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Wie wird unsere Sprache vermittelt?: "Lëtzebuergesch" in der Schulklasse
Politik 2 Min. 07.06.2016

Wie wird unsere Sprache vermittelt?: "Lëtzebuergesch" in der Schulklasse

Ein Land, viele Sprachen: Welchen Patz hat die luxemburgische Sprache?

Wie wird unsere Sprache vermittelt?: "Lëtzebuergesch" in der Schulklasse

Ein Land, viele Sprachen: Welchen Patz hat die luxemburgische Sprache?
Foto: Lex Kleren
Politik 2 Min. 07.06.2016

Wie wird unsere Sprache vermittelt?: "Lëtzebuergesch" in der Schulklasse

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Ist das Angebot an "Lëtzebuergesch"-Kursen in unseren Schulen ausreichend? Bildungsminister Claude Meisch gibt in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage eine Reihe von Erklärungen.

(jag) - In vielen Familien und Grundschulklassen ist Luxemburgisch nicht mehr Sprache Nummer eins. Im Cycle 1 benutzt nur noch jedes dritte Kind zu Hause Luxemburgisch als Erstsprache. Knapp ein Drittel hingegen benutzen das Portugiesische, weitere zehn Prozent bevorzugen das Französische sowie Serbokroatisch, Bosnisch oder Montenegrinisch.

In vielen Grundschulen wird so wenig Luxemburgisch gesprochen, dass unsere Sprache dort nicht mehr von selbst erlernt wird. Zudem ziehen viele ausländische Schüler erst im Sekundarschulalter nach Luxemburg.

Bildungsminister Claude Meisch zeichnet dieses Bild in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage des ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser. Der wollte wissen, welchen Stellenwert das Luxemburgische während der gesamten Schulausbildung einnimmt.

Luxemburgisch als Fremdsprache

Meisch stellt klar, dass der Unterricht von Luxemburgisch als Fremdsprache eine  immer wichtigere Rolle spielt. Sowohl in der Grundschule als auch später in der Sekundarschule werden die Schüler an das Luxemburgische herangeführt. In der Grundschule sind es die zwei Bände mit dem Namen "Lies a fléi". Sie enthalten 100 Texte von 30 bis 40 verschiedenen Autoren.

Auf den unteren Klassen der Sekundarunterrichts ist das Lehrwerk "Lies de bal" im Rahmen des Luxemburgisch-Unterrichts vorgeschrieben. Es enthält etwa 40 Texte in luxemburgischer Sprache. Dazu gehören Auszüge aus Büchern und Theaterstücken, aber auch Kurzgeschichten und Gedichte. Das Buch wurde vom Script erarbeitet.

"Lies de bal" versteht sich laut Meisch nicht nur als Buch über Literatur, sondern als allgemeiner kultureller Türöffner für 12- bis 15-Jährige. An die höheren Klassen wendet sich "Literaresch Welten", ein Standardwerk über die gesamte, mehrsprachige Literatur in Luxemburg. Das Buch kann fakultativ genutzt werden.  

Mehr als nur Sprache

Der luxemburgische Sprachenunterricht geht dabei über das Vermitteln der Sprache hinaus: Sprache, Literatur, Kultur und Medien sind mit ihr verbunden. Diese Bildung ist laut Meisch ein wichtiger Bestandteil der sozialen Integration.

Die Schüler bekämen damit ein Gefühl für die Literatur-und Kulturlandschaft in Luxemburg, so Meisch. Diese transversale Kompetenz soll in das Gesetz über die Reform der Sekundarschulen einfließen.

Bei der Ausbildung von Lehrern in diesen Fachkompetenzen bietet die Uni Luxemburg seit einigen Jahren einen Masterstudiengang in luxemburgischen Studien an. Lehrer anderer Fachrichtungen können über Weiterbildungskurse Luxemburgisch als Fremdsprache vermitteln. Das "Institut de formation de 'Education nationale" IFEN bietet seit 2008 Kurse an, in denen luxemburgische Rechtschreibung und Grammatik gelehrt wird.

Das Angebot sei demnach breit gefächert und den verschiedenen Situationen angepasst, so Meisch. Noch mehr anzubieten könnte daher kontraproduktiv sein. Mehr Luxemburgisch würde dann bedeuten, das Schulangebot in Deutsch oder Französisch herunterzuschrauben.   


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