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Andy Schlecks schönster Sieg
Sport 10 2 Min. 21.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Etappensieg am 21. Juli 2011

Andy Schlecks schönster Sieg

Auf dem Gipfel: Andy Schleck gewinnt die 18. Etappe der Tour de France 2011 auf dem Col du Galibier.
Etappensieg am 21. Juli 2011

Andy Schlecks schönster Sieg

Auf dem Gipfel: Andy Schleck gewinnt die 18. Etappe der Tour de France 2011 auf dem Col du Galibier.
Foto: Serge Waldbillig
Sport 10 2 Min. 21.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Etappensieg am 21. Juli 2011

Andy Schlecks schönster Sieg

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Sein Triumph am Col du Galibier gehört zu den größten Siegen in Andy Schlecks Karriere. Vor exakt fünf Jahren düpierte der Luxemburger Radprofi die Konkurrenz bei der Tour de France mit einer Demonstration der Stärke.

(jg) - Andy Schleck, der sein letztes Rennen vor zwei Jahren bei der Tour de France absolvierte, gehörte sicherlich zu den talentiertesten Profis der jüngeren Vergangenheit. Der letzte Paukenschlag des Mondorfers liegt exakt fünf Jahre zurück: Den 21. Juli 2011 werden die Luxemburger Radsportfans so schnell nicht vergessen. Denn Schleck feierte an jenem Tag bei der „Grande Boucle“ nicht nur seinen insgesamt dritten Etappensieg auf den 200,5 km zwischen Pinerolo und der Bergankunft am Col du Galibier. Es war vor allem die Art und Weise, die Fans und Experten gleichermaßen begeisterte und verzückte. 60 km vor dem Ziel attackierte er mit Mut, Herz und Klasse und sollte nicht wieder gestellt werden.

Der damals 26-Jährige scheiterte nur wegen 15'' am Gelben Trikot, verbesserte sich drei Etappen vor Schluss allerdings auf Rang zwei. Der fünfte Gesamtsieg eines Luxemburgers war mehr denn je eine realistische Option, auch weil sich sein fünf Jahre älterer Bruder Fränk drei Tage vor Ende der Rundfahrt auf Rang drei (auf 1'08'') in Lauerstellung befand.

Andy Schleck triumphierte am Col du Galibier als Solist nach einem epischen Angriff. Erst 2'07'' dahinter folgte Bruder Fränk als Zweiter, weitere 8'' dahinter erreichte Cadel Evans Platz drei, der später den ersten australischen Gesamtsieg klarmachen sollte.

Sicherlich war das Abenteuer nicht ganz risikofrei, doch ich hatte auch nichts zu verlieren.

Die frühe Attacke war von Beginn an genau so geplant. „Ich wollte mich nicht auf ein taktisches Rennen einlassen, bei dem sich alle lange belauern. Sicherlich war das Abenteuer nicht ganz risikofrei, doch ich hatte auch nichts zu verlieren. ,Alles oder nichts' lautete mein Motto. Letztendlich sollte ich Recht behalten. Ich wollte in Paris auf gar keinen Fall auf dem vierten Rang landen. Ich musste Zeit auf meine Konkurrenten gutmachen. Wir hatten vor dem Start eine Taktik festgelegt. Letztlich ist dieser Plan perfekt aufgegangen. Das macht den Erfolg noch etwas süßer“, so Andy Schlecks Analyse.

Geschafft!
Geschafft!
Foto: AFP

„Ich habe Charakter gezeigt“

Zweifel an seinem waghalsigen Unterfangen hatte der Luxemburger damals keine: „Ich war motivierter als je zuvor. Bereits am Vorabend hatte ich meiner Mannschaft von meiner Idee erzählt. Ich glaubte fest an das Gelingen und habe mich auch nach meinem Angriff nicht aus dem Konzept bringen lassen. Ich habe Charakter gezeigt und mich während des ganzen Tags sehr gut gefühlt. Ich bin bis an meine Grenzen gegangen. Ich habe mir aber immer wieder gesagt: ,Hey, wenn dir die Beine wehtun, geht es deinen Verfolgern auch nicht besser. Beiß auf die Zähne und kämpfe.'


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