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Wenn alle zufrieden sind ...
Politik 03.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Weiterbildung im Handwerksektor

Wenn alle zufrieden sind ...

Im Beisein von Beschäftigungsminister Schmit und Staatsekretärin Closener  haben die Vertreter der Fédération des artisans sowie von OGBL und LCGB ein interprofessionelles Abkommen unterzeichnet.
Weiterbildung im Handwerksektor

Wenn alle zufrieden sind ...

Im Beisein von Beschäftigungsminister Schmit und Staatsekretärin Closener haben die Vertreter der Fédération des artisans sowie von OGBL und LCGB ein interprofessionelles Abkommen unterzeichnet.
Marc Schmit
Politik 03.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Weiterbildung im Handwerksektor

Wenn alle zufrieden sind ...

Der OGBL und LCGB haben mit der Fédération des artisans ein Abkommen abgeschlossen, das die Zahlung eines obligatorischen Beitrags für die Weiterbildung ermöglicht.

 (DS) – Wenn in Zeiten, in denen der Sozialdialog sich bisweilen etwas holperig gestaltetet, Arbeitgeber, Gewerkschaften und die Minister zufrieden sind und sich gegenseitig geradezu mit Lob überschütten, dann muss schon etwas besondere passiert sein.

In der Tat, das interprofessionelle Abkommen, das die Vertreter der Fédération des artisans und der Gewerkschaften OGBL und LCGB am Freitag unterzeichnet haben, ist etwas besonderes, ermöglicht es doch über eine Verbindlichkeitsklausel die Einführung eines obligatorischen Beitrags, den die Betriebe zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zahlen müssen. Ab dem 1. Januar 2016 müssen die Handwerksbetriebe von insgesamt 14 Fachverbänden 0,5 Prozent ihrer gesamten Lohnmasse zur Finanzierung von zwei Weiterbildungszentren abführen. Im Gegenzug sind die Weiterbildungskurse für die Unternehmen gratis.

In Bettemburg, genauer auf dem Krakelshaff, unweit des Institut de Formation Sectoriel du Bâtiment (IFSB), werden in den nächsten Monaten zwei Kompetenzzentren entstehen, in denen die Mitarbeiter gezielt auf die Bedürfnisse der Handwerksbetriebe hin geschult werden. Das eine Zentrum umfasst die Bereiche Heizung, Sanitär und Elektrik, das andere die Sparte Innenausbau. 

Akuter Fachkräftemangel

Das Projekt kommt nicht von ungefähr. Seit Jahren kämpfen die Handwerker nämlich mit einem akutem Fachkräftemangel. Bislang haben die Betriebe ihre Mitarbeiter in der Großregion rekrutiert. Doch das soll nun anders werden.

Die Ursache des Problems liegt nämlich in der sehr hohen Zahl der Schulabbrecher. Der technische Sekundarunterricht, aus dem eigentlich der Nachwuchs für die Handwerksbetriebe hervorgehen soll, ist auf das DAP-Diplom (diplôme d'aptitude professionelle) mit anschließender Meisterprüfung ausgerichtet. Doch viele Schüler sind mit dem sehr komplexen Lehrstoff überfordert und schaffen die Abschlussprüfung nicht. Nach mehreren Misserfolgen verlassen sie die Schule schließlich ohne Diplom.

Wenn sie nach einigem Hin und Her dann doch in den Betrieben landen, verfügen sie nicht über die erforderlichen Kompetenzen. Die neuen Weiterbildungszentren bieten ihnen demnächst eine Chance, sich doch noch die erforderlichen Kenntnisse anzueignen.

Es geht aber nicht in erster Linie darum, Schulabbrechern eine Berufsperspektive zu bieten. Angesichts der rasanten Entwicklung in den Handwerksberufen müssen sich die Mitarbeiter konstant weiterbilden, um mit dem technologischen Fortschritt Schritt halten zu können. Die Kompetenzzentren werden also die Attraktivität der Handwerksberufe steigern, bieten sie doch die Möglichkeit, die Karriere voranzutreiben.


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