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Weiterbildung: Die Handwerker packen es an
Politik 2 Min. 08.06.2015 Aus unserem online-Archiv

Weiterbildung: Die Handwerker packen es an

Weil sie in Luxemburg kaum noch qualifiziertes Personal finden, wollen nun 13 Handwerksverbände zwei eigene Weiterbildungszentren aufbauen.

Weiterbildung: Die Handwerker packen es an

Weil sie in Luxemburg kaum noch qualifiziertes Personal finden, wollen nun 13 Handwerksverbände zwei eigene Weiterbildungszentren aufbauen.
Guy Jallay
Politik 2 Min. 08.06.2015 Aus unserem online-Archiv

Weiterbildung: Die Handwerker packen es an

Weil es seit Jahren an Fachkräften mangelt, wollen die Handwerker nun in Eigenregie zwei Weiterbildungszentren aufbauen. Auf dem Krakelshaff in Bettemburg soll in den nächsten Jahren eine Art "private Berufsschule" entstehen.

(DS) – Das Problem ist altbekannt. Im Handwerk mangelt es an qualifizierten Facharbeitern. Anstatt wie bisher den Personalmangel über Mitarbeiter aus der Großregion auszugleichen, haben sich nun 13 Handwerkerverbände zusammengetan, um gemeinsam zwei Weiterbildungszentren aufzubauen. Die Initiative geht von den vier Berufen des „Génie technique du Bâtiment“ und von der Sparte Innenausbau aus.

Angedacht ist eine Art „private Berufsschule“, in denen die Mitarbeiter auf die Bedürfnisse der Betriebe hin geschult werden. Das neue Angebot wendet sich also nicht in erster Linie an Schulabgänger oder an Arbeitssuchende sondern an die Mitarbeiter der Handwerksbetriebe. „Weil die Erfolgsquote beim offiziellen DAP-Abschluss (diplome d'aptitude professionnelle) nur noch bei knapp 20 Prozent liegt, finden wir kaum noch Mitarbeiter, die die Kompetenzen haben, die die Betriebe brauchen“, so Michel Reckinger, Präsident der Fédération des artisans. 

Beim Aufbau der beiden Kompetenzzentren, die in Bettemburg auf dem Krakelshaff enstehen sollen, orientiert man sich an dem dort bereits existierenden „Institut de formation sectoriel du bâtiment“ (IFSB), das seit zwölf Jahren erfolgreich Weiterbildungskurse für die Mitarbeiter der Baubranche anbietet. Das drei Hektar große Grundstück wurde den Handwerkern vom Staat für 30 Jahr zur Verfügung gestellt. 

Von langer Dauer

Besonderen Wert legen die Handwerker darauf, dass ihre Initiative von Dauer ist: „Wir wollen nicht, dass es ein Schnellschuss wird, der nach kurzer Zeit wieder verpufft“, so Romain Schmit, Generalsekretär der Handwerkerföderation. Wenn alles glatt geht, sollen in zwei Jahren die ersten Kurse angeboten werden, dies für insgesamt 28 Berufssparten.

Zur Zeit ist man bei der Fédération des artisans dabei, die Inhalte der Kurse und die erforderlichen Kompetenzen zu definieren. Insgesamt sind sieben verschiedenen Sockel, die so genannten „Cec“ vorgesehen, wobei der DAP-Abschluss einem Cec 4 enspricht. Damit später auch die Zusammenarbeit mit der Adem klappt, wird bei der Definition der Cec Sorge getragen, dass die Sockel mit dem Rom-System der Arbeitsagentur übereinstimmen. 

Betriebe tragen die Kosten

Finanziert wird das ganze von den Unternehmen. Dazu wird für die Betriebe der 13 Verbände ein Beitrag in Höhe von 0,5 Prozent auf die gesamte Lohnmasse erhoben. Zur Zeit laufen noch die Gespräche mit der Regierung, um eine legale Basis für das Beitragssystem zu schaffen. Bei der Fédération des artisans zeigt man sich optimistisch, dass 2016 bereist die ersten Beiträge erhoben werden können. Im Gegenzug ist die Weiterbildung für die Betriebe gratis.

Gespräche laufen auch mit den Gewerkschaften. Michel Reckinger hofft, dass man sich im nächsten Monat auf ein sektorielles Rahmenabkommen verständigen kann. 2017 soll die neue „Berufsschule“ dann ihren Betrieb auf dem Krakelshaff aufnehmen. Die Mitarbeiter werden übrigens während ihrer regulären Arbeitszeit geschult.


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