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Wie die medizinische Normalität ab dem 4. Mai organisiert wird
Politik 3 Min. 29.04.2020

Wie die medizinische Normalität ab dem 4. Mai organisiert wird

Die vier Centres de soins avancés bleiben bis auf Weiteres bestehen, allerdings sind sie ab dem 4. Mai Patienten mit Covid-19-Symptomen vorbehalten.

Wie die medizinische Normalität ab dem 4. Mai organisiert wird

Die vier Centres de soins avancés bleiben bis auf Weiteres bestehen, allerdings sind sie ab dem 4. Mai Patienten mit Covid-19-Symptomen vorbehalten.
Foto: Nico Muller
Politik 3 Min. 29.04.2020

Wie die medizinische Normalität ab dem 4. Mai organisiert wird

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Regierung gab am Mittwoch Details zur Wiederaufnahme des normalen medizinischen Betriebs ab dem 4. Mai bekannt. Die Maisons médicales werden ab Mitte Mai wieder geöffnet.

Die Corona-Pandemie ist unter Kontrolle und erlaubt eine Rückkehr zu einer halbwegs normalen medizinischen Aktivität. Wie die Regierung bereits am Dienstag per Presseschreiben mitgeteilt hatte, können ab dem 4. Mai die normalen medizinischen Aktivitäten wieder aufgenommen werden

Das betrifft alle Ärzte, ob freischaffend oder angestellt, aus der Schul-, Sport- oder Arbeitsmedizin, Zahnärzte, Tierärzte, Psychotherapeuten und alle Gesundheitsberufe, die im Rahmengesetz vom 26. März 1992 aufgelistet sind, unter anderem die Physiotherapeuten, Krankenpfleger, Ergotherapeuten, Orthophonisten, Osteopathen, Hebammen, Ernährungsberater und Podologen.

Neue Normalität

Eine Rückkehr in die alte Normalität aber ist es nicht. Die Wiederaufnahme der medizinischen Tätigkeiten findet unter strengen sanitären Bedingungen statt, die Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz erläuterte:

Die Patienten dürfen nicht unangemeldet in der Praxis erscheinen. Sie müssen vorab telefonisch einen Termin vereinbaren. Während des Gesprächs werden sie auf Covid-19-Symptome geprüft. Liegen Symptome vor, wird der Patient zu den entsprechenden Stellen, also in ein Centre de soins avancés oder ein anderes Zentrum geleitet.  


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Vor dem Betreten des Wartesaals müssen Patienten ihre Hände desinfizieren und eine Schutzmaske aufsetzen, die ihnen zur Verfügung gestellt wird. "Die Patienten sind gebeten, pünktlich zu ihrem Termin zu erscheinen, um zu verhindern, dass sie sich lange im Wartesaal aufhalten. In den Praxen müssen Glaswände aufgerichtet werden, die die Patienten vom administrativen Personal trennen. Im Wartesaal gilt die 2-m-Abstandsregel. Aus Sicherheitsgründen werden auch keine Zeitungen und Magazine in den Wartesälen zu finden sein. 

CSA nur noch für Covid-19-Patienten

Die vier Centres de soins avancés werden ab dem 4. Mai Personen mit Verdacht auf Covid-19 vorbehalten sein. Die Uhrzeiten werden angepasst, die CSA sind ab dem 4. Mai von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Zentren für zahnärztliche Notdienste bleiben bis auf Weiteres bestehen. Ab dem 4. Mai können Patienten mit dringenden Zahnproblemen aber auch wieder den zahnärztlichen Notdienst im hauptstädtischen CHL aufsuchen

Zahnärzte sind aufgrund ihrer Tätigkeit einem sehr hohen Risiko ausgesetzt und brauchen entsprechende Schutzkleidung. An sie geht der Appell, am Donnerstag, 30. April, zwischen 13 und 16 Uhr in der Victor-Hugo-Halle das benötigte Schutzmaterial abzuholen.

Krankenhausnormalität

Auch in den Krankenhäusern werden ab dem 4. Mai wieder Aktivitäten aufgenommen, die wegen der Corona-Krise ausgesetzt wurden. Das betrifft ärztliche Behandlungen und chirurgische Eingriffe. Das bedeutet, dass weniger Raum für Covid-Patienten zur Verfügung steht. "Die Aktivitäten werden aber so organisiert, dass die Krankenhäuser jederzeit wieder in den Krisenmodus schalten können", so Paulette Lenert. 


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Neben dem Rückgang der Neuinfektionen war es auch der massive Rückgang an "normalen" Patienten, die aus Angst vor einer Ansteckung zu Hause geblieben sind, der die Verantwortlichen dazu bewogen hat, die medizinischen Aktivitäten wieder zu erlauben, so der nationale medizinische Koordinator Dr. Alain Schmit. Die Bedenken aber seien unbegründet. 

Die Patientenströme in den Krankenhäusern sind und bleiben getrennt, sodass Nicht-Covid-Patienten keine Angst haben müssen, sich anzustecken. "Der Besuch beim Arzt, in der Praxis, im Krankenhaus oder beim Zahnarzt ist so sicher, wie er nur sicher gemacht werden kann", so Dr. Schmit. Personen, die einer Risikogruppe angehören, sollten sich nicht scheuen, ihre Bedenken und Fragen via Telekonsultation mit ihrem Arzt zu klären, so noch der Vorschlag des Allgemeinarztes. 

"Müssen unsere Gewohnheiten ändern"

Der Ablauf in den Praxen und Spitälern wird also ein anderer sein als gewohnt. "Wir werden unsere Gewohnheiten ändern müssen, aber das ist minimal im Vergleich zu dem, was insgesamt auf dem Spiel steht", so Schmit. 

Die Gesundheitsversorgung in den Alten- und Pflegeheimen sei durch die Hausärzte sichergestellt. "Die Einrichtungen verfügen darüber hinaus über ausreichend Material, sodass die Patientenversorgung problemlos funktionieren kann", so Schmit weiter. 

Was die Verfügbarkeit von Schutzmaterial betrifft, meinte die Gesundheitsministerin, man werde in den kommenden Tagen eine Bestandsaufnahme der Vorräte und des Bedarfs machen, "um uns einen genauen Überblick zu verschaffen und uns so aufzustellen, dass wir, wenn Bedarf ist, das bewerkstelligen können", so Lenert. 


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