Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Wir können das meistern"
Politik 13.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Bettel macht in Flüchtlingskrise Mut

"Wir können das meistern"

In seiner Erklärung bedankte sich Bettel für die "hervorragende Arbeit" der Hilfsorganisationen.
Bettel macht in Flüchtlingskrise Mut

"Wir können das meistern"

In seiner Erklärung bedankte sich Bettel für die "hervorragende Arbeit" der Hilfsorganisationen.
Foto: Guy Jallay
Politik 13.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Bettel macht in Flüchtlingskrise Mut

"Wir können das meistern"

Angesichts der großen Zahl von Asylbewerbern hat Premierminister Xavier Bettel um mehr Verständnis in der Bevölkerung geworben. „Wir können das meistern“, sagte Bettel in einer Erklärung.

(vb) – Angesichts der großen Zahl von Asylbewerbern, viele davon aus dem kriegszerstörten Syrien, hat Premierminister Xavier Bettel um mehr Verständnis in der Bevölkerung geworben. „Wir können das meistern“, sagte Bettel in einer Erklärung.

Bettel bedankte sich bei dem Flüchtlingsamt Olai und den Luxemburger Hilfsorganisationen, die eine hervorragende Arbeit für die Flüchtlinge leisten würden. „Sie sind in kurzer Zeit mit enormen Aufgaben konfrontiert worden“, sagte Bettel. Auch die Integrationsministerin Corinne Cahen und die gesamte Luxemburger Regierung hätten schnell auf den Flüchtlingsansturm reagiert: „Wir haben das Flüchtlingsamt Olai umstrukturiert und neu organisiert. Die Regierung hat sehr schnell nach Standorten für Unterkünfte gesucht und diese auch gefunden.“

Bettel zählte eine Reihe von Gebäuden in Luxemburg-Stadt auf, die demnächst zu Flüchtlingsheimen umfunktioniert werden, unter anderem auch der ehemalige Monopol-Firmensitz in Luxemburg-Gasperich.

Das Monopol-Gebäude mit mehreren angrenzenden Lagerhallen wird zu einem Flüchtlingsheim umfunktioniert.
Das Monopol-Gebäude mit mehreren angrenzenden Lagerhallen wird zu einem Flüchtlingsheim umfunktioniert.
Foto: Guy Jallay

In seiner Erklärung vor der Abgeordnetenkammer ging Bettel auch auf die wachsende Besorgnis vieler Bürger ein. „Viele machen sich Sorgen, wie wir den Ansturm von Flüchtlingen bewältigen sollen, und wir verstehen das“, sagte er. „Es ist auch klar, dass die Flüchtlinge sich hier nach unseren Gewohnheiten richten müssen.“

Dennoch machte er der Luxemburger Bevölkerung Hoffnung: „Wir können das meistern.“

Um die Flüchtlingen aus Syrien und anderen Ländern im Nahen Osten besser zu integrieren, setzt die Regierung auf Sprachkurse. Zudem wird die Sperrfrist von neun Monaten, bis die Menschen hier arbeiten dürfen, gelockert. Künftig dürfen sie sich schon nach sechs Monaten einen Arbeitsplatz suchen, kleinere Jobs sind schon früher erlaubt. An dem anfänglichen Taschengeld von 25 Euro pro Monat plus Einkaufsgutscheine ändert sich nichts. Nach sechs Monaten in Luxemburg steigt es für erwachsene Asylbewerber auf 450 Euro pro Monat, für Minderjährige auf 265 Euro.

Mehr zum Thema:

Flüchtlingsrat zur Betreuung der Asylbewerber: "Die Reform ist ein guter Ansatz"

Geldleistung für Asylbewerber soll deutlich steigen


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Regierung hat die Flüchtlingskrise unterschätzt. Bei aller Solidarität wurde nicht schnell genug reagiert und vor allem ein großen Fehler gemacht. Der jetzige Zustand führt zu Unverständnis, Unmut und Wut. Eine Analyse von Laurence Bervard.
8.9. Weilerbach / Centre Heliar / Ankunft syrische Flüchtlinge aus Deutschland / Begrüssung durch Corinne Cahen , Sympathiebekundungen am Eingang Foto:Guy Jallay
Globale Flüchtlingskrise
Die Zahl der Menschen auf der Flucht hat einen historischen Höchststand erreicht. Mehr als 65 Millionen sind betroffen. Anlässlich des Weltflüchtlingstages am Montag den 20. Juni prangerte die Uno diesen traurigen Rekord an. Aus Genf berichtet LW-Korrespondent Jan Dirk Herbermann.
In der umlagerten Stadt Falludscha kündigt sich eine humanitäre Katastrophe an.
Bisher sei die Stimmung in der Bevölkerung nicht gekippt, meint Danielle Schumacher in ihrem Editorial. Doch werde es durch den Zuzug von Flüchtlingen in Zukunft zu Spannungen kommen. Dann müssten konkrete Lösungen auf den Tisch.
Aus Griechenland ausgeflogen
Sechs Familien aus Syrien und dem Irak sind am Mittwoch im Großherzogtum eingetroffen. Sie gehören zu den ersten Flüchtlingen, die sich in Griechenland befanden und innerhalb der EU umverteilt werden.
Ankunft 30 Flüchtlinge Luxexpo - Photo : Pierre Matgé
Asylsuchende, die sich zur Integration bereit erklären, sollen künftig vom Staat Geld statt Gutscheine bekommen. Des Weiteren soll der Zugang zum Arbeitsmarkt vereinfacht werden.
Asylbewerber sollen künftig nach sechs Monaten Aufenthalt arbeiten dürfen.
Unterkunft für Flüchtlinge
Im Monat September sind bereits 325 Flüchtlinge nach Luxemburg gekommen. Derzeit wird ein Teil der Luxexpo umgebaut, um dort 400 Personen eine Unterkunft zu bieten.
In der Halle 6 der Luxexpo werden Feldbette und Zelte für Flüchtlinge errichtet.