Auch Bob Jungels verzichtet

Eine Tour de France ohne Luxemburger?

Ein Volksfest, im Notfall auch ohne einheimische Profis

Bob Jungels während des Trainings in Spanien.
Bob Jungels während des Trainings in Spanien.
Foto: Quick-Step Floors/Tim de Waele

von Joe Geimer

2017 macht die Tour de France nach elf Jahren wieder einen Schwenker nach Luxemburg. Am dritten Renntag passiert die „Grande Boucle“ die Landesgrenze im hohen Norden und ist bis in den Süden nach Esch/Alzette während 110 km zu Gast. Auf der vierten Etappe macht das größte Radrennen der Welt gar Station im Großherzogtum: Mondorf darf den Start dieses Abschnitts austragen. Während 11 km geht es für Christopher Froome und Co. am 4. Juli über Luxemburger Boden.

Eines scheint bereits knapp sieben Monate vor diesem sportlichen Höhepunkt des Jahres klar: Die unzähligen Luxemburger Radsportfans werden die Frankreich-Rundfahrt nicht nur mit offenen Armen empfangen, sondern entlang der 121 km ein wahres Volksfest abhalten.

Jungels und Didier beim Giro

Doch diese Euphorie könnte in den kommenden Wochen einen echten Dämpfer erhalten. Es kann nämlich sehr gut sein, dass die Tour de France 2017 ganz ohne Luxemburger Beteiligung über die Bühne geht! Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Schreckensszenario erstmals seit 2003 wieder zur Realität wird, wird von Tag zu Tag größer.

Alex Kirsch (Wallonie-Bruxelles) hat mit seinem neuen ProKontinentalteam ohnehin keine Chancen auf eine Teilnahme. In einer bärenstarken BMC-Mannschaft steht für Jempy Drucker erneut die Vuelta im Fokus. Laurent Didier (Trek) bestreitet auf eigenen Wunsch den Giro.

Nun steht fest, dass Bob Jungels (Quick-Step) ebenfalls auf die Tour de France verzichtet. Dies bestätigte er am Mittwoch bei der offiziellen Teamvorstellung in Courtrai (B). Der 24-Jährige kehrt nach seinem brillanten sechsten Platz aus dem Vorjahr zum Giro d'Italia zurück und bestreitet in der zweiten Saisonhälfte die Vuelta a Espana.

Die Hoffnungen der einheimischen Fans ruhen demnach auf den Schultern von Ben Gastauer. Doch auch für den Schifflinger sieht es beim derzeitigen Stand der Dinge eher nach Giro d'Italia als nach Frankreich-Rundfahrt aus.

Hoffentlich lassen sich die Anhänger im Großherzogtum auch im Falle des Worst-Case-Szenarios nicht die gute Laune verderben.