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Wenn eine Busfahrt für eine Person den Staat 17.000 Euro kostet
Politik 2 Min. 06.12.2022
Buslinien zu Industriegebieten gestrichen

Wenn eine Busfahrt für eine Person den Staat 17.000 Euro kostet

Die Ankündigung des Mobilitätsministeriums, Buslinien, die in Industriegebiete fahren, zu streichen, sorgte bei den Gewerkschaften OGBL und LCGB für Aufruhr.
Buslinien zu Industriegebieten gestrichen

Wenn eine Busfahrt für eine Person den Staat 17.000 Euro kostet

Die Ankündigung des Mobilitätsministeriums, Buslinien, die in Industriegebiete fahren, zu streichen, sorgte bei den Gewerkschaften OGBL und LCGB für Aufruhr.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 06.12.2022
Buslinien zu Industriegebieten gestrichen

Wenn eine Busfahrt für eine Person den Staat 17.000 Euro kostet

Florian JAVEL
Florian JAVEL
Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) verteidigt im Parlament die Streichung von Buslinien zu den Industriegebieten. Die Kosten seien nicht mehr tragbar.

Als Anfang Dezember bekannt wurde, dass mehrere Buslinien laut Mobilitätsministerium zu den Industriegebieten eingestellt werden, gab es einen Aufschrei vonseiten der Gewerkschaften OGBL und LCGB. Diese warfen dem Ministerium vor, Schichtarbeiter ohne wirkliche Alternative zurückzulassen. Etwa 20 Linien sollen ab dem 12. Februar 2023 der Streichung zum Opfer fallen. 


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Am 12. Februar 2023 werden mehrere Buslinien zu den Industriegebieten eingestellt. Die Gewerkschaften OGBL und LCGB prangern diese Entscheidung an.

Anlässlich einer Fragestunde im Parlament äußerte sich der zuständige Minister François Bausch (Déi Gréng) zu den Vorwürfen der Gewerkschaften. Man habe die Unternehmen postalisch im Voraus über die Entscheidung informiert. Daraufhin hätten die Gewerkschaften, ohne den Dialog mit dem Minister zu suchen, eine Pressemitteilung herausgeschickt. „Man hat zuerst in der Öffentlichkeit auf mich geschossen und erst dann mit mir einen Termin ausgemacht“, kritisiert Bausch. 

Man hat zuerst in der Öffentlichkeit auf mich geschossen und erst dann mit mir einen Termin ausgemacht.

François Bausch, Mobilitätsminister

Jährliche Betriebskosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro

Die Entscheidung, Buslinien zu Industriegebieten einzustellen, sei aus der Betrachtung der Zahl an Mitfahrenden herausgewachsen: „Nimmt man als Referenzwert 16 Busfahrten, so fahren im Durchschnitt 8,5 Menschen mit. Auf der Linie 17U ‚Clerf - Hosingen - Stolzemburg‘ sind es sogar 0,3. Es macht also keinen Sinn, leere Busse durch die Gegend zu fahren“, erläutert Bausch. Zudem seien die zu hohen Betriebskosten dem Ministerium ein Dorn im Auge: Ein Mitfahrender auf bestimmten Linien kostet den Staat pro Monat 17.000 Euro. Insgesamt betragen die Betriebskosten um die 4,5 Millionen pro Jahr. 


Lok , Neuerungen RGTR , Bus , Oeffentlicher Transport , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Bausch kündigte am Dienstag an, sich mit den betroffenen Unternehmen über mögliche Lösungswege unterhalten zu wollen. „Es ist möglich, die jeweiligen Haltestellen an andere Buslinien anzuschließen oder die Uhrzeiten anzupassen, dass gewisse Buslinien einen früheren Anschluss anbieten“, schlägt der Minister vor.  

Busse bis Mitte 2023 alle mit Glaskabinen ausgestattet

Auch das Thema Sicherheit im Bus wurde vom CSV-Abgeordneten Léon Gloden aufgegriffen, der sich auf die beunruhigenden Schlagzeilen der letzten Wochen mit einer Vielzahl an körperlichen Übergriffen auf Busfahrer berief. Der Minister versicherte in seiner Antwort, dass Busse der RGTR ab Januar mit Glaskabinen zum Schutz der Busfahrer ausgestattet werden sollen. Bis Mitte 2023 sollte jeder Bus über eine solche Kabine verfügen. 

Videokameras werden zudem installiert, um im Falle eines Übergriffs die Täter ausfindig zu machen, so Bausch. Zusätzlich verfügen Busse bereits über ein „Sicherheitssystem“, bei dem der Fahrer auf einen versteckten Knopf drückt, um die Lautsprecher des Busses zu aktivieren. Dadurch sei es möglich zu identifizieren, wo der Übergriff stattfinde und mitzuhören, ob der Fahrer in Lebensgefahr schwebt. 

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