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Wie die Forschung gefördert wird
Politik 2 Min. 13.01.2022
Forschungsinstitute

Wie die Forschung gefördert wird

Forschung trifft Bildung: Minister Claude Meisch bei der Vorstellung des nationalen Bildungsberichts der Uni.lu.
Forschungsinstitute

Wie die Forschung gefördert wird

Forschung trifft Bildung: Minister Claude Meisch bei der Vorstellung des nationalen Bildungsberichts der Uni.lu.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 13.01.2022
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Wie die Forschung gefördert wird

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Bildungs- und Hochschulminister Claude Meisch stellt Mehrjahres-Plan vor: 1,7 Milliarden Euro für fünf Institutionen.

Für die vier Jahre 2022-2025 lässt sich der Staat die Forschungsaktivitäten in Luxemburg 1,7 Milliarden Euro kosten. Am Donnerstag unterzeichnete Hochschul- und Forschungsminister Claude Meisch (DP) mit den Vertretern der verschiedenen Institutionen entsprechende Konventionen. Um 17,6 Prozent steigen die Ausgaben dafür im Vergleich zum Zeitraum 2018-2021. 


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Fünf Institutionen erhalten Forschungsgelder: die Universität Luxemburg (908,28 Millionen Euro), die drei öffentlichen Forschungszentren Luxembourg Institute of Health (LIH, 182,54 Millionen), Luxembourg Institute of Science and Technology (List, 219,41 Millionen) und Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (Liser, 62,08 Millionen) sowie der Fonds National de la Recherche (FNR, 294,03 Millionen Euro).

Dazu gibt es die Möglichkeit, vom Bonus in Höhe von 35 Millionen Euro zu profitieren, der entsprechend den Leistungskriterien des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Entwicklung verteilt wird.   

Die Gesellschaft voranbringen

„Die Forschung wirkt sich auf die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Zukunft des Landes aus“, betonte Meisch. „Die signifikante Erhöhung ist Ausdruck der Ambitionen der Regierung, die Exzellenz der akademischen Forschung und Lehre zu fördern und einen internationalen Beitrag dort zu leisten, wo wir uns nicht immer nur auf andere Länder verlassen können. Wir müssen selber auf die Herausforderungen reagieren können.“

Die Forschung wirkt sich auf die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Zukunft des Landes aus.

Claude Meisch

Die inhaltliche Ausrichtung orientiert sich denn auch an der nationalen Strategie von 2019 zu Innovation und Forschung. Man habe Schwerpunkte definiert, wo sich die Forschung besonders engagieren soll, auch wenn die akademische Freiheit natürlich gewährleistet bleibe, erklärte Meisch. Dazu gehören die Bereiche Digitalisierung und Daten, nachhaltige Entwicklung und Energie sowie Medizin und Gesundheit.


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„Wichtig war uns auch, auf der einen Seite ergänzend zu arbeiten und nicht gleichzeitig an denselben Themen, auf der anderen Seite aber auch auf die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren zu setzen“, unterstrich der Minister. 

Vier gemeinsame Aufgabengebiete

So wurden vier gemeinsame Missionen definiert, bei denen zusammen Projekte lanciert und umgesetzt werden: Die Informatisierung/Digitalisierung der personalisierten Medizin, die weitere Entwicklung der FinTech, Bildung, Weiterbildung und die Kompetenzen des 21. Jahrhunderts sowie die Herausforderungen beim Klima- und Energiewandel. „Jeder soll mit seinen Schwerpunkten daran arbeiten. Der FNR lanciert die Projekte und schaut, wer was übernimmt.“

Neben der Finanzierung mit staatlichen Mitteln werde aber auch Wert darauf gelegt, dass zusätzliche Mittel vom FNR, der EU oder aus der Privatwirtschaft gesucht werden - sogenannte Drittmittel. Dazu kommt die Verwendung der Reserven, die sich unter anderem durch die Pandemie akkumuliert haben.  

Nach vier Jahre werden die Institute nach wissenschaftlichen und sozio-ökonomischen Kriterien, die neu definiert wurden, bewertet: Fragen, wie viele Leute ausgebildet wurden und wie der Impakt auf Luxemburgs Gesellschaft ist, werden beispielsweise einbezogen. „Luxemburg muss dazu auch international visibel sein und attraktiv für Forscher bleiben“, sagte Meisch. 


ARCHIV - 04.11.2021, -: Ein Probebauteil wird von einem Roboter aus einer Spritzgussanlage entnommen. Im Coronajahr 2020 sind die Ausgaben der deutschen Wirtschaft für Forschung und Entwicklung (FuE) erstmals seit sieben Jahren zurückgegangen. (zu dpa "Forschungsausgaben in Firmen erstmals seit sieben Jahren gesunken") Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Derzeit sei das durchaus der Fall. „In der vergangenen Periode wurde eher überperformiert. Wir sind durch die Bank zufrieden, vor allem über die Kapazität, Topp-Forscher anzuziehen. Wir sind in der internationalen Forschungslandschaft angekommen.“ 

3.000 Forscher sind in Luxemburg tätig, allein die Universität zählt 1.000 Doktoranden. 580 zusätzliche Arbeitsplätze können nun durch die neuen Konventionen geschaffen werden.  

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