bei T71 Düdelingen um Titel. Profi Alexandra Louin, die in Luxemburg wegen ihres legendären Buzzer Beaters im Ligafinale 2018/19 einen bleibenden Eindruck hinterließ, spielt wieder für den damaligen Meister Gréngewald. Ihre US-amerikanischen Landsleute Alexandra Williams (Amicale) und Rachel Howard (Contern) geben ebenfalls ein Comeback in Luxemburg. Die Trainer Jérôme Altmann (T71) und Thierry Kremer (Amicale) kehren nach Auszeiten in die Total League zurück.

Nadia Mossong verstärkt T71.
Nadia Mossong verstärkt T71.
Foto: Stéphane Guillaume

Die Ettelbrückerinnen, die zur Zeit des Saisonabbruchs Tabellenführer waren, wurden zum Meister 2019/20 erklärt. Doch nun wollen sie den Titel auch auf normalem Weg gewinnen. Die US-Amerikanerin Daisa Alexander ist die zweite Profispielerin neben der bewährten Serbin Jelena Jovanovic. „Klarer Favorit“ ist Etzella zumindest für Gréngewald-Trainer Hermann Paar: „Es ist eine eingespielte Mannschaft, die eine sehr gute vergangene Saison hatte, jetzt mit einer neuen US-Amerikanerin verstärkt wurde und den größten Kader hat.“

Wir wissen alle, wie die Welt vor sechs, sieben Monaten ausgesehen hat.

T71-Coach Jérôme Altmann

Andere wie Zoric oder Kremer sehen eher Düdelingen in der Rolle des ersten Titelanwärters. Wobei Prognosen derzeit wegen der besonderen Umstände besonders schwierig sind. „Man muss wirklich erstmal abwarten, wie es mit der Corona-Situation weitergeht“, so Paar. „Die Titel werden erst im nächsten Frühjahr vergeben, bis dahin sind es noch sechs, sieben Monate. Wir wissen alle, wie die Welt vor sechs, sieben Monaten ausgesehen hat“, meint Altmann.


Basketball - Foto: Serge Waldbillig
Alle Infos zur Basketballsaison 2020/2021
Am 26. September beginnt die neue Total-League-Saison. Im Dossier finden Sie alle Storys.

Bei Amicale, von 2015 bis 2018 Meister, gibt es wenige, aber entscheidende Personalwechsel. Kremer ist als Trainer Nachfolger von Erica Morrow; die US-Amerikanerin hatte die Mannschaft auch als Profispielerin lange geführt. „Sie hat die Mannschaft fünf Saisons geprägt. Jetzt haben wir ein anderes Spiel, woran sich alle erst gewöhnen müssen“, sagt Kremer. Zweite Profispielerin neben Williams ist Francesca Wurtz, die Cousine des ehemaligen Etzella-Trainers Trenton Wurtz.

Neu beim Europacup-Teilnehmer Gréngewald sind US-Profi Reili Richardson und das luxemburgische Talent Jo Oly. In Walferdingen kann die aus Hesperingen gekommene Trainerin Tara Booker auf das bewährte starke Profiduo Samantha Logic und Amanda Cahill zählen. Bei den Luxemburgerinnen gibt es mehrere Veränderungen. Unter anderem stehen vier Spielerinnen aus Studiengründen nicht mehr zur Verfügung.

Zweite Olympia-Teilnehmerin

Basket Esch hat neben Tatsiana Likhtarovich nun mit der Tschechin Michaela Stejskalova eine zweite Olympiateilnehmerin im Team. „Sie passt super in die Mannschaft“, meint Kollegin Schulté. Trainer Vincent Gevrey will zudem mehrere junge Eigengewächse integrieren.

Zwei ehemalige Meister, die Musel Pikes und Contern, kamen in der Vorsaison nicht in die Titelgruppe. Für die Mannschaft von der Mosel reichte es trotz Punktgleichheit mit drei anderen Teams nicht. „Das war unglücklich gelaufen. Schlussendlich tat es nicht so weh, weil die Saison sowieso abgebrochen wurde“, sagt Trainer Louis Wennig. Das Team blieb zusammen, lediglich die zweite Profistelle wurde mit der zuletzt in Contern spielenden Mikayla Ferenz neu besetzt. „Ihre Spielweise hat uns beeindruckt“, so der Coach.

Die Musel Pikes um Cathy Schmit sind auf Wiedergutmachung aus.
Die Musel Pikes um Cathy Schmit sind auf Wiedergutmachung aus.
Foto: Christian Kemp

Contern hatte diesmal schon vor dem Saisonstart Pech. Profispielerin Leonie Edringer erlitt in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss, weshalb kurzfristig die bis 2019 zum Team gehörende Howard wieder verpflichtet wurde. Das Erreichen der Zwischenrunde gibt Trainerin Fabienne Fuger als Minimalziel an: „Ich hoffe auf die Top vier. Aber es gibt viele starke Teams, es wird also nicht leicht.“

Als Außenseiter dürfte Sparta, in der Vorsaison Neunter vor Hesperingen, ins Rennen gehen. „Auf dem Papier sind wir die schlechteste Mannschaft. Aber wir sollten wenigstens versuchen, ein Team hinter uns zu lassen“, meint Trainer Tom Kries.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Etzella: Titel ohne Freude
Etzellas Basketballfrauen sind erstmals seit 20 Jahren wieder Meister geworden. Mit dem Titel nach dem vorzeitigen Saisonabbruch wollen sie sich aber nicht zufrieden geben.
Cathrin Wolff  (Etzella l.) gegen Charlie Bidinger (Musel Pikes m.) und Bridget Yoerger (Musel Pikes r.) / Basketball, Total League Frauen, Musel Pikes - Etzella / 07.12.2019 / Stadtbredimus / Foto: Christian Kemp
Thierry Kremer: Neuer Anlauf
Thierry Kremer war Teil der wohl dramatischsten Meisterentscheidung im Luxemburger Basketball. Allerdings stand er auf der Verliererseite. Nach einer Pause will er sich nun wieder beweisen.
Coach Thierry Kremer (T71) - Amicale Steinsel-T71 Düdelingen - Total Ligue Frauen - 5. Spieltag - Foto: Serge Waldbillig
Endlich wieder Basketball
Die neue Basketballsaison beginnt. Sowohl die Frauen als auch die Männer stehen vor einer interessanten Saison. Auf einige Spieler und Teams dürfen sich die Zuschauer besonders freuen.
Jairo Delgado (Etzella - 9) - Frank Muller (T71 Dudelange - 10) / Basketball Total League Herren Luxemburg, Saison 2018-2019, 2. Finale / 27.04.2019 / T71 Dudelange - Etzella Ettelbruck / Centre Sportif René Hartmann, Dudelange / Foto: Yann Hellers