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Werteunterricht im Secondaire: 310 Lehrer für die Weiterbildung angemeldet
Politik 08.06.2016

Werteunterricht im Secondaire: 310 Lehrer für die Weiterbildung angemeldet

Im Juli werden die ersten 240 Lehrer am Ifen die 16-stündige Weiterbildung für das neue Fach "Leben und Gesellschaft" absolvieren.

Werteunterricht im Secondaire: 310 Lehrer für die Weiterbildung angemeldet

Im Juli werden die ersten 240 Lehrer am Ifen die 16-stündige Weiterbildung für das neue Fach "Leben und Gesellschaft" absolvieren.
Archivfoto: LW
Politik 08.06.2016

Werteunterricht im Secondaire: 310 Lehrer für die Weiterbildung angemeldet

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
In der parlamentarischen Bildungskommission standen am Mittwoch u. a. der geplante Werteunterricht im Secondaire sowie die neue Orientierungsprozedur im Fondamental auf der Tagesordnung.

(mig) - Der parlamentarische Bildungsausschuss befasste sich am Mittwoch mit dem Gutachten des Staatsrats zum Gesetzentwurf über den Werteunterricht, der im Herbst in den Sekundarschulen starten soll. Berichterstatter Lex Delles (DP) sagte, es gebe einen parteiübergreifenden Konsens, was die Einführung des neuen Fachs angeht.

"Wir sind prinzipiell nicht ablehnend", sagte der CSV-Abgeordnete Laurent Zeimet auf LW-Nachfrage. Die CSV will sich in der nächsten Fraktionssitzung im Detail mit dem Programm befassen und sich dann definitiv zum Inhalt äußern. Die CSV hatte in ihrem Wahlprogramm 2013 die Abschaffung des Religionsunterrichts im Secondaire angekündigt, im Fondamental aber fordert die CSV, dass alles beim Alten bleibt.

Damit der Werteunterricht im Herbst starten kann, muss das Gesetz noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Die Lehrer, die das Fach "Leben und Gesellschaft" unterrichten wollen, müssen vorab eine 16-stündige Weiterbildung absolvieren, die vom Ifen (Institut de formation de l'éducation nationale) in Walferdingen angeboten wird. Lex Delles zufolge haben sich 310 Lehrer für die Weiterbildung angemeldet. Im Juli können aber nur 240 angenommen werden. Ein zweiter Fortbildungsgang sei für Oktober geplant.

"Examen de recours" beibehalten

Im Zusammenhang mit der geplanten neuen Orientierungsprozedur im Fondamental hat die CSV sich gegen die Abschaffung des "Examen de recours" ausgesprochen. Durch die Abschaffung werde Familien, die mit der Orientierungsentscheidung der Schule nicht einverstanden sind, die Möglichkeit genommen, über eine Prüfung dennoch Zugang zur gewünschten Schullaufbahn zu bekommen, sagte die CSV-Abgeordnete Martine Hansen. "Den Eltern bleibt dann nur noch der Weg über ein Gerichtsverfahren beim Verwaltungsgericht", eine Prozedur, die sich mitunter lange hinziehen könne und Geld koste, "das sozial schwache Familien nicht haben".

Die Abschaffung des Examen de recours begründet der zuständige Minister mit der geringen Erfolgsquote. Das neue Gesetz sieht stattdessen die Schaffung einer nationalen Orientierungskommission vor, die in Streitfällen die Orientierungsentscheidung trifft.


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