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Werben für den Freihandel
Politik 2 Min. 28.02.2015 Aus unserem online-Archiv
EU-Handelskommissarin im Interview

Werben für den Freihandel

"Mit TTIP lassen sich beträchtliche Kosten einsparen"
EU-Handelskommissarin im Interview

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"Mit TTIP lassen sich beträchtliche Kosten einsparen"
Guy Jallay
Politik 2 Min. 28.02.2015 Aus unserem online-Archiv
EU-Handelskommissarin im Interview

Werben für den Freihandel

Handelskommissarin Cecilia Malmström handelt im Auftrag der 28 EU-Staaten TTIP mit den USA aus. In einem Exklusiv-Interview geht sie auf die Vorteile ein, die TTIP bringen kann, behandelt aber auch die Ängste und Sorgen der Verbraucher.

(pley) - Die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ (TTIP) zwischen EU und USA soll den Maßstab für das 21. Jahrhundert setzen. Mit rund 800 Millionen Verbrauchern soll der größte Wirtschaftsraum der Welt entstehen. Zölle und Handelshemmnisse sollen wegfallen, bürokratische Hürden verschwinden. Handelskommissarin Cecilia Malmström handelt im Auftrag der 28 EU-Staaten TTIP mit den USA aus. In einem Exklusiv-Interview mit dem „Luxemburger Wort“ geht sie auf die Vorteile ein, die TTIP bringen kann, behandelt aber auch die Ängste und Sorgen der Verbraucher.

Frau Malmström, was sind die Vorteile von TTIP?

Die wichtigsten Vorteile sind wirtschaftlicher Natur: Fast alle Zollschranken werden abgeschafft, unnötige bürokratische Hürden fallen weg, europäische Firmen erhalten neue Exportchancen. Durch die gegenseitige Anerkennung technischer Standards, etwa in der Automobilindustrie, lassen sich beträchtliche Kosten sparen.

Cecilia Malmström hat ein offenes Ohr für Kritiker.
Cecilia Malmström hat ein offenes Ohr für Kritiker.
Guy Jallay

Und die Nachteile? Es gibt bei TTIP doch nicht nur Gewinner?

In einer wettbewerbsorientierten Welt gibt es immer Firmen, die besser mit Konkurrenz zurechtkommen, und andere, die dafür weniger gut gerüstet sind. Ich bin überzeugt, dass unter dem Strich die Vorteile die Nachteile bei weitem überwiegen.

Viele europäische Bürger sind da nicht so enthusiastisch. Schwächen die zahlreichen Proteste gegen TTIP Ihre Verhandlungsposition?

Insgesamt ist der Zuspruch für TTIP sehr hoch, das hat eine kürzlich durchgeführte Eurobarometer-Umfrage ergeben.

58 Prozent der Bürger in den 28 EU-Staaten sind laut dieser Umfrage für TTIP, das ist doch alles andere als ein hoher Zuspruch?

In Deutschland, Österreich und Luxemburg gibt es die meisten Kritiker, dort sind die Befürworter in der Minderheit. In allen anderen Ländern ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung positiv eingestellt. In den Niederlanden z. B. sind 74 Prozent der Bürger für TTIP.

Die Befürworter brauchen nicht bekehrt zu werden. Was aber sagen Sie zu den Gegnern?

Ich versuche, soviel wie möglich mit den Kritikern ins Gespräch zu kommen. Viele von ihnen sind nicht per se gegen TTIP, sie haben aber berechtigte Sorgen. Diesen Input nehme ich mit in die Verhandlungen.

Das Chlorhuhn wurde zum Symbol für TTIP. Wird es auf den Tellern europäischer Verbraucher landen?

Nein, das ist ein Mythos. In Europa haben wir hohe Verbraucherschutzstandards, die werden nicht durch einen Handelsvertrag aufgeweicht. Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel sind in Europa nicht erlaubt, Hormonfleisch ist ebenfalls bei uns tabu, genauso untersagt sind mit Chlor behandelte Hähnchen.

Lesen Sie das gesamte Interview mit Handelskommissarin Cecilia Malmström in der Samstagausgabe des „Luxemburger Wort“.


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