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Weiterbildung und Umschulung
Politik 2 Min. 02.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Beschäftigung in Zeiten der Digitalisierung

Weiterbildung und Umschulung

Die Digitalisierung wird auch Auswirkungen auf Branchen wie den Bausektor haben.
Beschäftigung in Zeiten der Digitalisierung

Weiterbildung und Umschulung

Die Digitalisierung wird auch Auswirkungen auf Branchen wie den Bausektor haben.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 02.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Beschäftigung in Zeiten der Digitalisierung

Weiterbildung und Umschulung

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Digitalisierung wird gravierende Auswirkungen auf die Beschäftigung haben. Etwa zehn bis 15 Prozent der Jobs könnten wegfallen, warnt Arbeitsminister Nicolas Schmit. Damit die Beschäftigten nicht auf der Strecke bleiben, setzt Schmit konsequent auf die Weiterbildung.

(DS) - „Die Digitalisierung wird gravierende Folgen für die Beschäftigten haben, deshalb müssen wir so schnell wie möglich reagieren”, so Arbeitsminister Nicolas Schmit am Montag nach einer Sitzung des „Comité permanent de l'emploi”.  Bei der Unterredung ging es denn auch hauptsächlich um den Umgang mit diesem Umbruch auf dem Arbeitsmarkt.

Zehn Prozent weniger Jobs

Alle Beteiligten sind sich einig, dass kein Weg an der Digitalisierung vorbeiführt. Dass durch die Digitalisierung Jobs verloren gehen, daran besteht kein Zweifel. Nach der Auswertung diverser Studien rechnet der Minister damit, dass etwa zehn bis 15 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen können. Etwa die Hälfte der Berufe wird es in ihrer heutigen Form in einigen Jahren nicht mehr geben.

„Nun geht es darum, Lösungen zu finden”, erklärte Minister Schmit vor Journalisten. Eine dieser Lösungen, wenn nicht die wichtigste überhaupt, sieht er in der Weiterbildung, bzw. in der Umschulung. Doch genau hier liegt wiederum ein Problem, denn sowie die Weiterbildung in Luxemburg derzeit organisiert ist, kann sie die digitale Herausforderung nicht stemmen.

Es braucht also andere Ansätze. In einem ersten Schritt müssen die Betriebe selbst herausfinden, welche Bedürfnisse sie haben. Dann müssen sie sich Gedanken machen, was ihre Beschäftigten tun müssen, damit sie mit der Herausforderung fertig werden.  Es geht darum, genau festzulegen, welche Fortbildungen gebraucht werden. „Die Betriebe müssen einen Entwicklungsplan erstellen, dies in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat”, erklärt der Beschäftigungsminister. 

Dieser „Plan de développement des compétences” funktioniert ähnlich wie der „Plan de maintien dans l'emploi”. Der Plan wird an das Beschäftigungsministerium geschickt. Anschließend wird er von dem geplanten „Comité tripartite d'accompagnement”, einem Gremium, dem neben dem Ministerium auch Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer angehören, bewertet.

Beihilfen zwischen 30 und 50 Prozent

So weit die Theorie. In der Praxis geht es u.a. darum, wer die Fortbildungsmaßnahmen bezahlen wird. Schmit könnte sich einen staatlichen Zuschuss zwischen 30 und 50 Prozent vorstellen. Geklärt werden muss aber auch die Frage, wer die Löhne der Mitarbeiter bezahlt, während diese ihre Fortbildung absolvieren. Weitere Fragen, die noch einer Antwort harren, sind die Qualität der Kurse und die Anerkennung der Diplome.

Die Koordination soll beim „Fonds pour l'emploi” liegen. Beschäftigungsminister  Schmit will aus dem Beschäftigungsfonds, der bislang eher bei der Arbeitslosigkeit ins Spiel kam, ein Beschäftigungsinstrument machen, das präventiv eingreifen kann. Dabei bleibt er seiner Devise treu: „Wir werden in die Arbeit investieren und nicht in die Arbeitslosigkeit.”

Reform des Beschäftigungsfonds

Um Zeit zu sparen, will Schmit die ersten Schritte über den Weg des Haushaltsgesetzes in die Wege leiten. Bis Ende des Jahres will er aber einen Gesetzentwurf ausarbeiten, um den Beschäftigungsfonds zu reformieren. „Unser Ziel muss es sein, die Beschäftigten abzusichern”, so Nicolas Schmit. Schmit will u.a. das Recht auf Aus- und Weiterbildung in dem Gesetz festschreiben. Der Minister hofft, dass die ersten Projekte bereits im Frühjahr 2018 anlaufen können.




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