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Weiße Flecken auf der Landkarte
In manchen Regionen des Landes lebt kein einziger Wahlkandidat.

Weiße Flecken auf der Landkarte

Foto: Anouk Antony
In manchen Regionen des Landes lebt kein einziger Wahlkandidat.
Politik 2 Min. 11.09.2018

Weiße Flecken auf der Landkarte

Glenn SCHWALLER
Vor den anstehenden Wahlen im kommenden Monat hat wort.lu zusammengefasst, in welchen Gemeinden die jeweiligen Bewerber leben.

Die Wahlen stehen vor der Tür. Nicht weniger als zehn Parteien und insgesamt 547 Kandidaten befinden sich im Rennen um die begehrten Mandate in der Chamber. Der Großteil unter ihnen tritt in den Bezirken Süden und Zentrum an. Auch wenn es verständlich ist, dass dort, wo die meisten Menschen leben, auch die Anzahl der Bewerber am höchsten ist, sind einige Ungleichgewichte erkennbar. In manchen Regionen lebt nämlich kein einziger Anwärter. Die interaktive Karte zeigt, in welchen Gemeinden die einzelnen Kandidaten ihren Wohnsitz haben. 

Ganze Regionen ohne eigenen Vertreter 

Einerseits gibt es ganze Landstriche, in denen kein einziger Kandidat lebt. Ins Auge sticht dabei vor allem die Region rund um Redingen/Attert. Sowohl in der Gemeinde selbst als auch in den umliegenden Nachbargemeinden Ell, Préizerdaul, Grosbous und Wahl hat kein einziger Bewerber seinen Wohnsitz. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Osten des Landes. In nicht weniger als sieben Kommunen im Ostbezirk lebt kein Kandidat. Auf der anderen Seite haben einzelne Gemeinden im Süden einen unverhältnismäßig hohen Anteil an Kandidaten. In Sassenheim leben beispielsweise 29 Mandatsanwärter, in Petingen sind es sogar 32.

Erklären lässt sich diese Verteilung nicht zuletzt auch durch parteipolitische Schwerpunkte. Die Piratenpartei stellt beispielsweise allein 11 Kandidaten, welche ihren Wohnsitz in Petingen haben. Dies ist immerhin fast die Hälfte aller Mandatsanwärter der Partei im Südbezirk. Für die neu gegründete Partei "déi Konservativ" reicht es bei der ersten Teilnahme an einer nationalen Wahl nur zu einer Liste im Süden. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich dass die Konservativen ihren Schwerpunkt rund um die Gemeinden Petingen und Differdingen haben. 

Über die Hälfte der KPL-Kandidaten stammt aus dem Süden

Auch bei der KPL sind die Kandidaten äußerst ungleich verteilt. Sechs der insgesamt neun Kommunisten, die im Norden antreten, haben ihren Wohnsitz eigentlich im Süden. Im Ostbezirk ist deren Anteil mit sechs von sieben Anwärtern sogar noch höher. Erklären lässt sich dies vor allem durch die traditionelle Verankerung der KPL in den ehemaligen Bergbaugebieten im Süden des Landes. Dennoch ist es ungewöhnlich, dass Kandidaten nicht in ihrem Heimatbezirk zur Wahl antreten. 

Die Teilnahme der neu gegründeten Demokratiebewegung um Sonja Holper ist hingegen noch mehr als fragwürdig. Einige Kandidaten berichteten darüber, dass sie sich zwar auf den Wahllisten wiederfanden, jedoch nie ihr Einverständnis dazu gaben. Selbst wenn die Partei tatsächlich an der Wahl teilnehmen würde, könnte sie nur in zwei Bezirken, im Zentrum sowie im Süden, auf eigene Wahllisten zurückgreifen. Da die Partei jedoch keine Angaben zu den jeweiligen Wohnorten ihrer Kandidaten im Zentrum gemacht hat, konnten diese nicht in der interaktiven Karte eingetragen werden. 


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