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Härtetest auf großer Bühne
Sport 2 Min. 02.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Badminton

Härtetest auf großer Bühne

Robert Mann hatte den Ball stets im Blick.
Badminton

Härtetest auf großer Bühne

Robert Mann hatte den Ball stets im Blick.
Foto: Sven Heise
Sport 2 Min. 02.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Badminton

Härtetest auf großer Bühne

Landesmeister Robert Mann war am Dienstag bei den Bitburger Open in Saarbrücken im Einsatz. Der Luxemburger forderte einen der Titelfavoriten heraus.

(jan) - Erst schaut er dem Federball zu, wie er genau auf der Linie landet. Dann zeigt Huang Yuxiang mit dem Badmintonschläger in den Lichtkegel, der von der Decke der Saarbrücker Saarlandhalle fällt, ehe er sich mit verzweifeltem Blick dem Schiedsrichter zuwendet. Es läuft nicht rund bei der Nummer 30 der Weltrangliste. Schuld daran ist aber nicht der Scheinwerfer, sondern Robert Mann.

Der Luxemburger, der im internationalen Ranking 166 Punkte hinter dem Chinesen liegt, spielt am Dienstag bei den hochkarätig besetzten Bitburger Open groß auf – und zwingt seinen favorisierten Gegner eine halbe Stunde lang zu voller Konzentration. Am Ende muss sich Mann mit 16:21, 16:21 geschlagen geben. "Ich bin sehr zufrieden", resümiert der Luxemburger nach dem Match. "Ich habe auch von vielen Seiten ein positives Feedback bekommen." Vor allem sei es ihm gelungen, taktische Fehler gleich im nächsten Ballwechsel zu korrigieren – und seinem Gegner somit nicht ständig ins offene Messer zu laufen.

Lautstarke Unterstützung

Es ist klar zu sehen, dass Huang über das härtere und präzisere Angriffspiel verfügt. Doch Mann zwingt seinen Gegner mit klugen Tempo- und Richtungswechseln – und aufreibender Laufarbeit – aus der Komfortzone. "Ich muss zugeben, dass mir am Ende die Fitness gefehlt hat", gesteht der 31-Jährige. Doch der Luxemburger Fanblock, der in der Saarlandhalle mit geschätzt 25 Anhängern aus dem Großherzogtum üppig gefüllt ist, macht dem besten Spieler des Landes Beine. "Ich habe die Unterstützung schon nach meinem ersten Punkt gespürt", verrät Mann. "Sonst habe ich im Spiel zwar wenig mitbekommen, aber es war schön, dass die Leute hinter mir standen."

Auch in der Doppelkonkurrenz wird Mann mit Partner Mike Vallenthini lautstark unterstützt, doch beim 15:21, 13:21 in der Qualifikation gegen das deutsche Duo Peter Lang und Thomas Legleitner gibt es für die beiden Luxemburger wenig zu holen. „Es waren schwierige Gegner, aber wir haben auch nicht unser bestes Badminton gespielt“, räumt Mann ein. Doch obwohl er gegen Huang an seiner Topform kratzt, ist es mehr Improvisation als akribische Vorbereitung: "Ich wollte mir vor dem Match ein Youtube-Video meines Gegners gegen einen Weltklassespieler anschauen, habe es aber nach wenigen Minuten wieder geschlossen und mir gesagt: 'Spiel dein Spiel und mach, was du gut kannst!'"

Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio ist die Begegnung mit seinem bislang stärksten Gegner ein weiterer Schritt. "Das macht Mut", ergänzt Mann. Während der Sportsoldat seine Ziele für 2017 bereits erreicht hat (unter anderem die Top 200 der Weltrangliste), blickt er nun schon weiter in die Zukunft. Nach Turnieren in Marokko, Sambia, Südafrika und der Türkei bis Weihnachten steht im April 2018 mit den Europameisterschaften im spanischen Huelva der nächste Höhepunkt an.

Ein nächstes, jedoch weitaus höher gestecktes Ziel, ist die WM im Juli in Nanjing (CHN). "Dafür müsste ich ungefähr unter die besten 120 der Weltrangliste kommen", rechnet Mann, der sich unabhängig davon die 150 als nächstes Etappenziel für Ende 2018 gesetzt hat. "Bislang läuft es sehr gut. Ich hoffe, dass es so weiter geht", sagt Robert Mann. Schritt für Schritt eben.


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Robert Mann / Badminton Landesmeisterschaften 2016-2017 / 05.02.2017 / Championnat Individuel Badminton 2016-2017 / Hall Sportif de Kehlen / Foto: Yann Hellers