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Zusammen statt gegeneinander
Für die Grünen machen seine Offenheit und die Sprachenvielfalt Luxemburg zu einem reichen Land.

Zusammen statt gegeneinander

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Für die Grünen machen seine Offenheit und die Sprachenvielfalt Luxemburg zu einem reichen Land.
Politik 2 Min. 27.09.2018

Zusammen statt gegeneinander

Patrick BESCH
Patrick BESCH
Am Donnerstag hielten déi Gréng ein Plädoyer für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt in Luxemburg und in Europa.

"Luxemburg ist größer als seine Grenzen." Mit diesen Worten begann der grüne Justizminister Félix Braz am Donnerstag sein Plädoyer für das friedliche Zusammenleben in Luxemburg. "Werte wie Offenheit und Toleranz, genauso wie die Sprachenvielfalt und die Migration machen den Reichtum unseres Landes aus", so der Grünen-Politiker. Aufgabe der Politik sei es, das Miteinander zu fördern, und nicht, die Gesellschaft zu spalten.

Gerade wegen seiner Attraktivität würde Luxemburg viele ausländische Bürger anziehen. In den Augen von Braz ist diese Attraktivität positiv, da sie das Land bereichere. Natürlich bringe Migration auch Herausforderungen mit sich. "Fast die Hälfte der Bevölkerung darf nicht am politischen Leben teilnehmen. Wir haben versucht, dieses Problem durch das Referendum 2015 zu lösen, waren jedoch nicht erfolgreich", stellte Braz fest. Um die politische Teilnahme von ausländischen Mitbürgern zu stärken, schlagen die Grünen die Wahlpflicht für Anwohner bei Gemeindewahlen vor.

"Mehr Dieschbourg, weniger Macron"

"Die Regierung hat in den vergangenen fünf Jahren sehr viel getan, um das Zusammenleben in Luxemburg zu stärken", meinte die Abgeordnete Sam Tanson. Als Beispiel führte sie den reformierten Elternurlaub, die Ehe für Alle sowie das Transgender-Gesetz an.


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Trotzdem sieht sie in vielen Bereichen noch immer Verbesserungspotenzial. So müsse es zum Beispiel auch Menschen in Führungspositionen möglich sein, Elternurlaub oder Teilzeitarbeit in Anspruch zu nehmen. "Wir müssen die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen weiter vorantreiben, sowohl in der Arbeitswelt wie auch bei der politischen Partizipation." Tanson schlug deshalb auch eine Frauenquote für die Kandidatenlisten bei den Gemeindewahlen vor.

Für Meris Sehovic, Kandidat der Grünen im Wahlbezirk Osten, ist auch ein Wandel in der Europapolitik nötig, will man den Zusammenhalt innerhalb der Europäischen Union stärken: "Nur wenn alle Länder zusammenarbeiten, kann Europa stark sein und seine Verantwortungen in der Welt wahrnehmen."

Déi Gréng fordern ein Neudenken in den Bereichen Klimaschutz, Agrarpolitik und Menschrechte. "Wir brauchen mehr Dieschbourg und weniger Macron, wollen wir die Klimatransition erfolgreich gestalten", gab Sehovic zu verstehen.

In der gemeinsamen Agrarpolitik forderte der Grünen-Politiker ein radikales Umdenken: "Die Nationalisierung der Agrarpolitik ist eine sehr schädliche Entwicklung." Auch für die Verteidigung der Menschenrechte müsse sich die Europäische Union wieder verstärkt einsetzen. "Anstatt immer mehr in den Grenzschutz zu investieren, muss die EU sich wieder stärker auf ihre Grundidee, die Verteidigung der Menschenrechte besinnen", forderte Sehovic.



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