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Wird das Ösling in medizinischer Hinsicht „am Stach gelooss“?
Politik 2 Min. 11.05.2022
Reaktionen auf Maternité-Schließung

Wird das Ösling in medizinischer Hinsicht „am Stach gelooss“?

Werdende Eltern müssen zur Entbindung einstweilen in die Hauptstadt ausweichen.
Reaktionen auf Maternité-Schließung

Wird das Ösling in medizinischer Hinsicht „am Stach gelooss“?

Werdende Eltern müssen zur Entbindung einstweilen in die Hauptstadt ausweichen.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 11.05.2022
Reaktionen auf Maternité-Schließung

Wird das Ösling in medizinischer Hinsicht „am Stach gelooss“?

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Die Menschen aus dem Ösling haben wenig Verständnis für die in ihren Augen unzureichende medizinische Versorgung im Norden.

In jüngster Vergangenheit hatte die Schließung der Maternité in Ettelbrück für Unmut im Norden des Landes gesorgt. Aufgrund eines Ärztemangels in Ettelbrück sah man sich nicht in der Lage, die vom Gesetzgeber auferlegten Bedingungen für den Betrieb aufrechtzuerhalten. Wohl hat Gesundheitsministerin Paulete Lenert (LSAP) eine baldige Lösung in Aussicht gestellt, doch lässt die Wiedereröffnung der Maternité im Centre Hospitalier du Nord weiter auf sich warten. 


Das Ettelbrücker Krankenhaus ist gewillt den ambulanten Palliativpflegedienst im Interesse der Patienten und ihrer Familien weiterzuführen. / Foto: Arlette SCHMIT-THIERING
„Wiedereröffnung der Ettelbrücker Maternité dauert noch Wochen“
Von der Aktualität rund um die Maternité des ChdN bis zu den Mini-Crèches und der Landwirtschaft wurden diverse Themen angeschnitten.

Dass dies bei der Bevölkerung wenig Begeisterung auslöst, ist nicht weiter erstaunlich. Immerhin verzeichnet die Maternité in Ettelbrück rund 800 Geburten pro Jahr – die derzeit in einer der Geburtskliniken im Zentrum des Landes durchgeführt werden müssen. Rund 60 bis 70  werdende Eltern müssen demnach jeden Monat weiterhin den Weg in die Hauptstadt antreten. Doch auch in anderen Bereichen scheint die Versorgung im Ösling verbesserungswürdig, wie einige Leserbriefe, die die Redaktion dieser Tage erreichten, belegen.

„Zwei-Klassen-Medizin“

Claudine Meyer-Grober, pensionierte Krankenschwester aus Vianden, spricht von Zwei-Klassen-Medizin. Die Frau stört sich an den langen Anfahrtswegen für werdende Mütter, die oftmals mit Wehen den Weg in eine der Geburtenkliniken im Zentrum Luxemburgs antreten müssen. Zudem stört sie die Tatsache, dass Patienten aus dem Ösling – falls sie es sich leisten können – aus Mangel an Alternativen die Dienste von Spitälern und Ärzten in St. Vith, Bastogne oder Prüm auch bei fälligen Untersuchungen in Anspruch nehmen müssen.

„Drëtt-Klass-Muppi“

Jean-Claude Lahyr aus Dahl pflichtet der Frau aus Vianden bei. Er hadert mit dem früheren Sozialminister Romain Schneider aus Wiltz und dem aus Diekirch stammenden Minister Claude Turmes. Beide hätten vor den letzten Wahlen versprochen, Abhilfe zu schaffen – passiert sei in dieser Hinsicht bislang kaum etwas, so der Mann weiter in seinem Brief. Mit dem Beispiel einer Person aus Drinklingen, die mit einer Blutvergiftung erst nach einer Odyssee über Ettelbrück und Wiltz in einem Krankenhaus in der Hauptstadt behandelt werden konnte, untermalt er seine Behauptung.


Closeup side view of early 30's doctor examining a knee of a senior gentleman during an appointment. The doctor is gently touching the tendons around the knee and showing the patient which part of his knee has suffered.
Warum der Patient in Luxemburg in Not ist
Dr. Alain Schmit zu den Gründen des Ärztemangels und was für eine effiziente Gesundheitsversorgung gebraucht würde.

Auch er stört sich an der Schließung der Maternité in Ettelbrück. Es könne es nicht sein, dass eine werdende Mutter aus Wemperhardt ihr Kind möglicherweise im Tunnel Grouft zur Welt bringen müsse. Er richtet einen dringenden Appell an die Gesundheitsministerin, Remedur zu schaffen. In diesem Sinn sieht er die Menschen aus dem Norden als „Drëtt-Klass-Muppis“.

„Am Stach gelooss“

Wie die Leser Meyer-Lahyr und Groben bemängelt auch Nicole Malget aus Eschweiler, dass seit Jahren die Versorgung im Wiltzer Krankenhaus immer weniger geworden sei. Seit Jahren hätte man auch von den Problemen in Ettelbrück gewusst, ohne dass die Politik darauf reagiert habe. Sie stellt sich offen die Frage, ob die Bedürfnisse der Menschen aus dem Norden Luxemburg nicht ernst genommen würden und diese einfach im Stich gelassen würden.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Schreiben Sie uns im Kommentarfeld. 

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