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Basketball: Geldsegen als Unterstützung
Sport 3 Min. 08.01.2018

Basketball: Geldsegen als Unterstützung

Bob HEMMEN
Bob HEMMEN
Die nationalen Basketballclubs benötigen die Hilfe der Gemeinden, um Rechnungen zu bezahlen. In Luxemburg unterstützen diese die lokalen Vereine allerdings nicht allesamt gleich.

von Bob Hemmen

Vereine haben Kosten. Selbst wenn im nationalen Basketball Amateurteams aufeinandertreffen, benötigt es nicht nur viel Fleiß und Arbeit, um einen Club zu betreiben. Rechnungen für Lizenzen, Material, Trainer und teilweise auch Spieler müssen bezahlt werden. Wie auf internationaler Ebene spielen dabei Sponsoren eine große Rolle, auch das private Geld vieler Verantwortlichen fließt in die Vereinskassen, um möglichst oben mitzuspielen. Doch auch die Gemeinden haben hierzulande ihren Anteil daran, dass Vereine die laufenden Kosten stemmen können.

Die Clubs machen keinen Hehl daraus, wie viel Unterstützung sie von ihrer Gemeinde bekommen. T71-Präsident Marcel Wagener spricht offen darüber, dass sein erfolgreicher Verein für die Saison 2016/2017 von der Düdelinger Gemeinde 3 200 Euro überwiesen bekam. T71 schafft es mit der Unterstützung der Sponsoren dennoch, oben mitzuspielen.

Von der Gemeinde erhält T71 weniger Geld als jeder andere Erstligist in der Total League der Männer. „Wir haben sehr viele Vereine in Düdelingen und alle spielen auf einem hohen Niveau. Uns ist klar, dass nicht jeder Club 10 000 Euro bekommen kann, das erlaubt das Budget einfach nicht“, weiß der Präsident.

Obwohl sein Verein keine große finanzielle Unterstützung von der Gemeinde erhält, feierte Präsident Marcel Wagener mit T71 schon viele Erfolge.
Obwohl sein Verein keine große finanzielle Unterstützung von der Gemeinde erhält, feierte Präsident Marcel Wagener mit T71 schon viele Erfolge.
Foto: Fabrizio Munisso

Andere Vorteile

Der T71-Boss macht der Gemeinde keine Vorwürfe, schließlich profitiert der Basketballclub auch vom Standort. „Wir müssen uns die Halle mit niemandem teilen, können trainieren wann wir wollen und erhalten dort die nötige Unterstützung“, beschreibt Wagener.

Doch der Präsident hat eine Idee, wie die Gemeinde die lokalen Clubs dennoch unterstützen könnte. „Wenn uns und den anderen Sportvereinen eine Wohnung zur Verfügung gestellt werden würde, für die wir auch Miete bezahlen könnten, wäre allen geholfen. Wir haben jährlich enorme Kosten durch die Mieten für die Profis und die Trainer, deshalb denke ich, dass das eine große Unterstützung wäre“, meint Wagener, der hofft, dass seine Idee irgendwann umgesetzt wird.

Reichlich Hilfe

Zusatzwünsche gibt es in Contern keine mehr. Der Verein, der für die Saison 2016/2017 70 000 Euro erhalten hat, kann sich nicht beklagen. „Wir haben jahrelang an einem Reglement gearbeitet, in dem festgehalten wurde, wie viel jeder Verein in Contern als Unterstützung erhält. Bei uns fließt der Großteil in die Jugendarbeit. Mit über 500 Lizenzierten haben wir hohe Ausgaben, die durch die Hilfe der Gemeinde gedeckt werden“, erklärt Vizepräsident Francis Rollinger.

Die Diskrepanz zwischen der eigenen Unterstützung und jener, die andere Vereine erhalten, ist groß. Doch diesen Vorwürfen sieht Conterns Vizepräsident gelassen entgegen: „Das Frauen- und das Männerteam werden nicht durch die Gemeinde, sondern mithilfe der Sponsoren finanziert. Zudem haben wir Kosten, wie die LED-Banden, die wir im Vergleich zu anderen Teams selbst bezahlt haben”, so Rollinger.

Bei uns fließt der Großteil in die Jugendarbeit. Mit über 500 Lizenzierten haben wir hohe Ausgaben, die durch die Hilfe der Gemeinde gedeckt werden.

Dabei haben nicht nur AB Contern, sondern auch die anderen Vereine genaue Anweisungen, wie mit dem Geld umgegangen werden soll. Die für ihre gute Jugendarbeit bekannten Bartringer müssen von den insgesamt knapp 12 300 Euro, die Sparta als Unterstützung erhielt, über 8 000 Euro in den Nachwuchsbereich investieren. Die Ettelbrücker Etzella erhält insgesamt 7 100 Euro, davon müssen 1 500 Euro in die Jugendarbeit gesteckt werden, um die erfolgreiche Zukunft des Vereins zu sichern.

Geld von vier Gemeinden

Die Musel Pikes erhalten derweil gleich von vier Gemeinden Unterstützung. Die Moselaner bekommen von den Gemeinden Stadtbredimus, Wormeldingen, Schengen und Remich insgesamt 12 000 Euro, die dabei helfen sollen, oben mitzuspielen. Doublésieger Amicale erhält in Steinsel immerhin 10 000 Euro, um weiterhin gute Arbeit zu leisten. Letztlich sind jedoch weder bei den Musel Pikes, noch bei T71 oder Sparta die Gelder von der Gemeinde ausschlaggebend. Trotzdem helfen sie den Vereinen, einen kleinen, oder wie im Falle Conterns etwas größeren, Vorteil zu haben. 


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