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Altstar Cavendish rast nach Fahrerstreik ins Glück
Sport 3 Min. 29.06.2021
Tour de France

Altstar Cavendish rast nach Fahrerstreik ins Glück

Etappensieger Mark Cavendish ist überglücklich.
Tour de France

Altstar Cavendish rast nach Fahrerstreik ins Glück

Etappensieger Mark Cavendish ist überglücklich.
Foto: AFP
Sport 3 Min. 29.06.2021
Tour de France

Altstar Cavendish rast nach Fahrerstreik ins Glück

Jan MORAWSKI
Jan MORAWSKI
Die vierte Etappe der Frankreich-Rundfahrt beginnt mit einem Statement der Radprofis und endet mit dem großen Comeback von Mark Cavendish.

Erst organisierte André Greipel (D/Israel) gestenreich den Fahrerstreik, dann raste sein früherer Dauerrivale Mark Cavendish (GB/Deceuninck) zum Sieg. Auf ihre alten Tage sind die einstigen Sprintstars bei der 108. Tour de France noch einmal in die Rolle der Hauptdarsteller geschlüpft.


dpatopbilder - 24.06.2021, Frankreich, Brest: Radsport: Tour de France, Präsentation der Teams. Mark Cavendish (l) aus Großbritannien von Deceuninck - Quick-Step Team kommt zur  Präsentation der Teams vor dem Start der Tour de France am kommenden Samstag (26.06.2021). Foto: David Stockman/BELGA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Während der 38 Jahre alte Greipel am Dienstag auf der vierten - und dieses Mal nicht von schlimmen Stürzen überschatteten - Etappe sportlich nicht brillieren konnte, holte sich Cavendish völlig überraschend den Sieg im Massensprint. Der 26-jährige Brite feierte auf dem 150,4 km langen Teilstück von Redon nach Fougères seinen 31. Etappensieg und liegt damit nur noch drei Erfolge hinter Rekordhalter Eddy Merckx.

Cavendish, der bereits 2015 in Fougères triumphiert hatte, siegte vor Nacer Bouhanni (F/Arkéa) und Jasper Philipsen (B/Alpecin). Im Gesamtklassement blieb vor dem ersten großen Kräftemessen im Einzelzeitfahren am Mittwoch alles beim Alten. Raymond Poulidors Enkel Mathieu van der Poel (NL/Alpecin) fährt weiter im Gelben Trikot durchs Land und liegt in der Gesamtwertung acht Sekunden vor dem französischen Weltmeister Julian Alaphilippe (F/Deceuninck). Dritter ist Ex-Giro-Sieger Richard Carapaz (ECU/Ineos) 31 Sekunden zurück.

Sport zunächst im Hintergrund

Die letzten beiden Jahre war Cavendish bei der Tour gar nicht mehr berücksichtigt worden. Und auch in diesem Jahr rückte der Mann von der Isle of Man erst ins Deceuninck-Team, nachdem der Ire Sam Bennett wegen einer Knieverletzung verzichtet hatte. Die Karriere des Ex-Weltmeisters schien langsam auszutrudeln, schließlich hatte er seit 2016 keine Touretappe mehr gewonnen. Das sollte sich am Dienstag ändern.

Das sportliche Geschehen rückte aber zunächst in den Hintergrund, denn das Sturzchaos vom Vortag sorgte weiter für Aufregung. So traten die Fahrer unter Führung von Greipel 900 Meter nach dem Start in Redon kurzzeitig in den Streik und forderten einen Dialog aller Beteiligter. Viel zu enge Straßen, unnötige Abfahrten vor einem Massensprint - die schlimmen Stürze seien nach Meinung der Akteure mitunter vermeidbar gewesen.

Mathieu van der Poel bleibt im Gelben Trikot.
Mathieu van der Poel bleibt im Gelben Trikot.
Foto: AFP

„Die Tour ist erst zwei Tage alt und ich fühle mich, als ob ich schon zwei Wochen unterwegs wäre. Mental und körperlich sind wir alle gezeichnet“, schimpfte der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (D/Jumbo), der bereits in mehrere Stürze verwickelt war. Besonders schlimm hat es Martins Kapitän Primoz Roglic (SLO/Lotto Soudal) erwischt. Der Vorjahreszweite und Mitfavorit stieg völlig zugepflastert am ganzen Körper wieder aufs Rad. Für andere wie Sprintstar Caleb Ewan (AUS/Lotto Soudal) ist die Rundfahrt bereits beendet.

Die Kritik richtet sich gegen den Veranstalter ASO, aber vor allem gegen den Weltverband. „Die UCI hat ihre eigenen Regeln nicht befolgt“, betonte Bora-Teamchef Ralph Denk. „Es ging bergab im Finale, die Zielgerade hatte einen Knick. Das sollte alles nicht sein. Wenn man den Schuldigen sucht, dann ist es die UCI.“


VALLTER 2000 - SETCASES - VALL CAMPRODON, SPAIN - MARCH 24: Start / Bob Jungels of Luxembourg and Ag2R Citroen Team during the 100th Volta Ciclista a Catalunya 2021, Stage 3 a 203,1km stage from Canal Olímpic de Catalunya to Vallter 2000 - Setcases - Vall Camprodon 2125m / Mask / Covid Safety Measures / #VoltaCatalunya100 / on March 24, 2021 in Vallter 2000 - Setcases - Vall Camprodon, Spain. (Photo by David Ramos/Getty Images)
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Schuld hin oder her. Das Feld der Sprinter - auch der dreimalige Weltmeister Peter Sagan (SLO/Bora) oder der Franzose Arnaud Dèmare (F/Groupama) gingen schon schmerzhaft zu Boden - ist bereits arg dezimiert oder lädiert. Das eröffnet anderen die Chance auf Top-Plätze wie etwa Altstar Cavendish.

Am Mittwoch bleibt die Tour von schrecklichen Massenstürzen ganz sicher verschont, wenn das Einzelzeitfahren von Changé nach Laval über 27,2 km ansteht. Dann sind die Anwärter auf den Gesamtsieg gefordert. Schließlich kann es bereits zu größeren Zeitabständen kommen. Gute Chancen, das Gelbe Trikot zurückzuerobern, hat dann Alaphilippe, der als passabler Zeitfahrer gilt. Aber auch Spezialisten wie Stefan Küng (CH) oder Ex-Weltmeister Martin dürfen auf den Tagessieg hoffen. 

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