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Basketball: Die Schwächen und Stärken der einzelnen Teams
Tom Schumacher und T71 haben die beste Offensive der Liga. Doch in der Verteidigung muss Düdelingen deutlich zulegen.

Basketball: Die Schwächen und Stärken der einzelnen Teams

Foto: Fernand Konnen
Tom Schumacher und T71 haben die beste Offensive der Liga. Doch in der Verteidigung muss Düdelingen deutlich zulegen.
Sport 4 Min. 14.11.2017

Basketball: Die Schwächen und Stärken der einzelnen Teams

Daniel WAMPACH
Daniel WAMPACH
Die Hinrunde der Basketball-Meisterschaft ist vorbei. Schaut man sich die erzielten Punkte und Gegentreffer an, fällt auf: Die Teams, die den Erwartungen hinterherhinken, haben vor allem in der Verteidigung Probleme.

von Daniel Wampach

Die Hinrunde der Basketball-Meisterschaft ist vorbei und hatte einige Überraschungen parat. So stehen nach neun Spieltagen weder Amicale, noch die Musel Pikes an der Spitze der Tabelle: Basket Esch musste sich erst ein Mal geschlagen geben und zeigte bisher großes Selbstbewusstsein.

Schaut man sich die Tabellenverschiebungen der einzelnen Teams an, so fällt sofort der Absturz von Racing ins Auge. Der Hauptstadtclub überraschte an den ersten Spieltagen mit drei Siegen und stand an der Tabellenspitze, doch dann ging es nur noch bergab auf den vorletzten Tabellenplatz. Während sich Contern, Résidence und Heffingen konstant die unteren Tabellenplätze aufteilten, fiel Sparta am vierten Spieltag auf den letzten Rang ab, um sich wieder zurück auf den sechsten Platz zu kämpfen.

Von den Topteams stürzte Etzella am zweiten Spieltag kurzeitig auf Rang neun ab, nachdem die Ettelbrücker gegen Racing verloren hatten. Doch das Team von Trainer Kresimir Basic zeigte danach konstante Leistungen und steht nun auf Rang vier.

Amicale mit dem besten Gesamtergebnis

Basket Esch ist das Überraschungsteam der Hinrunde. Zwar wurde Kovac und Co. zugetraut, den fünf besten Mannschaften anzugehören, doch dass das Team von Trainer Sylvain Lautié nach der Hinrunde ganz oben in der Tabelle stehen würde, hatten nur die Wenigsten geglaubt.

Blickt man allerdings rein auf den Durchschnitt der Punkte und Gegenpunkte, so steht Esch in keiner Statistik auf dem ersten Platz. Diese Tabellen sind aber mit etwas Vorsicht zu genießen, da sie nicht die jeweiligen Spielverläufe mit einbeziehen.

Das beste Gesamtergebnis weist Amicale auf. Mit im Schnitt 70,7 Gegenpunkten pro Partie ist Steinsel das defensivstärkste Team, in der Offensive liegt es mit 88,3 Zählern auf Platz zwei. „Für uns kommt die jetzige Länderspielpause zu einem schlechten Zeitpunkt, denn die vergangenen Spiele waren richtig klasse“, lobt Trainer Ken Diederich sein Team.

„Als Samy (Picard) verletzt war, hat sich die Mannschaft daran gewöhnt, ohne ihn zu spielen. Die Einwechselspieler haben sich dadurch deutlich verbessert.“ Der 40-Jährige sieht allerdings noch Potenzial für Verbesserung: „Wir können an der Stabilität und Konstanz arbeiten. Aber mit sieben Siegen aus neun Partien stehen wir sehr gut da.“

Résidence muss defensiv zulegen

Fast alle Mannschaften, die den Erwartungen hinterherhinken, haben eine schwache Defensive. Bei T71 und Résidence ist dies besonders auffällig. Düdelingen ist zwar Tabellenfünfter punktgleich mit dem Dritten Musel Pikes, hätte jedoch noch besser dastehen können. Es ist nämlich dank des Trios Schumacher/Stephens/Johnson das offensivstärkste Team und hat als einziges mehr als 90 Punkte im Schnitt erzielt.

Allerdings kommen Düdelingens Gegner zu oft zum Korberfolg, deswegen hat es schon vier Niederlagen kassiert. „Unsere Verteidigung ist sehr schwach, eine der schlechtesten der Liga“, sagte Trainer Pascal Meurs schon vergangene Woche. Gegen Résidence kassierte T71 am achten Spieltag ganze 38 Punkte im ersten Viertel. Dank des Offensivtrios gewannen Schumacher und Co. trotzdem. Doch dieses kann nicht alles kompensieren. Um um den Titel mitzuspielen, muss die Verteidigung besser werden – laut Trainer Meurs ist das weniger ein Problem des Systems, sondern eine Frage der Mentalität.

Samy Picard (r.) fehlte Amicale einige Spiele verletzt. Die Mannschaft gewöhnte sich an seine Abwesenheit und trat nach der Rückkehr des Nationalspielers deutlich stärker auf.
Samy Picard (r.) fehlte Amicale einige Spiele verletzt. Die Mannschaft gewöhnte sich an seine Abwesenheit und trat nach der Rückkehr des Nationalspielers deutlich stärker auf.
Foto: Serge Waldbillig

Auch Résidence gehört zu den Top Drei in der Offensive, während es in der Defensive Vorletzter ist. „Unser Angriff ist nicht das Problem“, weiß auch Moura. „Die Hinrunde war aus unserer Sicht definitiv nicht zufriedenstellend. Es ist fast wie in der vergangenen Saison, als wir Probleme mit den US-Amerikanern und einen schlechten Start hatten. Diese Saison hatten wir einen Trainerwechsel zu verkraften. In den vergangenen Partien lief es aber besser und ich denke, wir können optimistisch in die Zukunft blicken.“

Eine aggressivere Verteidigung ist unbedingt vonnöten, ansonsten droht Résidence die Titelgruppe zu verpassen. „Individuell sind wir defensiv stark, aber es hapert an Kollektiv. Meistens ist einer der fünf Spieler auf dem Feld nicht auf der Höhe. Wir haben uns in den vergangenen Wochen bereits verbessert. Wir müssen aber zum Beispiel noch mehr Rebounds holen“, spricht Moura die Probleme der Walferdinger an.

Heffingen in beiden Hinsichten Schlusslicht

Racing überzeugte zu Beginn der Saison und stand nach drei Siegen auf dem ersten Tabellenplatz. „Die ganze Liga war überrascht, dass wir sofort so gut mithalten konnten“, erklärt Hilger. Doch anschließend folgten sechs Niederlagen, so dass Racing nun Vorletzter ist. Genau wie Mitaufsteiger Heffingen haben die Hauptstädter deutliche Defizite in der Offensive und liegen weit hinter den anderen acht Teams zurück.

„Wir hatten nach dem tollen Auftakt eine Serie von schweren Spielen. Auswärts mussten wir bei Amicale und Basket Esch antreten, es folgten Heimspiele gegen T71 und die Musel Pikes. Wir haben zwar nicht hoch verloren, doch wir haben uns jeweils immer kurze Phasen geleistet, in denen wir nicht konzentriert waren. Dadurch haben wir an Selbstvertrauen verloren und hatten in den Spielen gegen Résidence und Heffingen mehr Druck. Solche Partien müssen wir natürlich gewinnen, wenn wir in die Titelgruppe wollen“, weiß Hilger.

Max Hilger und Aufsteiger Racing spielen defensiv sehr solide, müssen aber im Angriff zulegen.
Max Hilger und Aufsteiger Racing spielen defensiv sehr solide, müssen aber im Angriff zulegen.
Foto: Yann Hellers

Immerhin konnte sich Racing in der Hinrunde auf eine ordentliche Verteidigung verlassen. „Die Defensive war bisher die einzige Konstante. Offensiv haben wir zu Beginn den Ball gut rotieren lassen, doch nachdem wir ein paar Partien verloren hatten, haben wir zu individuell gespielt. Wir hatten weniger freie Würfe und so nahm auch die Trefferquote ab.“

Heffingen ist hingegen in beiden Hinsichten das schlechteste Team der Liga. Thesen und Co. haben als einzige Mannschaft keine 70 Zähler im Schnitt erzielt, während es mit mehr als 90 Gegenpunkten ebenfalls alleine dasteht. Der beste Angriff aus Düdelingen hat im Schnitt 22,8 Punkte mehr erzielt als Schlusslicht Heffingen, das in der Defensive 21,2 Punkte mehr kassierte als Amicale mit der besten Verteidigung.



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