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Wenn die Stellenanzeige die halbe Bevölkerung diskriminiert
Politik 19.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Centre pour l'égalité de traitement

Wenn die Stellenanzeige die halbe Bevölkerung diskriminiert

Die meisten Beschwerdeführer fühlten sich aufgrund einer Behinderung diskriminiert.
Centre pour l'égalité de traitement

Wenn die Stellenanzeige die halbe Bevölkerung diskriminiert

Die meisten Beschwerdeführer fühlten sich aufgrund einer Behinderung diskriminiert.
Foto: Shutterstock
Politik 19.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Centre pour l'égalité de traitement

Wenn die Stellenanzeige die halbe Bevölkerung diskriminiert

Beim „Centre pour l'égalité du traitement“ (CET) gingen im vergangenen Jahr 145 Beschwerden wegen Diskriminierung ein. Die Einrichtung selbst sammelte zusätzlich 149 Stellenanzeigen, die die Gleichbehandlung von Mann und Frau missachteten.

(jm) - Beim „Centre pour l'égalité du traitement“ (CET) gingen im vergangenen Jahr 145 Beschwerden wegen Diskriminierung ein. Das sind deutlich mehr als im Jahr zuvor (87 Fälle), aber 2013 war ein „außergewöhnlich ruhiges Jahr“, betonten die Verantwortlichen des CET bei einer Pressekonferenz.

Insgesamt behandelte das CET im vergangenen Jahr 153 Beschwerden (145 Fälle von 2014 und acht offene Fälle aus den Jahren 2011 bis 2013). Am häufigsten wurde eine Diskriminierung aufgrund einer Behinderung (24,2 Prozent der Fälle) beanstandet, gefolgt von einer Benachteiligung aufgrund des Geschlechts (15 Prozent) beziehungsweise der ethnischen Zugehörigkeit (13 Prozent).

Gemeinsam mit den Betroffenen bemüht sich das CET um Lösungen. Etwa, wenn sich die Antragsteller am Arbeitsplatz benachteiligt fühlen. "Manchmal reicht es, den Arbeitgeber schriftlich auf die geltende Rechtslage aufmerksam zu machen, um die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen", sagte CET-Direktorin Nathalie Morgenthaler. 

Firmen suchen nach weiblichen oder männlichen Mitarbeitern

Nachhilfe in Sachen Rechtslage scheinen auch viele Arbeitgeber bei der Suche nach neuen Mitarbeitern zu haben. Dem Gleichbehandlungszentrum fielen im vergangenen Jahr 159 Stellenanzeigen mit diskriminierendem Inhalt auf; in 149 Fällen wurde ausschließlich ein männlicher beziehungsweise eine weibliche Mitarbeiter(in) gesucht, was aber gegen die gesetzlich vorgeschriebene Gleichbehandlung ist. 

Mit der Gleichbehandlung hapert es aber nicht nur am Arbeitsmarkt, auch die politischen Entscheider scheinen sich der Rechtslage nicht immer bewusst zu sein. Es sei bedauerlich, dass die Regierung das CET nicht systematisch um Stellungnahmen zu entsprechenden Gesetzesvorlagen bittet, hieß es bei der Pressekonferenz.

Um den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern, will sich das Gleichbehandlungszentrum mit Sensibilisierungskampagnen insbesondere an  Jugendliche wenden.


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