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Zu teuer, zu wenig sozial
Politik 2 Min. 09.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Wohnungsmarkt

Zu teuer, zu wenig sozial

Die Wohnungsbaupolitik bleibt ein schwieriges Feld. Im Handumdrehen lassen sich keine neuen Wohnungen schaffen, und dann wäre noch die Preisspirale.
Wohnungsmarkt

Zu teuer, zu wenig sozial

Die Wohnungsbaupolitik bleibt ein schwieriges Feld. Im Handumdrehen lassen sich keine neuen Wohnungen schaffen, und dann wäre noch die Preisspirale.
Foto: Max Dalscheid
Politik 2 Min. 09.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Wohnungsmarkt

Zu teuer, zu wenig sozial

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Auf dem Wohnungsmarkt muss noch vieles geschehen. Obschon die Regierung ein paar neue Maßnahmen einbrachte, bleibt das Angebot hinter der Nachfrage. Es fehlen 30.000 Sozialwohnungen, bedauert Caritas.

(BB) - Vor ein paar Wochen war Minister Marc Hansen mit sechs Konferenzabenden durchs Land getourt. Es sollte bloß nicht der Eindruck aufkommen, dass in der Wohnungsbaupolitik nichts passiert ist. Seit Amtsantritt hat die Regierung zwar mit einem neuen Mietzuschuss, einer gesetzlichen Basis für eine Klimabank und Ankündigungen über Baulandverträge ein paar neue Maßnahmen angestoßen. Allerdings: das grundlegende Problem der Wohnungsknappheit und der unaufhörlichen steigenden Preise ist noch lange nicht im Griff.

Die jüngsten Untersuchungen des Observatoire de l'Habitat zeigen: Die Mieten von Wohnungen sind weiterhin in den letzten 12 Monaten stark angestiegen.

Wer eine bestehende Wohnung kaufen wollte, musste für eine Fläche von 82 Quadratmeter rund 394 000 Euro investieren. Sprich 8,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Zu teuer, zu wenig Angebot, nicht sozial genug: Auf dem Wohnungsmarkt muss also noch vieles geschehen, lautet das Fazit von Caritas. Im neuen Sozialalmanach skizziert die Hilfsorganisation zusätzliche Lösungsansätze.

Ein paar Vorschläge

Caritas empfiehlt, dass sich der Fonds du logement „auf den Bau von Mietwohnungen konzentriert“, statt selbst Wohnraum zu verkaufen. Wäre der Fonds vollkommen damit betraut, sozialen Wohnraum zu erstellen und zu verwalten, könnten die Kapazitäten schneller erhöht werden. Das wäre auch dringend nötig. Denn laut Caritas-Präsidentin, Marie-Josée Jacobs, fehlen in Luxemburg 30.000 Sozialwohnungen.

Auch sollte bei der bereits bestehenden staatlichen Verpflichtung, wenigstens zehn Prozent Sozialwohnungen bei Großprojekten vorzusehen, härter durchgegriffen werden. „Bislang gibt es keine Sanktionen, wenn ein Bauherr die Verpflichtung nicht erfüllt“, bemängelt Caritas.

Nach unseren Berechnungen fehlen 30.000 Sozialwohnungen.

Weiter wirbt die Hilfsorganisation für mehr Anreize für die Gemeinden und eine damit einhergehende Quote von 15 Prozent Sozialwohnungen. Ein solches Engagement könnte „als zusätzliche Bedingung für Subventionen aus dem Pacte Logement eingeführt werden“, so der Vorschlag im Sozialalmanach.

Ferner könnte sich Caritas den Ausbau von Wohnbaugenossenschaften vorstellen. Oder wie es auch Sprecher Robert Urbé ausgedrückt: Müssen die Wohnflächen immer so groß sein?

Andere Anreize betreffen die Preisbildung und die langen Genehmigungsprozeduren.

Denkanstöße zur Rede von Premier Bettel

Die Regierung wird also aufgefordert, das Thema Wohnungsbaupolitik energisch anzupacken. „Wir trauen dem Minister zu, dass bis zum Ende der Legislaturperiode doch noch nennenswerte Fortschritte im Wohnungsbereich und vor allem im sozialen Mietwohnungsbau erfolgen“, so Caritas.

Eine Botschaft, die auch an Premier Xavier Bettel gerichtet ist. Am 26. April zeichnet er die Zukunftsperspektiven der Regierung in seiner Erklärung zur Lage der Nation auf.



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