Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Auf in die Ardennen
Sport 3 Min. 14.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Auf in die Ardennen

Bob Jungels erkundete am Freitag mit seinen Teamkollegen die letzten Kilometer des Amstel Gold Race.

Auf in die Ardennen

Bob Jungels erkundete am Freitag mit seinen Teamkollegen die letzten Kilometer des Amstel Gold Race.
Foto: Serge Waldbillig
Sport 3 Min. 14.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Auf in die Ardennen

Daniel WAMPACH
Daniel WAMPACH
Amstel Gold Race, Flèche Wallonne und Liège-Bastogne-Liège - diese drei großen Rennen werden in der kommenden Woche in den Ardennen bestritten. Mit dabei sind zwei Luxemburger, wobei die kommenden neun Tage vor allem für Bob Jungels ein großes Ziel darstellen.

Am Sonntag beginnt mit dem Amstel Gold Race die Woche der Ardennenklassiker im Radsport. Es folgen die Flèche Wallonne am Mittwoch und Liège-Bastogne-Liège am Sonntag nächster Woche - eines der ältesten Rennen, das zu den fünf Radsportmonumenten gehört.

Auch bei den Luxemburger Anhängern erfreuen sich diese drei Klassiker großer Beliebtheit. Auch deshalb ist der Ardennenblock neben der Tour de France das zweite große Ziel für Bob Jungels.

Bob Jungels

Der Quick-Step-Profi ist einer von vier zu beachtenden Fahrern seines Teams, allerdings nicht der Kapitän. "Philippe Gilbert ist unser erster Mann, aber auch Julian Alaphilippe ist einer unserer Leader", so Jungels, der auch auf eigene Karte fahren könnte: "Es hängt vieles vom jeweiligen Rennszenario ab." Demnach dürfen sich seine Fans Hoffnungen machen, dass der Luxemburger Meister ganz vorne zu sehen sein wird. Die Form passt, auch wenn er bei der Flèche Brabançonne am vergangenen Mittwoch am Ende nicht vorne mithalten konnte. "Das ist dem fehlenden Rennrhythmus der vergangenen Wochen geschuldet gewesen", begründet Jungels, der eine Ansage macht: "Ich bin bereit!"

Ben Gastauer

Ben Gastauer mag das Amstel Gold Race nicht allzu sehr.
Ben Gastauer mag das Amstel Gold Race nicht allzu sehr.
Foto: Vincent Curutchet

Der Ag2r-Profi verrichtet wie immer die Arbeit im Hintergrund: "Mich sollte man nicht in einer Ausreißergruppe erwarten." Das sei für sein Team bei den Ardennenklassikern ohnehin nicht allzu sinnvoll, höchstens wohl beim Amstel Gold Race. Das niederländische Rennen mag Gastauer nicht allzu sehr: „Ich bevorzuge Liège-Bastogne-Liège, weil es ein langes und hartes Rennen mit längeren Anstiegen ist. Beim Amstel Gold Race gibt es so viele Richtungs- und Rhythmuswechsel. Zudem sind die Straßen eng und es sind viele Kreisverkehre zu umfahren.“

Gastauer wird demnach beim Amstel Gold Race für seine Teamkapitäne Oliver Naesen (B) und Silvain Dillier (CH) arbeiten, bei der Flèche Wallonne und Liège-Bastogne-Liège ist Romain Bardet (F) der Leader des Ag2r-Teams.

Die Strecke

Ganze 35 Anstiege stehen auf den 263 km zwischen Maastricht und Berg-en-Terblijt bei Valkenburg an. Die Streckenänderungen könnten das Finale erneut spektakulärer machen. Der bekannte Cauberg wird zwar drei Mal passiert, aber wie bereits im Vorjahr nicht in der letzten Runde, die gut 15 km lang ist. Das soll mehr Spannung bringen, warteten die Favoriten in den Vorjahren doch meistens bis zum Schlussanstieg, um um den Sieg zu kämpfen.

Nach der vorletzten Zieldurchfahrt in Berg-en-Terblijt geht es sofort zum Geulhemmerberg. Anschließend führt die Route nicht mehr über eine breite Straße, sondern eine enge Abfahrt (Kuitenbergweg). Das bringt mit sich, dass sich die Fahrer schon vor beziehungsweise im Anstieg vorne in der Gruppe platzieren sollten.

Danach nehmen die Profis recht schnell den Bemelerberg in Angriff, der sich sieben Kilometer vor dem Ziel befindet. Bis zum letzten Kilometer führt die Strecke dann erneut über enge, ansteigende Straßen. Diese Streckenführung spielt also vor allem Ausreißern in die Karten. Das weiß auch Wilfried Peeters, Sportlicher Leiter bei Quick-Step: "Das Amstel Gold Race ist eines der Rennen, bei denen du immer wach sein musst. Es wird viel um die guten Positionen gekämpft. Am richtigen Platz zur richtigen Zeit zu sein, macht den Unterschied. Aber um bis dahin zu kommen, muss der Fahrer nicht nur intelligent sein, sondern auch die Beine dazu haben. Es ist sehr wichtig, vorne zu sein, denn die engen Straßen erschweren eine organisierte Verfolgungsjagd erheblich."

Die Favoriten

Der Belgier Gilbert, der als König des Caubergs bezeichnet wird, könnte seinen fünften Sieg  beim Amstel Gold Race holen. Allerdings schläft die Konkurrenz nicht und vor allem beim niederländischen Klassiker ist eine Prognose schwer. Den ganz großen Favoriten, wie zum Beispiel bei der Flèche Wallonne mit Alejandro Valverde (E/Movistar), gibt es nicht. Folgende Topfahrer kommen für einen Sieg infrage:

  • Julian Alaphilippe (F/Quick-Step)
  • Sonny Colbrelli (I/Bahrain)
  • Rui Costa (P/UAE Emirates)
  • Philippe Gilbert (B/Quick-Step)
  • Bob Jungels (Quick-Step)
  • Roman Kreuziger (CZE/Mitchelton)
  • Michal Kwiatkowski (PL/Sky)
  • Dan Martin (IRL/UAE Emirates)
  • Michael Matthews (AUS/Sunweb)
  • Vincenzo Nibali (I/Bahrain)
  • Peter Sagan (SVK/Bora)
  • Alejandro Valverde (E/Movistar)
  • Greg van Avermaet (B/BMC)
  • Tim Wellens (B/Lotto Soudal)

Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Liège-Bastogne-Liège
Nach der Flèche Wallonne hat Radprofi Alejandro Valverde auch Liège-Bastogne-Liège gewonnen. Der Spanier scheint in dieser Saison fast unbesiegbar.
Spanish Alejandro Valverde of Movistar Team celebrates as he crosses the finish line to win the 102nd edition of the Liege-Bastogne-Liege one day cycling race, 256km with departure and arrival in Liege, on April 23, 2017.  / AFP PHOTO / Belga / NICOLAS LAMBERT / Belgium OUT
Amstel Gold Race 2017
Die Rennen in Flandern sind passé. Von den Pavés geht es nun in die Ardennen. Das Amstel Gold Race eröffnet die dortige Trilogie am Sonntag, dies mit einem veränderten Parcours. Fans und Experten hoffen vor allem auf mehr Bewegung – und weniger Langeweile.
Der Cauberg wird kurz vor dem Ziel nicht mehr überquert.
Kein Start bei Paris-Roubaix
Philippe Gilbert legt erst einmal eine Pause ein. Der Belgier verzichtet auf eine Teilnahme am Klassiker Paris-Roubaix. Stattdessen bereitet er sich auf die Ardennenklassiker vor.
Philippe Gilbert wird am Sonntag nicht am Start sein.
Kommentar zum Amstel Gold Race
Bob Jungels war beim Amstel Gold Race der beste Luxemburger, während der Italiener Enrico Gasparotto die großen Favoriten überraschte. Eine Analyse der LW-Redakteure Joe Turmes und Daniel Wampach.