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Wenn Kinder aus der Spur geraten
Politik 18.04.2018

Wenn Kinder aus der Spur geraten

Gerangel unter Kindern ist nichts Ungewöhnliches. Doch die extremen Gewaltfälle nehmen Aussagen von Eltern und Lehrkräften zufolge zu.

Wenn Kinder aus der Spur geraten

Gerangel unter Kindern ist nichts Ungewöhnliches. Doch die extremen Gewaltfälle nehmen Aussagen von Eltern und Lehrkräften zufolge zu.
Foto: Getty Images
Politik 18.04.2018

Wenn Kinder aus der Spur geraten

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Der Bildungsminister baut sein Konzept zur Betreuung von Kindern mit speziellen Bedürfnissen weiter aus. Geplant ist eine Struktur außerhalb des Schulsystems. Sie richtet sich an Kinder mit extremen Verhaltensproblemen.

Die Entscheidung, eine außerschulische Struktur mit 50 Plätzen zu schaffen, sei kurzfristig getroffen worden, sagte Bildungsminister Claude Meisch am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Struktur. Hintergrund seien Gespräche mit Regionaldirektoren, Schulpräsidenten und Elternvertretern, die allesamt über zunehmende Probleme mit Kindern klagen, die derart verhaltensauffällig sind, dass an Unterricht gar nicht mehr zu denken ist und bei denen die bestehenden Hilfsmaßnahmen nicht greifen.

50 Plätze landesweit

"Centre de prise en charge socio-éducative intense" heißt die Struktur. Davon soll es mehrere geben. 50 Plätze sind insgesamt vorgesehen. Wo genau die Zentren entstehen, steht noch nicht fest. Das Ministerium hat einen Aufruf gestartet und hofft, dass die sozialen Träger (Caritas, Croix Rouge usw.) Interesse haben, sich an der Schaffung der Zentren zu beteiligen. Die ersten Zentren sollen im Herbst ihre Arbeit aufnehmen.

Die Intensiv-Therapiezentren ergänzen das schulische Hilfsangebot. Das Angebot besteht aus spezialisierten Lehrern (IEBS), die in den Schulen angesiedelt sind und dort mit förderbedürftigen und verhaltensauffälligen Kindern arbeiten, aus multiprofessionellen Teams (ESEB), die in den Regionaldirektionen angesiedelt sind und zum Einsatz kommen, wenn die Betreuung durch den IEBS nicht ausreicht.

Reicht auch die regionale Betreuung nicht aus, werden die Kinder in einem der acht für den Herbst geplanten nationalen Kompetenzzentren betreut. Die drei neuen Zentren (Verhaltensauffälligkeiten, Hochbegabung und Lernschwierigkeiten) werden zunächst in Strassen in Betrieb gehen. In einer zweiten Phase kommen sie im aktuellen Gebäude des Lycée technique de Bonnevoie unter, sobald der LTB-Neubau steht.

Zur Umsetzung des schulischen Inklusions- und Förderkonzepts wurden 353 zusätzliche Posten geschaffen, die größtenteils noch besetzt werden müssen. Von den 150 spezialisierten Lehrern wurden vergangenes Jahr 59 rekrutiert, von den 75 Fachkräften für die multiprofessionellen Förderteams wurden 40 rekrutiert. Hinzu kommen 127,5 Posten für die nationalen Kompetenzzentren.

Rechnet man die 57 sozio-edukativen und psychosozialen Posten für die Sekundarschulen noch dazu, kommt man auf rund 409 zusätzliche Posten. 

Die nationalen Kompetenzzentren schlagen jährlich mit 6,1 Millionen Euro zu Buche, die 150 spezialisierten Lehrer mit 16 Millionen Euro.



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