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Wohnungskrise: Große Kundgebung in der Hauptstadt
Politik 10 1 10.10.2020

Wohnungskrise: Große Kundgebung in der Hauptstadt

Die Wohnungskrise treibt viele Menschen auf die Straße.

Wohnungskrise: Große Kundgebung in der Hauptstadt

Die Wohnungskrise treibt viele Menschen auf die Straße.
Foto: Luc Deflorenne
Politik 10 1 10.10.2020

Wohnungskrise: Große Kundgebung in der Hauptstadt

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Wohnungskrise wird immer mehr zur sozialen Krise. 18 Organisationen rufen am Samstag zu einer nationalen Kundgebung auf, um die Politik zum Handeln zu zwingen.

Die Wohnungskrise treibt die Menschen nun auch in Luxemburg auf die Straße. Auf Initiative der Vereinigung „Mieterschutz Lëtzebuerg“ laden 18 Organisationen, darunter der OGBL, am Samstagnachmittag zu einer nationalen Kundgebung ein, um Druck auf die Politik und die Gesellschaft zu machen. Um 14 Uhr startete der Protestgang vom Glacis zum Hôtel de la poste.


Die Immobilienpreise steigen noch rasanter als je zuvor. Die jährliche Preissteigerung liegt inzwischen bei über zwölf Prozent.
Neue Zahlen: Preisexplosion auf dem Wohnungsmarkt
Es ist fast nicht zu glauben, doch die Preise am Wohnungsmarkt steigen rasanter als je zuvor, um 13 bis 14 Prozent jedes Jahr. Die Covid-Krise hat den Markt bisher nicht gebremst.

Die Organisationen wollen auf die Not vieler Haushalte aufmerksam machen, die keine Chance haben, sich auf dem überhitzten Immobilienmarkt eine Wohnung zu leisten. Es sind vor allem Haushalte mit geringem Einkommen, Alleinerziehende, junge Familien und auch Flüchtlingsfamilien, die sich kaum noch eine Wohnung leisten können. Immer mehr Haushalte haben keine andere Wahl, als sich im nahen Grenzgebiet eine Bleibe zu suchen.

Der Wohnungsmarkt in Luxemburg ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Luxemburg bietet eine Vielzahl von Vorteilen für die Investition in Immobilien und speziell in Mietobjekte. Das treibt die Preise in die Höhe. Luxemburger Immobiliengenturen machen auf ihrer Internetseite sogar Werbung dafür, um ausländische Investoren anzulocken. Die Folge: Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander.


Der Mietwohnungsmarkt ist hart umkämpft. Wer eine passende Wohnung gefunden hat, traut sich oft nicht, gegen den Vermieter vorzugehen, aus Angst, die Wohnung zu verlieren.
Neues Gesetz soll Mieter besser schützen
Mit einem neuen Mietgesetz will die Regierung Mieter vor Ausbeutung und überhöhten Mietpreisen schützen. Minister Henri Kox hat das Gesetz am Mittwoch vorgestellt.

Die Organisationen fordern die Politik dazu auf, die Dinge wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Sie soll mit steuerlichen Maßnahmen konsequent gegen Immobilien- und Baulandspekulation vorgehen, das Angebot an erschwinglichen Wohnungen kurzfristig massiv erhöhen und Maßnahmen ergreifen, um Mieter besser schützen.

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