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„Wir kämpfen weiter für den Index“
Politik 01.07.2022
OGBL-Protestaktion

„Wir kämpfen weiter für den Index“

Statt einer großen Demo hatte der OGBL am Freitag einen Tag mit symbolischen Aktionen organisiert.
OGBL-Protestaktion

„Wir kämpfen weiter für den Index“

Statt einer großen Demo hatte der OGBL am Freitag einen Tag mit symbolischen Aktionen organisiert.
Foto: Anouk Antony
Politik 01.07.2022
OGBL-Protestaktion

„Wir kämpfen weiter für den Index“

Simone MOLITOR
Simone MOLITOR
Der OGBL bleibt in Sachen Indexklau und Kaufkraftverlust im Kampfmodus. Weitere symbolische Aktionen sollen folgen.

Laut Statec hätte die nächste Indextranche jetzt fallen müssen. Gemäß Tripartite-Gesetz wird sie bekanntlich auf April 2023 verschoben und bis dahin durch einen Steuerkredit ersetzt. Für den OGBL ist diese Entscheidung von Regierung und Patronat nach wie vor nicht hinnehmbar, weshalb am Freitag symbolische Protestaktionen vor einer Auswahl an großen Betrieben durchgeführt wurden. Los ging es in den frühen Morgenstunden vor der Tür eines luxemburgischen Reiseunternehmens. 


Für eine grundlegende Diskussion über den Index-Mechanismus sei derzeit nicht der passende Moment, sagte die OGBL-Vorsitzende Nora Back (Bildmitte) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.
Nora Back: „Regierung muss Gesetzentwurf zurückziehen“
„Die Situation ist heute eine andere als im März“, sagt der OGBL und möchte, dass der Entwurf zur Umsetzung des Tripartite-Abkommens vom Tisch kommt.

OGBL-Vorsitzende Nora Back trat gewohnt kämpferisch auf und redete von Indexklau. „Die Entscheidung, die Indextranche neun Monate lang nicht auszuzahlen, entspricht einer Summe von 720 Millionen Euro Kaufkraft, die den arbeitenden und pensionierten Menschen genommen wird. Pro Monat 70 Millionen Euro, pro Tag 2,2 Millionen“, rechnete sie vor und sprach von einem „Geschenk mit der Gießkanne für den Staat selbst und die Betriebe, darunter auch große Krisengewinner, die gute Resultate schreiben und es nicht nötig gehabt hätten, den Leuten den Index nicht auszuzahlen“. 

Alles steigt, nur unsere Löhne nicht.  

Nora Back (OGBL)

Für ein Mediangehalt bedeute dies über neun Monate betrachtet einen Verlust von 1.300 Euro. „Dies in einer Zeit, in der es die Menschen bitter nötig hätten wegen der Inflation, die galoppiert. Immer mehr Menschen haben Schwierigkeiten, am Ende des Monats die Enden zusammenzubekommen. Benzin, Gas, Lebensmittel, Wohnen – alle Preise explodieren. Alles steigt, nur unsere Löhne nicht“, klagte Back. 

Entscheidung gegen alle arbeitenden Menschen

Diese Fehlentscheidung der Regierung gegen alle arbeitenden Menschen und ihre Familien werde der OGBL nicht mittragen. „Wir geben nicht auf und nicht nach. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat werden wir das hier weiterführen, bis der Indexmechanismus wieder normal spielt“, stellte sie in Aussicht. 


Grünes Licht für Solidaritéitspak
Das Parlament hat am Mittwoch das Gesetz zur Umsetzung des Tripartite-Abkommens verabschiedet. Der OGBL hat vor dem Parlament dagegen protestiert.

„Wir werden immer wieder daran erinnern, was hier passiert ist, an diesen Kaufkraftverlust, an den Indexklau, an die falsche Entscheidung dieser Regierung. Wir werden weiter kämpfen“, versprach Back und warnte vor leeren Worten der Regierung, die ihrer Einschätzung nach, auch weiter versuche, am Indexsystem herumzubasteln. „Nicht mit dem OGBL!“, stellte die Präsidentin klar.    

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