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"Wir sind kein Majoritätsbeschaffer"
Politik 14.07.2017 Aus unserem online-Archiv
ADR zieht Bilanz

"Wir sind kein Majoritätsbeschaffer"

Die ADR zeigte sich beim traditionellen Presse-Empfang vor der Sommerpause nochmals kampflustig.
ADR zieht Bilanz

"Wir sind kein Majoritätsbeschaffer"

Die ADR zeigte sich beim traditionellen Presse-Empfang vor der Sommerpause nochmals kampflustig.
Foto: Pierre Matgé
Politik 14.07.2017 Aus unserem online-Archiv
ADR zieht Bilanz

"Wir sind kein Majoritätsbeschaffer"

Beim traditionellen Presse-Empfang vor der Sommerpause hat sich die ADR nochmals kampflustig gezeigt. Man werde sich nicht von Koalitionsabsagen der CSV beirren lassen, so Gast Gibéryen, der mit seiner Partei auf harte Arbeit setzt und den Wählern vertraut.

(ham) - „Die ADR ist kein Majoritätsbeschaffer für die CSV“: Mit einer klaren Kampfansage hat sich die Alternativ Demokratische Reformpartei gestern vor versammelter Presse in den Sommer verabschiedet.

Man werde sich nicht von der jüngsten Koalitionsabsage der größten Oppositionspartei beeinflussen lassen, sondern weiterhin seinen Weg gehen, meinte der ADR-Abgeordnete Gast Gibéryen im Rahmen des traditionellen Presse-Empfangs vor der parlamentarischen Sommerpause.

Überrascht sei er gewesen, dass CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler eine künftige Koalition mit der ADR kategorisch ausschließe. Davon werde man sich aber nicht beirren lassen, so Gibéryen. Die Partei werde weiterhin gute Arbeit leisten und darauf hoffen, dass diese vom Wähler anerkannt wird. Mit einem guten Resultat werde man als Partner unumgänglich.

„Es gibt keine Spannungen“

Gibéryens Bilanz der letzten zwölf Monate fiel auch recht positiv aus. Die drei Abgeordneten hätten immer wieder Akzente setzen können und die Stimmung innerhalb der Partei sei – entgegen aller Gerüchte – hervorragend. „Es gibt keine Spannungen, wir ziehen alle an einem Strang. Und das ist auch unsere Stärke“, so der Sprecher der parlamentarischen Gruppierung.

Kritik gab es hingegen an der Arbeit der Regierung, die das Land mit der Steuerreform in die Schuldenfalle getrieben habe. Und auch beim Wachstum sei keine klare Linie zu erkennen. Die Regierung habe sich vielmehr mit einer ideologischen Politik hervor getan, die Zwiespalt gesät und das Land gespaltet habe.

In Sachen Verfassungsreform zeigte sich Gibéryen enttäuscht über den fehlenden politischen Willen der anderen Parteien, Tierschutz und Landessprache noch vor Ende der aktuellen Legislaturperiode in die Verfassung mit aufzunehmen. Er habe den Verdacht, dass die CSV die Verfassungsreform nach den Wahlen ganz ohne Volksbefragung durchboxen wolle. „Aber nicht mit uns“, so Gibéryen.


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