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Werteunterricht im Secondaire: 313 statt 120 Lehrer
Politik 2 Min. 28.06.2016

Werteunterricht im Secondaire: 313 statt 120 Lehrer

Ab diesem Herbst steht für alle Sekundarschüler das neue Fach "Leben und Gesellschaft" auf dem Stundenplan.

Werteunterricht im Secondaire: 313 statt 120 Lehrer

Ab diesem Herbst steht für alle Sekundarschüler das neue Fach "Leben und Gesellschaft" auf dem Stundenplan.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 28.06.2016

Werteunterricht im Secondaire: 313 statt 120 Lehrer

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Das Parlament stimmt noch vor der Sommerpause über den Gesetzentwurf zum Werteunterricht im Secondaire ab. Was die Zahl der Lehrer angeht, die das Fach unterrichten werden, ist der Regierung bei der Berechnung ein kleiner Fehler unterlaufen.

(mig) - Für die Sekundarschüler beginnt ab diesem Herbst mit dem Werteunterricht, der den Religions- und den Moralunterricht ersetzt, eine neue Ära. Bei dem neuen Fach „Leben und Gesellschaft“, in dem die großen Weltreligionen ebenso thematisiert werden wie nicht-
religiöse Weltanschauungen, handelt es sich um ein Pflichtfach wie Mathematik, Deutsch oder Sport.

Mit einem höheren Koeffizienten (2) wird der Stellenwert des neuen Fachs hervorgehoben. Versetzungsrelevant ist das Fach allerdings nicht. Will heißen, dass ein Ungenügend niemandem zum Verhängnis wird.

Erhalt der Wahlfreiheit

Die CSV hat im zuständigen parlamentarischen Ausschuss gegen den Gesetzentwurf 6967 gestimmt und wird das auch bei der Abstimmung im Plenum tun. Zwar hatte die größte Oppositionspartei in ihrem Wahlprogramm 2013 für die Abschaffung des Religionsunterrichts im Secondaire plädiert, im Fondamental jedoch hält sie nach wie vor an der bestehenden Wahlfreiheit zwischen Religions- und Moralunterricht fest, wie der CSV-Abgeordnete Laurent Zeimet auf LW-Anfrage erklärt.

Ein Grund für diese Haltung ist der hohe Schüleranteil am Religionsunterricht. Die CSV ist der Ansicht, dass die Regierung sich mit der Abschaffung des Religionsunterrichts im Fondamental über die vorherrschende Meinung der Bevölkerung hinweggesetzt hat. Angaben des Bildungsministeriums zufolge besuchen in diesem Schuljahr 21 607 Grundschüler (68 Prozent) den Religionsunterricht und 10 125 Schüler den Moral- und Sozialunterricht (32 Prozent).

Des Weiteren schließt sich die CSV dem kritischen Gutachten des „Conseil des cultes“ an, der die ungenügende Gewichtung des „fait religieux“ im Rahmenlehrplan beanstandet hatte. Zeimet kritisiert weiter, dass „immer noch unklar ist, was genau in dem Fach unterrichtet wird“ und dass „die Dinge übers Knie gebrochen werden“.

Auf die Lehrer, die für den Unterricht des neuen Fachs in Frage kommen, kommt eine 16-stündige Weiterbildung zu. Im Gesetzentwurf ging die Regierung von 120 Anmeldungen für die Weiterbildung aus, darunter die 48 Religionslehrer und die 27 Morallehrer, die das System momentan zählt.

Régime préparatoire vergessen

Mittlerweile haben sich aber 313 Lehrer eingeschrieben. Den Grund für die weitaus höhere Zahl an Teilnehmern nennt der Leiter des Aus- und Weiterbildungsinstituts Ifen, Camille Peping: „Man hatte vergessen, das Régime préparatoire mitzurechnen.“ Das Régime préparatoire umfasst 200 Klassen, in denen jeweils der Klassenlehrer (Régent) für das Fach zuständig sein wird. Macht also 200 weitere Lehrer in der Weiterbildung, die Anfang Juli und Ende Oktober vom „Institut de formation de l'éducation nationale“ angeboten wird.

Im Fondamental wird der Werteunterricht 2017/18 eingeführt. Die zusätzliche Zeit gibt sich die Regierung, um die Personalfrage zu klären. Das Bistum darf weiterhin 40 vom Staat finanzierte Religionslehrer beschäftigen. Die anderen 190 Religionslehrer werden vom Staat übernommen. Ihnen werden, je nach Ausbildung, unterschiedliche berufliche Perspektiven im Erziehungs- und Bildungsbereich in Aussicht gestellt.

Die „Association luxembourgeoise d'enseignants d'éducation religieuse et morale dans l'enseignement fondamental“ (Alerf) forderte kürzlich im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Staatsbeamtengewerkschaft CGFP schriftliche Zusagen seitens des Bildungsministeriums.


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