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Zweiter Lockdown kann nicht mehr ausgeschlossen werden
Politik 2 Min. 18.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Zweiter Lockdown kann nicht mehr ausgeschlossen werden

Es ist durchaus möglich, dass die Regierung die Schraube noch einmal anzieht. Möglich sind strengere Maßnahmen, aber auch ein zweiter Lockdown steht im Raum.

Zweiter Lockdown kann nicht mehr ausgeschlossen werden

Es ist durchaus möglich, dass die Regierung die Schraube noch einmal anzieht. Möglich sind strengere Maßnahmen, aber auch ein zweiter Lockdown steht im Raum.
Foto: AFP
Politik 2 Min. 18.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Zweiter Lockdown kann nicht mehr ausgeschlossen werden

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Gesundheitsministerin Lenert wie auch Wirtschaftsminister Fayot wollen einen zweiten Shutdown nicht länger ausschließen. Die Entscheidung fällt in der kommenden Woche.

Weder Premierminister Xavier Bettel (DP) noch Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) traten in den vergangenen Tagen vor die Presse. Die Entscheidungen des Kabinetts wurden am Freitag lediglich per Kommuniqué unter die Leute gebracht: „Les ministres réunis en conseil ont fait un point de situation concernant le Coronavirus SARS-Cov2 – COVID-19“, hieß es dort lapidar.


IPO,Chamber Covid Restruktiounen,Claude Wiseler.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Covid-Gesetz: "Abstimmung der Perspektivlosigkeit"
Die Maßnahmen haben bislang nicht ihre gewünschte Wirkung gezeigt und werden auch jetzt nicht reichen, sagt die Opposition.

Konkret bedeutet dies, dass es zumindest übers Wochenende und Anfang nächster Woche bei den geltenden Corona-Bestimmungen bleibt, Bestimmungen, die erst am vergangenen Dienstag vom Parlament verlängert und in einigen Punkten auch angepasst worden waren

Gleichwohl deutet einiges darauf hin, dass es zu einer weiteren Verschärfung der Regeln, wenn nicht gar zu einem zweiten Shutdown kommen könnte. Am Donnerstag hatte Gesundheitsministerin Paulette Lenert in der RTL-Sendung Background erklärt, ein zweiter Lockdown werde „von Tag zu Tag wahrscheinlicher“. Die Regierung will offensichtlich die Zahlen vom Wochenende noch abwarten, bevor sie sich endgültig festlegt.

Nach der Gastronomie möglicherweise der Handel

Ähnlich äußerte sich auch Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) am Freitag in einem Interview mit dem Radiosender RTL. Wie seine Parteikollegin Lenert wollte auch er sich nicht festlegen. Nur so viel. Es gebe zwar keinen Augenblick der Wahrheit, die Situation könne aber zu jeder Zeit kippen. Fayot betonte, dass das Gleichgewicht zwischen schärferen sanitären Maßnahmen einerseits und den Eingriffen in die Wirtschaft und in die Grundrechte andererseits gewahrt werden müsse. Sollte es wie in Deutschland zu einem zweiten Lockdown kommen, wird wohl nach der Gastronomie auch der Handel wieder seine Türen schließen müssen.


Das Infektionsgeschehen nimmt in den Schulen zu, am stärksten im Secondaire. Deshalb steigen die 4e-bis 2e-Klassen ab dem 30. November auf Alternativunterricht um.
Zweifelhafter Bericht zur Infektionslage in den Schulen
Der Analysebericht zur Infektionslage in den Schulen wurde allein vom Bildungsministerium erstellt, ohne Expertise von unabhängigen Wissenschaftlern. Dieses Vorgehen ist äußerst bedenklich.

Ein weiteres Indiz, das zumindest auf eine Verschärfung der Corona-Regeln hindeutet, ist der Newsletter, den das Bildungsministerium am Donnerstag an die Lehrerschaft verschickte. Die Lehrer und Lehrerinnen sollten sich bereit halten, um bei Bedarf wieder auf den Digitalunterricht zurückzugreifen. Neben dem Homeschooling ist auch eine Verlängerung der Weihnachtsferien denkbar.

In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen vor allem bei den älteren Schülern deutlich gestiegen. Für die oberen Klassen gilt daher bereits seit dem 30. November abwechselnd Präsenz- und Digitalunterricht.

Wie das Gesundheitsministerium hielt sich auch das Bildungsministerium gestern auf Nachfrage bedeckt. Neue Maßnahmen in den Schulen seien teil der Gesamtstrategie und über die sei noch nicht entschieden, hieß es.

Leichte Entspannung


Illustration, beim LMS, Covid-Testzentrum, Corona, Testing, testen, Covid-19, Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Corona-Wochenbericht: Leichte Entspannung
Nach wie vor werden jede Woche beunruhigend viele Personen positiv auf Covid-19 getestet. Doch die Zahl ging vergangene Woche leicht zurück.

Obwohl viel für eine Verschärfung der Corona-Regeln spricht, so hatten zuletzt doch einige Indikatoren auf eine leichte Entspannung hingedeutet. Die Zahl der Neuinfektionen bleibt zwar auf hohem Niveau, ist aber seit geraumer Zeit rückläufig, trotz enorm hoher Testzahlen. Auch die Positivrate bei den Tests geht langsam zurück und lag gestern bei 3,45 Prozent. Der Reproduktionswert liegt mittlerweile auch wieder deutlich unter 1, und zwar betrug er gestern 0,8. Die Virus-Präsenz in den Kläranlagen ist ebenfalls leicht rückläufig. 

Entscheidend wird letztendlich die Zahl der hospitalisierten Covid-Patienten sein. In den Kliniken zeichnet sich keine Entspannung ab.

Sollte die Regierung die Schraube noch einmal anziehen, muss das Covid-Gesetz erneut angepasst werden, das heißt, das Parlament muss in den Ferien zusammen kommen. 

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