Wählen Sie Ihre Nachrichten​

ATP-Turnier in Nottingham (GB): Muller gewinnt Nervenschlacht gegen Youzhny
Sport 1 3 Min. 22.06.2016 Aus unserem online-Archiv

ATP-Turnier in Nottingham (GB): Muller gewinnt Nervenschlacht gegen Youzhny

Gilles Muller brauchte zweieinhalb Stunden gegen Mikhail Youzhny.

ATP-Turnier in Nottingham (GB): Muller gewinnt Nervenschlacht gegen Youzhny

Gilles Muller brauchte zweieinhalb Stunden gegen Mikhail Youzhny.
Archivfoto: Reuters
Sport 1 3 Min. 22.06.2016 Aus unserem online-Archiv

ATP-Turnier in Nottingham (GB): Muller gewinnt Nervenschlacht gegen Youzhny

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Es dauerte über zweieinhalb Stunden, dann hatte Gilles Muller nach einem nervenaufreibenden Spiel Matchball gegen Mikhail Youzhny. Er nutzte ihn nach drei Sätzen (6:7, 7:6, 6:3) und steht im Viertelfinale.

(tom) - Gilles Muller (Weltranglistenposition: 41) hat im ATP-Turnier Aegon Open in Nottingham (GB/Rasen/648 255 Euro) nach einem spannenden Match über 2.35' gegen Mikhail Youzhny (73) das Viertelfinale erreicht. Muller bezwang den Russen mit 6:7 (4:7), 7:6 (7:4), 6:3.

Das Achtelfinale zwischen Muller und Youzhny war zunächst nichts für Tennis-Ästheten - die Partie lebte von Fehlern beider Spieler. Dafür war sie über weite Strecken und vor allem gegen Ende der 2.35' an Spannung kaum zu überbieten.

Muller, der wie zuletzt häufiger gesehen mit Baseball-Kappe statt Stirnband antrat,  sollte in der Anfangsphase eher von der hohen Fehlerquote profitieren, indem er Youshny bereits zum 2:0 den Aufschlag abnehmen konnte - doch Youshny revanchierte sich mit dem Re-Break zum 2:1. Im folgenden Spiel verpasste Muller, ähnlich wie vor einigen Tagen in 's-Hertogenbosch gegen David Ferrer, eine Vorentscheidung. Der Linkshänder ließ mehrere Breakchancen zum 3:1 ungenutzt, Youshny glich mit guten Nerven wieder auf 2:2 aus. Auf der Gegenseite hätte nun der Russe fast das nächste Break geschafft. Muller hatte bereits drei Breakbälle gegen sich und musste sich über seinen guten zweiten Aufschlag retten. Youshny bekam das Break nicht, es stand 3:2.

Danach stabiliserte sich die Partie zusehends, auch wenn die Fehlerquote insgesamt recht hoch blieb. Beide Spieler brachten ihre Aufschlagspiele durch, Muller fand besser in seinen Rhythmus und spielte, zumindest augenscheinlich, das durchdachtere Tennis. Das 5:4 erspielte sich der Luxemburger souverän, während Youshny zu nachlässig wirkte. Mit seinem 5. Ass und einem anschließenden cleveren Stopball holte sich Muller auch das 6:5. Doch am Ende des ersten Satzes stand, wie so oft in den letzten Spielen von Gilles Muller, ein Tiebreak - gegen Michail Youshny war es insgesamt bereits sein sechster.

Und mit dieser Erfahrung startete "Mulles" souverän in das Entscheidungsspiel, schnell stand es 3:0 aus Sicht des Luxemburgers. Doch Youshny schlug gnadenlos zurück und gewann den Tiebreak am Ende mit 7:4.

Zweiter Satz beginnt wie der erste

Der zweite Satz startete fast identisch zum ersten: Wieder gab Youshny sein erstes Aufschlagspiel ab, wieder holte er sich direkt das nächste mögliche Break, weil Muller am Mittwoch mit seiner Vorhand haderte. Und: Wieder ließ Muller im nächsten Spiel Breakchancen liegen, spielte den Ball wieder entlang der Linie ins Aus - 1:2.

Doch der Luxemburger ließ sich nicht hängen, kam mit einem starken Aufschlagspiel zurück ins Spiel. Auch Youshny traf im zweiten Satz zunehmend richtige Entscheidungen, erarbeitete sich Breakchancen, die Muller mit guten Nerven und seinem starken Aufschlag von links zum 3:3 vereitelte. Der starke Aufschlag rettete "Mulles" erneut in den Tiebreak. Und diesmal sollte er ihn dominieren: Mit einem Ass, seinem elften in der Partie, entschied Muller den zweiten Satz mit 7:6 (7:4) für sich.

Dieser Satzgewinn gab dem Luxemburger Auftrieb - er spielte jetzt deutlich ruhiger und konnte sich wie schon zuvor im Londoner Queen's Club gegen John Isner (USA/17) endlich auf seine Nerven verlassen. Auch ein Trickshot von Youshny durch die Beine zum 3:3 im dritten Satz konnte Muller nicht beirren. Beim Stand von 4:3 erarbeite er sich drei Breakbälle und nutzte mit einem schönen Lob bis kurz vor Youshnys Grundlinie gleich den ersten.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Nach 2.35' saß dann gleich der erste Matchball zum 6:3. Er beendete eine nervenaufreibende Achtelfinal-Partie.

Abschied vom "Serve-and-Volley-Plan"

Muller selbst bezeichnete das Spiel hinterher als "sehr große Achterbahnfahrt". "Ich habe frühe Breaks geschafft und trotzdem schlecht gespielt. Es war der Plan, mehr 'Serve and Volley' zu spielen, aber ich bin einfach nicht oft genug nach vorne gekommen. Also habe ich den Plan aufgegeben, weil ich dachte, wenn ich so weiter spiele, verliere ich", so Muller im Interview auf "Eurosport".

Im Viertelfinale trifft Muller am Donnerstag, 13 Uhr (Luxemburger Zeit) auf den Ukrainer Alexandr Dolgopolov (32).


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Muller zieht in die zweite Runde ein
Tennisprofi Gilles Muller hat seine Erstrundenpartie beim ATP-Turnier in Marseille gewonnen. Am Ende war der Luxemburger gegen Sergiy Stakhovsky recht souverän.
Gilles Muller of Luxembourg hits a return against Hyeon Chung of South Korea during their men's singles second round match at Pat Rafter Arena during the Brisbane International tennis tournament in Brisbane on January 2, 2018. / AFP PHOTO / SAEED KHAN / IMAGE RESTRICTED TO EDITORIAL USE - STRICTLY NO COMMERCIAL USE
Wimbledon: Mit einem Ass zum Sieg
Nach dem Tenniskrimi gegen Lukas Rosol hat Gilles Muller am Freitag gegen Aljaz Bedene nichts anbrennen lassen. Im Achtelfinale wartet ein ganz Großer.
Gilles Muller zeigte gegen Aljaz Bedene eine ganz starke Leistung.
In Sofia: Muller souverän im Viertelfinale
Gilles Muller hat beim ATP-Turnier in Sofia das Viertelfinale erreicht. Gegen den Russen Mikhail Youzhny hatte der Luxemburger Tennisprofi keine größeren Probleme, erwischte aber einen schlechten Start.
Gilles Muller gelangen insgesamt vier Breaks.